Die Kraken-Mutter Payward plant, US-Kunden On-Chain-Perpetual-Kontrakte anzubieten. Die ersten Märkte sollen im Rahmen von Hyperliquids HIP-3-Modell entstehen. Voraussetzung ist die regulatorische Genehmigung. Damit könnten US-Trader Zugang zu mit Hyperliquid verbundenen Derivaten über eine regulierte Struktur erhalten.
HIP-3 ermöglicht es Entwicklern, lizenzierte Märkte aufzusetzen, und ist das erste Marktmodell dieser Art von Hyperliquid. Nach Paywards Plänen soll das von der CFTC regulierte Clearinghaus Bitnomial den Aufbau und das Clearing der neuen Märkte übernehmen. Der registrierte Futures Commission Merchant NinjaTrader Clearing soll Kundenkonten eröffnen und an die Handelsinfrastruktur anbinden.
Payward hatte Bitnomial im April des vergangenen Jahres für 550 Mio. US-Dollar übernommen. Damit verfügt die Kraken-Mutter bereits über eine bestehende, CFTC-regulierte Infrastruktur für das geplante Angebot.
Hyperliquid mit mehr als 200 Milliarden Dollar Monatsvolumen
Hyperliquid wickelte in den vergangenen 30 Tagen ein Handelsvolumen von mehr als 200 Mrd. US-Dollar ab und zählt damit zu den aktivsten Handelsplätzen für On-Chain-Derivate. Für US-Trader hat die Plattform ihre Dienste bislang jedoch nicht offiziell geöffnet.
Auf Hyperliquid sind bereits mehrere von Entwicklern aufgesetzte Märkte aktiv. Einer dieser Märkte steht für 98 % des Open Interest der Plattform. Keiner der betreffenden Handelsplätze ist in den USA jedoch als Börse oder Clearinghaus registriert.
Payward will diese Lücke über die Handels- und Clearingstruktur von Bitnomial schließen. US-Kunden sollen nicht direkt mit einer unregistrierten On-Chain-Derivateplattform verbunden werden. Stattdessen würden Marktaufbau, Clearing und der Kundenzugang bei regulierten Unternehmen liegen. Nach Angaben von Payward knüpft der Plan an frühere Bemühungen an, Produkte mit Bezug zu Hyperliquid in den US-Markt zu bringen.
Payward bietet US-Kunden bereits eigene Krypto-Perpetual-Kontrakte über dieselbe Clearingstruktur an. Co-CEO Arjun Sethi erklärte, das Unternehmen wolle der erste Teilnehmer sein, der die maßgebliche Infrastruktur kontrolliert und zugleich die damit verbundenen regulatorischen Pflichten übernimmt.
Starttermin hängt von der Prüfung durch die Aufsicht ab
Der Plan benötigt weiterhin eine regulatorische Genehmigung. Einen Starttermin hat Payward nicht genannt. Wie schnell ein Angebot in den USA eingeführt werden könnte, hängt davon ab, ob die von Bitnomial vorgeschlagene Struktur die Anforderungen der Aufsichtsbehörden an Handel, Clearing, Kundenschutz und den Marktbetrieb erfüllt.
Die Prüfung fällt in eine Phase, in der die Compliance von Hyperliquid zusätzlichen Fragen ausgesetzt ist. Aktivitäten von Wallets mit Verbindungen zu Nordkorea führten zuletzt zu Diskussionen über die Transaktionsüberwachung und die Compliance-Kontrollen der Plattform. Payward hat die Aufgaben von Börse, Clearinghaus und Anbieter des Kundenzugangs beschrieben. Offen ist jedoch, ob die Aufsichtsbehörden die Struktur genehmigen und welche Produkte und Kundengruppen letztlich teilnehmen dürften.
Für Marktteilnehmer geht es daher nicht nur um einen weiteren Zugang zu einem Handelsplatz. Entscheidend ist, ob On-Chain-Perpetuals über eine in den USA registrierte Börse und ein reguliertes Clearinghaus in einen aufsichtsrechtlichen Kundenrahmen integriert werden können. Maßgeblich dafür sind das Genehmigungsverfahren, die konkrete Produktgestaltung und die regulatorischen Pflichten, die Bitnomial übertragen werden.