Gold- und Silberpreise geben Gewinne vor US-CPI-Daten leicht ab
Am Dienstagmorgen fielen die Spotpreise für Gold und Silber leicht zurück, nachdem Gold über Nacht seinen höchsten Stand seit zwei Monaten erreicht hatte. Anleger nutzten die Gelegenheit zu Teilgewinnen, während sich der Markt auf die am Mittwoch erwarteten US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI) konzentrierte. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag der Spotpreis für Gold bei 1.386,30 USD pro Unze und damit 0,04 % unter dem Vortagesniveau, während Silber bei 65,09 USD pro Unze um 0,78 % nachgab.
Die US-Arbeitsmarktdaten für Juli zeigten mit einem Zuwachs von lediglich 23.000 Stellen eine deutliche Untererfüllung der Erwartungen. Diese Schwäche nährt Befürchtungen bezüglich einer Verlangsamung der Konjunktur. Die anhaltenden Unsicherheiten zwischen Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten sorgten für Schwankungen bei den Erwartungen an den Federal-Funds-Zinssatz. Angesichts eines Anstiegs der Ölpreise stiegen die Erwartungen für eine mögliche Zinserhöhung durch die US-Notenbank im September auf 51,9 %. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte mit 4,74 % den höchsten Wert seit Januar 2025. Der US-Dollar-Index bewegte sich um 99,83 leicht seitwärts. Der CPI wird voraussichtlich von 3,5 % auf 3,4 % zurückgehen.
Nahost-Spannungen bleiben Haupttreiber für Energiemärkte und Edelmetalle
Die geopolitischen Spannungen in der Straße von Hormus behalten ihre Bedeutung für Energie- und Edelmetallmärkte. Der Iran betont, dass eine umfassende Öffnung der Meerenge nur bei Zugeständnissen der USA möglich sei. Neue US-Anforderungen hinsichtlich Entschädigungen erschweren die Verhandlungen zusätzlich. Am Dienstag stieg der Brent-Ölpreis kurzfristig über 90 USD pro Barrel, brach dann aber wieder ein. Das US-amerikanische WTI-Öl notierte um 82 USD je Barrel. Die steigenden Ölpreise stärken die Rolle von Gold als Absicherung in unsicheren Zeiten und erhöhen gleichzeitig inflationsbedingte Druckfaktoren, was Auswirkungen auf die Geldpolitik der Fed hat.
Unabhängig davon kam es in der Meerenge Bab el-Mandeb am Horn von Afrika zu Angriffen auf kleinere Frachtboote, was die Sicherheitsrisiken im Roten Meer erhöht und die Beobachtung der Situation durch Investoren verschärft.
Gemischte Signale von den Weltbörsen – Fokus auf Asien-Pazifik
Die US-Aktienindex-Futures zeigten sich stabil: Der S&P 500 und Nasdaq Futures stiegen leicht um 0,1 % bis 0,3 %, während der Dow Jones Future minimal um 0,1 % zurückging. In Europa präsentierten sich die Märkte uneinheitlich: Der französische CAC 40 fiel leicht um 0,1 %, der deutsche DAX stieg um 0,1 %, und der britische FTSE 100 blieb unverändert. In der Asien-Pazifik-Region zeigte sich eine differenzierte Entwicklung: Der südkoreanische Kospi legte um 0,7 % zu, der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 1,1 %, der Shanghai Composite Index sank um 0,8 %, während der australische S&P/ASX 200 um 0,2 % zulegte. Die Börse in Tokio blieb aufgrund eines Feiertags geschlossen.
Technische Perspektive: Gold an wichtiger Widerstandsmarke von 1.400 USD
Kurzfristig sieht die technische Analyse für Gold ein Aufwärtspotenzial im Bereich zwischen 1.430 und 1.492 USD je Unze. Ein nachhaltiges Überschreiten dieser Zone könnte weitere Kursanstiege bis auf 1.500 USD und 1.598 USD ermöglichen. Sollte der Kurs jedoch unter 1.360 USD fallen, wären Rücksetzer auf 1.299 USD bis 1.224 USD denkbar. Bei Silber richtet sich die Aufmerksamkeit der Bullen auf den Durchbruch zwischen 65,21 und 66,27 USD, mit möglichen Zielen bei 67,60 und 68,92 USD. Die Bären konzentrieren sich auf die Unterstützung bei 64 USD; ein Bruch könnte weitere Verluste bis 63,16 und 61,64 USD nach sich ziehen.
Marktteilnehmer sollten die Veröffentlichung der US-CPI-Daten am Mittwoch und die Entwicklungen in Nahost weiterhin genau beobachten, da beide Faktoren kurzfristig maßgeblichen Einfluss auf die Edelmetall- und Rohstoffmärkte ausüben.