- Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen (JP10YTN=JBTC) fiel am Montag um 2 Basispunkte auf 2,4 %, nachdem sie letzte Woche ein Hoch von 2,49 % erreicht hatte. Der Markt verhielt sich zurückhaltend vor der Veröffentlichung des Inflationsprognoseberichts der Zentralbank.
- Die Preisgestaltung für eine Zinserhöhung bei der April-Sitzung der Bank of Japan (BOJ) erfährt im Zins-Swap-Markt eine signifikante Neubewertung. Die Wahrscheinlichkeit ist von etwa 60 % Anfang des Monats drastisch auf 18 % gesunken, was darauf hinweist, dass die importierte Inflationsdruck den Straffungsrhythmus der Politik marginal beeinflusst.
- Die Rendite der stark politiksensitiven 2-jährigen japanischen Staatsanleihen (JP2YTN=JBTC) blieb stabil bei 1,36 %, was zeigt, dass die Liquiditätserwartungen am kurzen Ende relativ stabil sind. Der Markt verarbeitet vorsichtige Äußerungen des BOJ-Gouverneurs Kazuo Ueda zu negativen Angebotschocks.
Marginale Bewegungen der Zinskurve
Der japanische Staatsanleihenmarkt zeigte am heutigen Handelstag eine bemerkenswerte Erholungsbewegung. Bei den längerfristigen Zinsen fiel die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen auf die 2,4 %-Marke zurück, während die der 5-jährigen japanischen Staatsanleihen (JP5YTN=JBTC) um 1 Basispunkt auf 1,825 % sank, was den Aufwärtstrend in Richtung des historischen Hochs von 1,9 % vorerst pausiert. Diese lokale Abflachung der Zinskurve wird hauptsächlich durch die Abwartehaltung vor der Veröffentlichung von Makrodaten beeinflusst. Institutionelle Investoren reduzieren im Allgemeinen Short-Positionen, bevor sie die neuesten Inflationsprognosen prüfen. Sollte der Inflationsbericht der Zentralbank ein Nachlassen der Kostenverlagerung vom Unternehmenssektor auf die Verbraucherseite zeigen, könnte sich der Abwärtsspielraum für längerfristige Renditen weiter öffnen.
Schnelle Abkühlung der Zinserhöhungserwartungen
Die Preisänderungen im Zinsderivatemarkt sind der zentrale Hinweis für den aktuellen Handel mit japanischen Anleihen. Die von den TIBOR-Zins-Swaps in Tokio angezeigte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ist von 60 % drastisch auf 18 % gesunken und zeigt, dass die Erwartungen über den Pfad zur Normalisierung der Geldpolitik der Bank of Japan eine Phase der Anpassung durchlaufen. Seitdem die Zentralbank im Dezember letzten Jahres den Zinssatz auf 0,75 % erhöht hatte, tendierte der Markt zu einem kontinuierlich straffer werdenden makroökonomischen Narrativ. Jedoch erfordern die gestiegenen Energiekosten des Imports von den Geldbehörden eine umfassendere Datenbewertung der wirtschaftlichen Nachfrage. Die Einschätzungen der Strategen von SMBC Nikko Securities deuten darauf hin, dass die Verschiebung der Zinserhöhung im April zum gängigen Basisszenario der Institute geworden ist.
Politische Überlegungen zu negativen Angebotschocks
Die Verschärfung der geopolitischen Lage im Nahen Osten beeinflusst über die Rohstoffpreiswege direkt die Preise in Japan und führt zu einem negativen Angebotschock. Diese durch externe Kosten getriebenen Preiserhöhungen unterscheiden sich fundamental von dem durch inländische Nachfrage und Lohnwachstum getriebenen positiven Inflationszyklus, den die Zentralbank anstrebt. Bei der Bewältigung kostengetriebener Inflation steht die Geldpolitik oft vor Herausforderungen. Eine erzwungene Zinserhöhung könnte in diesem Fall die schwache Konsumerholung weiter beeinträchtigen. Der demnächst erscheinende vierteljährliche Inflationsprognosebericht wird daher zum entscheidenden Anker für die Einschätzung, ob sich das mittelfristige Inflationsniveau substantiell verändert hat. Seine Daten werden direkt den Zeitpunkt des nächsten Zinserhöhungsfensters bestimmen.