Eine potenzielle Blockade der Straße von Hormus breitet sich rasch von den Energiemärkten in die landwirtschaftlichen Lieferketten aus. Die Bank of America weist in ihrem aktuellen Bericht darauf hin, dass die Unterbrechung einer Schlüsselpassage eine systemische Preisverbindung "Erdgas–Dünger–Lebensmittel" auslöst.
In der Angebotsstruktur entfallen etwa 30% bis 35% der weltweiten Harnstoffexporte und etwa 20% bis 30% der Ammoniakexporte auf die Golfregion, und etwa 30% des weltweiten Düngemittelhandels sind auf diesen Schifffahrtsweg angewiesen. Wird der Transport behindert, wird das Angebot an landwirtschaftlichen Betriebsmitteln weltweit direkt beeinträchtigt.
Der aktuelle Schockpfad zeichnet sich bereits allmählich ab:
Erste Phase: Die Energiepreise steigen sprunghaft an, Brent-Rohöl erreicht zeitweise 115–120 USD pro Barrel
Zweite Phase: Die Düngemittelkosten steigen, Harnstoffpreise erhöhen sich um 30%–40%
Dritte Phase: Landwirtschaftliche Produktion wird eingeschränkt, das Risiko potenzieller Ernteausfälle nimmt zu
Auf der Nachfrageseite treibt der Anstieg der Energiepreise auch die Nachfrage nach Biokraftstoffen in die Höhe, was die Getreideversorgung weiter verknappen könnte.
Aus Sicht der einzelnen Sorten ist Mais am stärksten betroffen. Aufgrund seiner hohen Abhängigkeit von Stickstoffdünger könnten die Preise um 20% bis 30% steigen; Weizen als alternatives Getreide wird voraussichtlich um 15% bis 20% zulegen.
Gleichzeitig werden höhere Futtermittelkosten nachgelagert weitergegeben und treiben die Preise für Fleisch und andere Proteine nach oben. Zum Beispiel machen Futtermittelkosten bei der Hühnerproduktion in Brasilien etwa 65% der Gesamtkosten aus, was voraussichtlich zu einem Anstieg der Kosten um 6% bis 7,8% führen wird.