- Die Verhandlungsführer der USA und des Iran haben sich bei Gesprächen in der Schweiz auf eine Roadmap zur Erreichung eines endgültigen Abkommens geeinigt. Dieser Fortschritt hat die Sorgen des Marktes über eine Eskalation der Konflikte in der Straße von Hormus gemildert. Der Preis für Brent-Rohöl-Futures fiel daraufhin um 1,7 % und näherte sich 79 Dollar pro Barrel.
- Trotz des Rückgangs der geopolitischen Prämie fielen die US-Aktienindex-Futures am Montag weiterhin, wobei die S&P 500-Futures um 0,2 % und die Dow Jones Industrial Average-Futures um 0,1 % sanken. Der Markt zeigt sich angesichts einer Reihe makroökonomischer Unsicherheiten vorsichtig.
- Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte am Montag in der Downing Street Nr. 10 offiziell seinen Rücktritt an, womit Großbritannien innerhalb von zehn Jahren den siebten Premierminister erhalten wird. Der Wechselkurs des Pfunds gegenüber dem Dollar verringerte seine Verluste, nachdem er den tiefsten Stand seit 2026 erreicht hatte.
Rückgang der Energieprämie und Fortschritte bei geopolitischen Verhandlungen
Die USA und der Iran erzielten bei ihren geheimen Gesprächen in der Schweiz marginale Fortschritte. Die Verhandlungsführer aus Teheran und Washington haben eine vorläufige Einigung über eine Roadmap erzielt, die darauf abzielt, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Abkommen zu erreichen. Zuvor hatte der Iran angekündigt, die Straße von Hormus zu schließen, was zusammen mit den Berichten des US-Zentralkommandos über Schifffahrtsdaten und den anschließenden harten Äußerungen der USA die Lage im Nahen Osten stark belastet hatte. Die neuesten Vermittlungsergebnisse zeigen, dass beide Seiten zugestimmt haben, einen Mechanismus zur Beendigung der militärischen Aktionen im Libanon zu schaffen, der auch die Aufhebung von Sanktionen gegen den iranischen Ölverkauf und die Freigabe teilweise eingefrorener Vermögenswerte umfasst. Infolgedessen gerieten die internationalen Ölpreise erheblich unter Druck, und der Brent-Rohölpreis fiel um 1,7 %, was zeigt, dass der Markt die Risiken von Lieferunterbrechungen neu bewertet. Allerdings weisen die meisten Wall-Street-Analysten darauf hin, dass angesichts der vielen politischen Hürden, die vor der endgültigen Unterzeichnung noch bestehen, die tatsächliche Wiederherstellung der Schifffahrt und des Flüssigerdgasflusses im Persischen Golf noch Zeit zur Prüfung benötigt.
Politische Umwälzungen in der Downing Street und britische Finanzfragen
Die politische Landschaft Großbritanniens erlebt erneut Erschütterungen. Premierminister Keir Starmer kündigte in der Downing Street Nr. 10 seinen Rücktritt an. Das Nominierungsverfahren für den neuen Vorsitzenden der Labour-Partei soll am 9. Juli beginnen und die Wahl bis zum 1. September abgeschlossen sein. Der ehemalige Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, gilt derzeit als klarer Favorit für die Nachfolge als Premierminister. Die Finanzmärkte reagierten relativ zurückhaltend, und der Wechselkurs des Pfunds stabilisierte sich allmählich, nachdem er nach einem kurzen, schnellen Rückgang den tiefsten Stand seit 2026 erreicht hatte. Londoner Vermögensverwaltungsfirmen sind der Ansicht, dass der eigentliche Grund für Starmers Rücktritt darin liegt, dass die derzeitige Regierung keine glaubwürdige finanzielle Lösung für das äußerst ernste strukturelle Haushaltsdefizit Großbritanniens vorlegen konnte. Der zukünftige Fokus des Marktes wird auf Burnhams Entscheidung für den Finanzminister gerichtet sein. Sollte das neue Finanzteam eine linke Politik verfolgen oder es an fiskalischer Disziplin und Glaubwürdigkeit mangeln, könnten britische Staatsanleihen einer neuen Runde von Kreditrisikoprämien ausgesetzt sein.
Falkenhafte Fed-Erwartungen belasten globale Risikoanlagen
Auf globaler Makroebene bleiben die Renditen von US-Staatsanleihen auf hohem Niveau, was die Bewertung von Aktien und anderen Risikoanlagen weiter belastet. Aufgrund der jüngsten falkenhaften Signale der Federal Reserve (Fed) hat der Swap-Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf 75 % eingepreist und erwartet bis Ende des Jahres eine kumulative Straffung um etwa 38 Basispunkte. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg um 4 Basispunkte auf 4,230 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang 2025; die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg ebenfalls auf 4,484 %. Anleihehändler konzentrieren sich derzeit voll und ganz auf die am Donnerstag anstehenden Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) der USA. Der Markt erwartet allgemein, dass dieser von der Fed bevorzugte Inflationsindikator im Mai sowohl im Jahres- als auch im Monatsvergleich eine doppelte Beschleunigung zeigen wird. Sollte die PCE-Inflation in dieser Woche stärker als erwartet ansteigen, könnten die globalen Straffungserwartungen erneut bewertet werden, was die großen Banken dazu zwingen könnte, ihre Basisprognosen für den Zinserhöhungspfad bis 2027 anzupassen.