Das G7-Außenministertreffen wurde am Donnerstag in Paris offiziell eröffnet, wobei die Widersprüche zwischen den europäischen Verbündeten und der US-Regierung unter Trump hinsichtlich des Krieges gegen den Iran offen zutage traten. Laut der neuesten Einschätzung des französischen Finanzministers sind 30% bis 40% der Raffineriekapazitäten im Persischen Golf durch den Konflikt zerstört worden. Gleichzeitig bestätigte der Energieminister von Katar, dass 17% der gesamten Erdgasproduktion zerstört wurden und eine vollständige Wiederherstellung der Kapazitäten voraussichtlich drei Jahre dauern wird. Dieses erhebliche Energieversorgungsdefizit zwingt die europäischen Länder dazu, die strategischen Koordinationskosten mit den USA neu zu bewerten.
Politischer Hintergrund
Der deutsche Verteidigungsminister Pistorius hielt während seines Australientreffens eine scharf formulierte Rede und erklärte, dass dieser Krieg eine Katastrophe für die Weltwirtschaft sei und betonte, dass Europa keine Beratung erhalten habe, bevor die USA Maßnahmen ergriffen. Obwohl der US-Außenminister Rubio am Freitag beim Treffen eintreffen soll, sind die Differenzen zwischen den USA und Europa über die Definition des Konflikts kaum zu verbergen. Der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kallas, stellte klar, dass dies kein von Europa geführter Krieg sei, und dieses Gefühl der Entfremdung schwächt den Versuch der Trump-Regierung, ein militärisches Bündnis zu schmieden.
Marktreaktion
Die irreversible Schädigung der Energieinfrastruktur hat die globalen Inflationserwartungen direkt nach oben getrieben. Der Markt beobachtet derzeit das von den USA durch Vermittler gemachte Friedensangebot mit Vorsicht, insbesondere nachdem der iranische Außenminister Araghchi ausdrücklich direkte Verhandlungen abgelehnt hat. Aufgrund des von Iran vorgelegten Fünf-Punkte-Gegenplans zur Kontrolle der Straße von Hormus und dem stetigen Truppenaufbau der USA im Nahen Osten gehen Energiehändler allgemein davon aus, dass selbst bei einem kurzfristigen Waffenstillstand die starken Schäden an Raffinerien und LNG-Anlagen in den kommenden Jahren einen physischen Versorgungsengpass weiterhin auf hohem Niveau unterstützen werden.
Version Zwei — Branchenmedienstil
Das in Paris stattfindende G7-Außenministertreffen wird zu einer Schau der globalen Energiesicherheitsrisiken. Da fast 40% der Raffineriekapazitäten im Persischen Golf verloren gegangen sind, steht der globale Markt für raffinierte Produkte vor dem größten strukturellen Mangel seit den 1970er Jahren. Der Bericht des katarischen Energieministeriums über die Zerstörung von 17% der Kapazitäten verstärkt die Panik auf dem LNG-Markt weiter, was bedeutet, dass Europa nach dem Verlust von russischem Pipeline-Gas einem dreijährigen Reparaturzeitraum der Haupt-Alternativversorgung gegenübersteht.
Branchenauswirkung
Die Anfälligkeit der Energieversorgungskette wird zunehmend zum politischen Spielball. Der von Iran über staatliche Medien verbreitete Fünf-Punkte-Plan zielt auf die absolute Kontrolle über die Straße von Hormus ab, was eine direkte Herausforderung des Prinzips der internationalen Schifffahrtsfreiheit darstellt. Obwohl NATO-Generalsekretär Rutte erklärte, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus sicherstellen zu wollen, fehlt dieser möglicherweise eskalierenden militärischen Konfrontation derzeit die breite Unterstützung innerhalb Europas. Für See- und Versicherungsunternehmen sowie für Raffinerien bedeutet die anhaltende Instabilität im Nahen Osten, dass Risikoaufschläge und Umleitungskosten zu neuen Normen der Branche werden.
Investitionsausblick
Investoren beobachten gespannt Rubios Schlussrede am Freitag beim Gipfel auf der Suche nach dem realen Gewicht, das die US-Regierung zwischen Sanktionen und diplomatischen Lösungen sieht. Der iranische Parlamentspräsident warnte davor, dass feindliche Mächte versuchen, iranische Inseln zu besetzen, wodurch geopolitische Prämien tief in die Preisbildungsmodelle für Rohstoffe eingebettet werden. Bei einem Reparaturzeitraum von drei Jahren für Raffinerien und Gasfelder ändert sich die Logik der Kapitalausgaben im Energiesektor. Analysten glauben, dass die Diversifizierung der globalen Energierechnungen und die Erkundung nicht-dollargebundener Bezahlungssysteme die tiefgreifendsten sekundären Effekte für das globale Finanzsystem durch diesen Krieg darstellen werden.