- Der MSCI Emerging Markets Asia Aktienindex (.MIMS00000PUS) von Morgan Stanley wird diese Woche voraussichtlich um 3,5% zulegen, wodurch der kumulierte Anstieg im April auf 15,4% ausgeweitet wird. Dies zeigt, dass Risikoanlagen in der Region den Rückgang der Bewertungen im März um 14% stetig wieder gutmachen.
- Der indonesische Rupiah gerät gegenüber dem US-Dollar (USDIDR) weiter unter Druck und erreicht ein historisches Tief von 17.192 Rupiah pro US-Dollar, was einem Wertverlust von 3% im Jahr 2026 entspricht. Dies verdeutlicht die makroökonomische Anfälligkeit des Landes als Nettoimporteur von Rohöl in Zeiten geopolitischer Spannungen.
- Es zeigt sich eine signifikante strukturelle Divergenz an den Kapitalmärkten, wobei der koreanische KOSPI und das taiwanesische TAIEX in dieser Woche um jeweils über 5% bzw. 4% zulegen. Angesichts der Erwartung von Gesprächen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende zeigen Investoren vor dem langen Wochenende eine vorsorgliche Umschichtung in sichere Häfen.
Geopolitische Prämien und Rückflusswege des Kapitals
Mit dem in der Region Naher Osten erreichten zehntägigen Waffenstillstandsabkommen durchläuft der asiatische Schwellenmarkt eine rasche Bewertungsneustrukturierung. Der weitgefasste CBOE Global Emerging Markets Aktienindex (CBOE:EFS) ist diese Woche um etwa 3% gestiegen und strebt den dritten Wochenanstieg in Folge an. Internationale Kapitalflüsse, die zuvor aus Angst vor geopolitischen Konflikten abgezogen wurden, beginnen teilweise in asiatische Aktienmärkte zurückzukehren. Analysen von Capital.com zeigen jedoch, dass aufgrund der fraglichen Langzeitwirksamkeit des Waffenstillstands und der häufigen geopolitischen Ereignisse am Wochenende institutionelle Investoren dazu neigen, ihre Hebelwirkungen am späten Freitag herunterzufahren, was die Erholung der Bewertungen begrenzt.
Resonanzdruck auf dem indonesischen Aktien-, Anleihen- und Devisenmarkt
Der indonesische Finanzmarkt steht derzeit vor multidimensionalen Liquiditätsherausforderungen. Obwohl Indonesien ein Nettoexporteur von Kohle und Erdgas ist, erweist sich seine strukturelle Position als Nettoimporteur von Rohöl in Zeiten hochfrequenter Ölpreisschwankungen als kostspielig. Daten der London Stock Exchange Group (LSEG) zeigen, dass der indonesische Aktienmarkt in diesem Monat einen Kapitalabfluss von etwa 6,07 Billionen Rupiah (entspricht 353,17 Millionen US-Dollar) verzeichnet hat. Das Forschungsteam von ACCM weist darauf hin, dass der Kapitalabfluss im indonesischen Anleihemarkt und der begrenzte Handlungsspielraum der indonesischen Zentralbank den Rupiah-Kurs unter erheblichen Abwärtsdruck setzen. Der Zuwachs von über 2% im indonesischen Composite Index (COMPOSITE) in dieser Woche ist mehr eine passive Erholung, getrieben von regionalen Stimmungen, wobei die Kosten für die Währungsabsicherung der zugrunde liegenden Vermögenswerte signifikant gestiegen sind.
Regionale Fundamentaldaten-Divergenz und politische Gegenmaßnahmen
Innerhalb der panasiatischen Märkte treiben die makroökonomischen Fundamentaldaten die Divergenz länderspezifischer Vermögenswerte voran. Die technisch starken koreanischen und taiwanesischen Börsen profitieren von der Resonanz im Halbleiterzyklus und dem Zufluss ausländischen Kapitals. Im Gegensatz dazu zeigen die ASEAN-Märkte unterschiedliche zyklische Merkmale. Das anfängliche Wirtschaftswachstum von Malaysia im ersten Quartal zeigt Anzeichen einer Verlangsamung, obwohl der Verbraucherpreisindex im März erwartungsgemäß ausfiel, aber leicht beschleunigt, was den Kuala Lumpur Composite Index (BURSA) auf Wochenbasis nahezu unverändert hält und den malaysischen Ringgit (USDMYR) sanft auf 3,9530 zurückgehen lässt. Die Börsenindizes von Thailand (SET) und den Philippinen (PSEI) sind hingegen rückläufig. Hochrangige Beamte des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben gewarnt, dass bei einem anhaltenden Nahostkonflikt die hohe Abhängigkeit asiatischer Volkswirtschaften von Kraftstoffimporten zu systemischen Lieferkettenengpässen führen könnte. Dies würde den politischen Spielraum der regionalen Zentralbanken bei der Balance zwischen Inflation und Wachstum weiter einengen.