Vor dem Hintergrund, dass die globalen Kapitalmärkte versuchen, die geopolitischen Nachwirkungen im Nahen Osten zu verdauen, zeigt der US-Festzinsmarkt deutliche Trägheit. Während der Handelssitzung am Montag blieben die Preise für US-Treasurys über alle Laufzeiten hinweg nahezu unverändert, wobei die Renditen für 10- und 30-jährige Anleihen auf 4,25 % bzw. 4,882 % fest verankert sind. Im krassen Gegensatz dazu reagierte der Rohstoffmarkt heftig auf eine mögliche Blockade der Straße von Hormus, wobei der Preis für US-Rohöl (WTI) an einem Tag um 6,87 % auf 89,61 USD pro Barrel stieg. Diese Divergenz in der Performance über verschiedene Anlageklassen hinweg spiegelt wider, dass sich der Anleihenmarkt derzeit in einem Vakuum makroökonomischer Erzählungen befindet: Investoren schützen sich sowohl vor einer Inflation, die durch steigende Energiepreise ausgelöst werden könnte, als auch vor der Erwartung auf substanzielle Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan. In dieser Erwartungsphase reduzieren Institutionen ihre Duration-Exposures und verringern die Handelsfrequenz als Hauptstrategie.
Die zugrunde liegende Logik der makroökonomischen Asset-Pricing
Die aktuelle Preisbildung für US-Staatsanleihen wird von Druck auf der Angebotsseite und Abwartehaltung auf der Nachfrageseite gleichzeitig beeinflusst. Aus der Perspektive des Leitzinses stieg die Rendite zweijähriger Anleihen leicht um 1,6 Basispunkte auf 3,716 % an, was die vorsichtige Bewertung der kurzfristigen Liquiditätssituation durch den Markt widerspiegelt. Laut dem Statistikmodell der Londoner Börsengruppe (LSEG:LN) wurde die Zinssenkungserwartung für dieses Jahr von vor dem Konflikt 55 Basispunkte auf jetzt nur noch 14 Basispunkte reduziert. Der Aufwärtsdruck auf das Preisbildungsmittel reflektiert im Wesentlichen die erneuerte Bestätigung des Marktes für die Geduld der Federal Reserve (Fed) mit einem hochzinsigen Zyklus. Solange die Inflationsentwicklung keine Lockerung zeigt, bleibt die Bedingung für fallende Nominalzinsen schwer umsetzbar.
Übertragung in der Industriekette
Die Schwankungen der Energiepreise üben über komplexe makroökonomische Industrieketten Druck auf die Anleiherenditen aus. Der Preis von US-Rohöl (WTI) ist wieder über 89 USD gestiegen, was weit über die Lieferung von Spotkontrakten hinausgeht. Auf der Ebene der Realwirtschaft, wo Rohöl als Grundinput für Chemie, Logistik und High-End-Fertigung dient, wird das seitwärts verlaufende Preisniveau die allgemeinen Betriebskosten der Gesellschaft unvermeidlich erhöhen. Dieser Kostendruck wird zunächst die Gewinnmargen der Nicht-Energie-Unternehmen unter Druck setzen und sich dann in einem endogenen Anstieg der Kernpreise für Dienstleistungen und Waren verwandeln. Widerspiegelnd auf dem Anleihenmarkt zeigt sich dies als Ausweitung der Break-Even-Inflationsrate, die die Investoren zwingt, höhere Laufzeitprämien als Ausgleich für den zukünftigen Kaufkraftverlust zu fordern, was zu Druck auf die Anleihepreise am langen Ende führt.
Zentralbankenwechsel und Unsicherheitsprämie
An einem kritischen Punkt in der Bewältigung externer importierter Risiken sorgt der Wechsel in den Führungspositionen der Federal Reserve (Fed) selbst auch für Unsicherheitsprämien im Markt. Die Bestätigungsanhörung des Senats zum nominierten neuen Vorsitzenden Walsh hat sich zum Schwerpunkt eines parteipolitischen Machtkampfs entwickelt. Die Überprüfung des amtierenden Vorsitzenden Powell stellt die Kontinuität der Geldpolitik auf die Probe. Für den Anleihenmarkt ist die Unabhängigkeit der Zentralbank ein Grundpfeiler für das Vertrauen in den Dollar und die Liquidität von US-Staatsanleihen. Sollte die Anhörung politischen Einfluss auf die Geldpolitik offenbaren, könnte sich die Nachfrage ausländischer institutioneller Investoren nach US-Treasurys subtil ändern. Eine Forschung von Macquarie Group (MQG:AU) weist darauf hin, dass der Markt großes Interesse an Walshs Ausführungen zu Produktivität und Zinssenkungslogik haben wird, da diese direkt das zukünftige Rahmenwerk der Preisgestaltung für die nächsten vier Jahre betreffen.
Substitutionseffekt von Safe-Haven-Assets und mikroökonomische Struktur
Obwohl die Restgefahr der politischen Spannungen im Nahen Osten noch besteht, ist die traditionelle Strategie des „sicheren Hafens in US-Anleihen aufgrund von Panik“ nicht in großem Maßstab sichtbar geworden. Einerseits erschöpfte der vorherige Energiepreisanstieg bereits einen Teil der Nachfrage nach sicheren Anlagen; andererseits beginnen Marktteilnehmer, direkt auf Rohöl oder energiebezogene Aktienanlagen zur Absicherung gegen geopolitische Risiken zu setzen, was in gewissem Maße Mittel von den US-Staatsanleihen abzieht. Die Spanne zwischen den Renditen für 2-jährige und 10-jährige Anleihen ist auf 53,3 Basispunkte geschrumpft, was darauf hindeutet, dass die mikroökonomische Struktur des Anleihenmarktes in einem hochkomplexen Wettbewerbsumfeld auf defensive Allokationen ausgerichtet wird. Sollten anschließende Verhandlungen positive Signale senden, könnte die Liquidität wieder in Richtung Risikoanlagen fließen.