Im Jahr 2025 zeigte sich die US-Wirtschaft schwach, mit einem realen BIP-Wachstum von lediglich 2,2 % für das gesamte Jahr, was unter den Markterwartungen von 3 % lag und einen weiteren Rückgang gegenüber 2,8 % im Jahr 2024 darstellte. Die endgültigen Daten des Bureau of Economic Analysis der USA zeigen, dass das annualisierte reale BIP-Wachstum im vierten Quartal 1,4 % betrug, weit unter den 4,4 % im dritten Quartal. Ohne die von der KI-Welle angetriebenen Investitionen in Ausrüstung und Software war das reale BIP-Wachstum der USA nahezu stagnierend und lag unter 2 %.
Obwohl die USA unter den G7-Staaten weiterhin führend sind, erscheint das Wachstum im Vergleich zu China und Indien recht blass. China erreichte 2025 ein BIP-Wachstum von 5,0 % und blieb weiterhin im Zielbereich von "etwa 5 %", während Indien eine Wachstumsrate von 6,2 % verzeichnete. Zum Vergleich: Das Wachstum der USA beträgt weniger als die Hälfte von Chinas und liegt weit unter dem von Indien.
Latenter Druck durch Inflation und Arbeitsmarkt
In Bezug auf die Inflation, obwohl der offizielle Verbraucherpreisindex (CPI) der USA im Jahresvergleich zurückging, zeigen mehrere unabhängige Studien, dass die offiziellen Statistiken den tatsächlichen Preisdruck erheblich unterschätzen. Bei Einbeziehung von Hypothekenzinsen und Finanzierungskosten könnte die Inflationsrate sich verdoppeln. Der Kern-PCE der USA stieg im Dreimonatsvergleich um über 3 %, der gesamte CPI erreichte ebenfalls 3 %. Außerdem wurde die von der Trump-Regierung verhängte Zollpolitik vom Obersten Gerichtshof für illegal erklärt, aber ihre tatsächlichen Auswirkungen bestehen fort. Verbraucher und Unternehmen tragen nach wie vor die zusätzliche Steuerlast, die Importzölle auf Lebensmittel sind um 44 % gestiegen, was das Preisniveau erhöhte.
Auf dem Arbeitsmarkt blieb die Arbeitslosenquote in den USA zwar niedrig, aber die neuen Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft betrugen 2025 nur 181.000, durchschnittlich 15.000 pro Monat, was den niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren markiert. Der signifikante Rückgang der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe – insbesondere jene Arbeitsplätze, die die Trump-Regierung als „Männerjobs“ versprochen hatte – wurde fast nicht eingelöst. Während das Gesundheitswesen mit einem Arbeitskräftemangel konfrontiert ist, führt die Verschärfung der Einwanderungspolitik zu einem Verlust vieler ausländischer Arbeitskräfte, was die angespannten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärft.
Künstliche Intelligenz: Produktivitätssteigerung und Zunahme der Arbeitslosigkeit
Künstliche Intelligenz (KI) wird große Hoffnung zugesprochen, doch ihr Einfluss auf die Beschäftigung wird zunehmend sichtbar. Obwohl einige optimistische Ökonomen voraussagen, dass KI die Produktivität erhöhen wird, sind die Prognosen von Harvard-Professor Jason Furman bei weitem nicht so hoch wie erwartet, mit einem Produktivitätswachstum von nur 1,7 % im Jahr 2025. Der KI-Einsatz konzentriert sich hauptsächlich auf mittlere und große Unternehmen, doch ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind noch nicht spürbar. Umfragen von Führungskräften in den USA, Großbritannien und anderen Ländern zeigen, dass 70 % der Unternehmen bereits KI nutzen, doch deren tatsächliche Auswirkungen auf die Produktivität und die Beschäftigung sind marginal.
Einige große Technologieunternehmen haben KI-Investitionen bereits zu einer Kernstrategie ihrer zukünftigen Entwicklung gemacht. Im Jahr 2025 beliefen sich die gesamten Investitionen in KI der sieben größten Technologieunternehmen weltweit auf 450 Milliarden Dollar, bis 2026 wird erwartet, dass diese Zahl auf 700 Milliarden Dollar ansteigt. Doch die Renditen dieser enormen Investitionen sind voller Unsicherheiten und bergen das Risiko eines finanziellen Zusammenbruchs.
Strukturelle Krise und Zukunftsaussichten
Das größte Problem, dem sich die US-Wirtschaft gegenübersieht, ist der strukturelle Rückgang. Hohe Schulden, niedriges Wachstum, KI-Blase und ein schwacher Arbeitsmarkt bilden einen Teufelskreis, der die Einkommensungleichheit weiter vergrößert. Laut Prognosen von PIMCO sind ein Drittel der Arbeitsplätze in den USA vom Risiko bedroht, durch KI ersetzt zu werden; eine Ersetzung von nur 2 % der Arbeitsplätze könnte bereits den Verlust von nahezu 1 Million Arbeitsplätzen und einen Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte bewirken.
Wenn diese strukturellen Probleme nicht gelöst werden, könnte die Arbeitslosenquote in den USA im Jahr 2026 erheblich steigen, und fehlerhafte Politiken könnten hohe Kosten verursachen. Derzeit sieht sich die Entwicklung der US-Wirtschaft ernsthaften Risiken und Herausforderungen gegenüber, insbesondere aufgrund der doppelten Auswirkungen von KI und Protektionismus, wodurch sich die K-förmige wirtschaftliche Spaltung weiter verstärken und sich zu einer sozialen Krise entwickeln könnte.