Am 6. März 2026 berichtete Bloomberg, dass aufgrund der eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ernsthaft behindert wird. Der Markt sorgt sich nicht nur um die globale Rohölversorgung, sondern auch zunehmend um die möglichen Auswirkungen dieser Situation auf die Chip-Lieferkette, die die globale Technologieindustrie stützt. Analysten weisen darauf hin, dass bei einer langfristigen Unterbrechung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus die angespannten LNG-Lieferungen die Chipproduktion in Nordostasien und somit die globale Halbleiterindustrie beeinträchtigen könnten.
Energieabhängigkeit beeinträchtigt die Chipproduktion in Nordostasien
Laut der Analyse des Bloomberg-Kolumnisten David Fickling werden weltweit über die Hälfte der DRAM- und NAND-Speicherchips in Südkorea produziert, während etwa 70 % der fortschrittlichen Logikchips in Taiwan hergestellt werden. Diese Chip-Produktionszentren sind stark auf eine stabile Energieversorgung angewiesen, insbesondere auf LNG, wobei Katar und die VAE die Hauptlieferanten für Asien sind.
Die Halbleiterindustrie in Südkorea wird von Samsung Electronics und SK Hynix dominiert und macht etwa 40 % des Kospi aus; die fortschrittliche Logikchip-Industrie in Taiwan wird von TSMC dominiert und hat einen Anteil von etwa 45 % am taiwanesischen Aktienindex. Diese wirtschaftlichen Abhängigkeiten beider Länder von der Energieversorgung stellen ein zusätzliches Risiko dar, insbesondere da Engpässe bei der LNG-Versorgung die Stromversorgung stark beeinträchtigen und somit die Chipproduktion beeinflussen könnten.
Begrenzte Produktionskapazitäten in Südkorea erhöhen Druck auf LNG-Reserven
Die Produktionskapazitäten und LNG-Reserven in Südkorea sind relativ begrenzt, und die derzeitigen Vorräte reichen nicht aus, um mehr als zwei Monate Importnachfrage zu decken. Sollte der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiter behindert werden, könnte Korea unter gewaltigem Druck hinsichtlich der Stromversorgung stehen, insbesondere in energieintensiven Halbleiterfabriken, wo instabile Stromversorgung die Produktion gefährden könnte.
Im Vergleich dazu können die europäischen LNG-Reserven etwa ein Drittel des Jahresverbrauchs decken, was eine relativ starke Energiepufferkapazität darstellt. Um potenzielle Auswirkungen zu verringern, sucht die südkoreanische Regierung dringend nach alternativen Versorgungsquellen.
Marktreaktionen auf die Energieversorgungsspannungen
Analysten weisen darauf hin, dass LNG auf den aktuellen Spotmärkten zwar noch verfügbar ist, die Preisaufschläge jedoch bereits deutlich gestiegen sind. Hauptexportländer wie Australien und die USA könnten in Zeiten angespannter Märkte flexibel ihren Spot-Verkauf ausweiten, um Marktanteile in Asien zu erobern.
Globale Technologie-Lieferkette steht vor Unsicherheiten
Insgesamt könnte eine anhaltende Behinderung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus die angespannte Energieversorgung über das Energiesystem auf die Chipproduktion auswirken und die globale Technologielieferkette schwer belasten. Analysten glauben, dass dieses potenzielle Risiko derzeit noch nicht vollständig vom Markt reflektiert und bepreist wird.