Ein für die Berichterstattung eingesetzter Hubschrauber ist am Dienstagabend in Los Angeles abgestürzt. Drei Menschen kamen ums Leben, zwei weitere wurden ins Krankenhaus gebracht. Das National Transportation Safety Board (NTSB) veröffentlichte später Aufnahmen vom Unglücksort, auf denen das ausgebrannte Luftfahrzeug und in der Nähe stehende Lagercontainer zu sehen sind. Die Ursache ist weiterhin ungeklärt. Nach Angaben der Ermittler könnte der Abschlussbericht bis zu 18 Monate auf sich warten lassen.
NBC-Hubschrauber berichtete über Busunfall
Bei dem Hubschrauber handelte es sich um den NewsChopper4 von NBC Los Angeles, der auch Luftbilder für den spanischsprachigen Sender Telemundo 52 liefert. Zum Zeitpunkt des Absturzes flog die Maschine über dem Stadtteil Chatsworth und berichtete über einen Busunfall, bei dem zwei Menschen ums Leben gekommen waren. Weitere Nachrichtenhubschrauber kreisten ebenfalls über dem Unglücksort.
Der Fahrer des Busses beziehungsweise des an dem Unfall beteiligten Fahrzeugs wurde später wegen des Verdachts auf Mord festgenommen. NewsChopper4 stürzte während des Einsatzes in einem Industriegebiet rund 600 Meter nordöstlich der Unfallstelle ab. Fernsehsender in Los Angeles setzen regelmäßig Hubschrauber für Live-Bilder von Verfolgungsjagden, Waldbränden, Verkehrsunfällen, Protesten und starkem Feiertagsverkehr ein. Die Luftberichterstattung ist damit ein fester Bestandteil des lokalen Nachrichtengeschäfts.
Opfer des Absturzes identifiziert
Zu den Todesopfern gehören die NBC-Fotografin Eliana Moreno und der Pilot George Marciniw. Das dritte Opfer war der 29-jährige Fußgänger Edy Gutierrez Mejia. Das Büro des Gerichtsmediziners bestätigte seine Identität. NBC teilte mit, Mejia sei guatemaltekischer Staatsangehöriger gewesen und erst in dieser Woche nach Los Angeles gekommen.
Marciniw galt als erfahrener Pilot. In der Dienstagsausgabe bestätigte NBC4, dass der abgestürzte Hubschrauber dem Sender gehörte. Die langjährige Moderatorin Colleen Williams zeigte sich während der Berichterstattung sichtbar bewegt. Moreno und Marciniw waren zuvor gemeinsam vor dem Hubschrauber fotografiert worden.
NTSB prüft Video aus den Sekunden vor dem Absturz
Die Untersuchung wird vom NTSB geleitet. Ermittler sicherten am Mittwoch Daten am Unglücksort. Das Wrack soll anschließend in eine gesicherte Einrichtung gebracht werden, damit der Hubschrauber und weitere Beweismittel genauer untersucht werden können.
Fabian Salazar, der für den Fall zuständige NTSB-Ermittler, sagte, die Behörde rechne innerhalb von 30 Tagen mit einem vorläufigen Bericht. Die Ermittlung der Absturzursache könne jedoch bis zu 18 Monate dauern. Ein in sozialen Medien verbreitetes Video, das offenbar die Sicht des Piloten in den Sekunden vor dem Absturz zeigt, könnte laut Salazar „das wichtigste verfügbare Beweismittel“ sein.
Die Behörden haben bislang keine Schlussfolgerungen zu einem möglichen technischen Defekt, den Wetterbedingungen, dem Flugbetrieb oder den Umständen im Luftverkehr gezogen. Die Untersuchung konzentriert sich weiter auf das Wrack, die am Unglücksort gesicherten Daten und das vor dem Absturz aufgezeichnete Video. Ob vermeidbare Faktoren zu dem Unfall beigetragen haben, soll erst aus den späteren Feststellungen des NTSB hervorgehen.