Generac Holdings hat am Mittwoch eine langfristige Liefervereinbarung mit Amazon bekannt gegeben. Der US-Konzern soll Notstromaggregate für Amazons Rechenzentren liefern. Die ersten für 2027 und 2028 geplanten Lieferungen haben einen Wert von rund 2,4 Mrd. Dollar. Werden spätere Vereinbarungen abgeschlossen, könnte das Gesamtvolumen bis zu 8 Mrd. Dollar erreichen. Die Generac-Aktie legte im nachbörslichen Handel um 33 % zu. Damit rückt das Geschäft des Unternehmens mit der Strominfrastruktur für Rechenzentren erneut in den Fokus.
Erste Lieferungen im Wert von 2,4 Mrd. Dollar
Im Rahmen der Vereinbarung liefert Generac speziell für Amazons Rechenzentren ausgelegte Notstromaggregate. Die ersten Lieferungen sind für 2027 und 2028 vorgesehen und haben zusammen einen Wert von etwa 2,4 Mrd. Dollar. Das potenzielle Gesamtvolumen kann nach Unternehmensangaben bis zu 8 Mrd. Dollar betragen. Die endgültige Summe hängt jedoch von weiteren Liefer- und Zahlungsvereinbarungen ab. Der genannte Betrag entspricht daher derzeit nicht vollständig bestätigten Umsatzerlösen.
Amazon erhält im Zuge der Vereinbarung zudem Optionsscheine zum Kauf von Generac-Aktien. Sie beziehen sich auf bis zu 1,69 Millionen Generac-Aktien zu einem Ausübungspreis von 200,93 Dollar je Aktie. Optionsscheine für 307.954 Aktien können sofort ausgeübt werden. Die Rechte zum Erwerb der übrigen Aktien werden schrittweise unverfallbar, sobald Amazon die Aggregate bezahlt.
Rechenzentren erhöhen Nachfrage nach Notstromtechnik
Rechenzentren müssen rund um die Uhr betrieben werden und reagieren empfindlich auf Unterbrechungen der Stromversorgung. Mit der zunehmenden Verbreitung von Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz wächst der Bedarf an Rechenkapazitäten. Eine zuverlässige Stromversorgung und Notstromtechnik gehören deshalb zu den zentralen Komponenten beim Bau neuer Rechenzentren. Begrenzte Netzkapazitäten lenken zusätzlich Aufmerksamkeit auf Bestellungen von Generatoren und verwandter Ausrüstung.
Generac war traditionell vor allem auf Generatoren für private und gewerbliche Kunden ausgerichtet. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen sein Geschäft auf Anwendungen mit höherem Strombedarf ausgeweitet, darunter Rechenzentren. Die Größenordnung der Amazon-Vereinbarung deutet darauf hin, dass große Cloud-Anbieter künftig einen größeren Anteil am Geschäftsmix von Generac ausmachen könnten. Wann die Aufträge verbucht werden und welchen Beitrag sie letztlich zum Gewinn leisten, hängt von weiteren Unternehmensangaben ab.
Generac-Aktie dreht nach Bekanntgabe deutlich nach oben
Die Generac-Aktie gewann nach dem Börsenschluss am Mittwoch 33 %. Damit bewegte sie sich wieder in Richtung ihrer wichtigen gleitenden Durchschnitte und näher an ein 52-Wochen-Hoch. Im regulären Handel war der Kurs zuvor auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten gefallen, bevor er nach Bekanntgabe der Vereinbarung deutlich drehte.
Die Amazon-Aktie lag nachbörslich leicht im Plus. Im regulären Handel am Mittwoch hatte sie rund 1 % verloren und auf dem niedrigsten Schlusskurs seit Ende Juli geschlossen. Für Amazon verbindet die Vereinbarung das Unternehmen über die Optionsscheine mit einem langfristigen Lieferprogramm eines Anbieters von Notstromtechnik. Bei Generac richtet sich der Blick darauf, ob die Aufträge für Rechenzentren in anhaltende Umsätze und zusätzlichen Kapazitätsbedarf münden.