- Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum erholten sich am Dienstag weitgehend, wobei der südkoreanische KOSPI und der japanische Nikkei 225 nach einer deutlichen Korrektur in der Vorperiode Schnäppchenjäger anzogen. Gleichzeitig sorgte ein vorübergehender Waffenstillstand zwischen Israel und Iran für eine Beruhigung der Marktstimmung.
- Ein starker US-Arbeitsmarktbericht für Mai führte zu einer Neubewertung der globalen Straffungserwartungen. Der Geldmarkt hat das Risiko einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) eingepreist, wobei die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen im hohen Bereich von 4,170 % bleibt, was zu einem allgemeinen Druck auf festverzinsliche Anlagen führt.
- Das Wachstum von Chinas Importen und Exporten im Mai übertraf die Erwartungen deutlich, mit einem Anstieg der Exporte um 19,4 % und der Importe um 27,4 % im Jahresvergleich. Dies zeigt die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette bei der Erschließung neuer Märkte, während sich der Fokus im Technologiesektor auf den bevorstehenden Finanzbericht von Oracle (ORCL:US) und den kürzlich eingereichten Börsengang (IPO) von OpenAI richtet.
Asiatisch-pazifische Aktien ziehen Schnäppchenjäger an
Nach einer starken Bewertungsanpassung in der Vorperiode zeigten die wichtigsten Aktienindizes im asiatisch-pazifischen Raum am Dienstag eine technische Erholung. Der südkoreanische KOSPI stieg um 3,4 % und machte damit den über 8 % Verlust des Vortages aufgrund hoher Privatanlegerbestände und Bewertungsdrucks teilweise wett. Analysten von Bank of America (BofA) wiesen darauf hin, dass fast die Hälfte der globalen Aktienmärkte überkauft ist, wobei die Anzeichen in den Märkten von Korea und Taiwan am deutlichsten sind. Der japanische Nikkei 225 erholte sich nach einem Rückgang von 3,9 % am Vortag um 0,9 %. Obwohl der Gesamtindex durch die Erholung von Kernsektoren wie Halbleitern anstieg, warnen Marktanalysten, dass viele Aktien im S&P 500 Index weiterhin schwach sind, was darauf hindeutet, dass die Grundlage der aktuellen Markterholung relativ schmal ist. Die wichtigsten europäischen Aktienindex-Futures blieben während der asiatischen Sitzung ebenfalls leicht angepasst.
Straffungserwartungen belasten festverzinsliche Anlagen
Die Erwartung einer globalen Anpassung der makroökonomischen Politik in Richtung Straffung setzt sich im Anleihemarkt beschleunigt durch. Die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten für Mai, zusammen mit steigenden Energiekosten, die potenziellen Druck auf die Inflation ausüben, veranlassen Investoren, einen höheren Zinspfad einzupreisen. Der Terminmarkt für Zinssätze zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed im Oktober auf etwa 60 % gestiegen ist, während eine Erhöhung um 25 Basispunkte im Dezember fast vollständig eingepreist ist. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen bleibt stabil bei 4,170 %, nachdem sie zuvor ein neues Hoch von 4,201 % erreicht hatte. Gleichzeitig hat der Markt die Erwartung einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 25 Basispunkte auf 2,25 % bei der Sitzung in dieser Woche vollständig eingepreist, wobei der Endzinssatz bis Ende des Jahres möglicherweise weiter auf 2,5 % oder 2,75 % steigen könnte. Weltweit liegt die Inflationsrate in 46 Zentralbanken weiterhin über ihrem festgelegten Ziel.
Handelsdaten übertreffen Erwartungen und Technologiewerte im Fokus
Die neuesten Handelsdaten Chinas für Mai übertrafen die Markterwartungen, wobei die Exporte um 19,4 % und die Importe um 27,4 % im Jahresvergleich stark anstiegen. Diese starken Daten zeigen, dass die chinesische Außenhandelskette trotz moderater Binnennachfrage strukturelle Anpassungsfähigkeit bei der Bewältigung externer Zollbarrieren aufweist. Im Technologiesektor stellte Apple (AAPL:US) auf seiner jährlichen Worldwide Developers Conference (WWDC) ein Upgrade für Siri vor, doch die Aktienkurse reagierten darauf nicht signifikant. Gleichzeitig hat das KI-Startup OpenAI heimlich einen IPO-Antrag in den USA eingereicht, was zusammen mit dem Konkurrenten Anthropic die Eigenkapitalfinanzierung im KI-Bereich anheizt. Die nächste Bewertungsprüfung für Technologiewerte wird vom neuesten Finanzbericht von Oracle (ORCL:US) am Mittwoch abhängen.
Wechselkursschwankungen und Rohstoffpreise auf hohem Niveau
Unterstützt durch die potenziellen Zinserhöhungserwartungen der Fed zeigt sich der US-Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen stark. Der USDJPY-Wechselkurs bleibt nahe 160,17, nur einen Schritt entfernt vom vorherigen Hoch von 160,725. Da die japanischen Behörden möglicherweise bei einem Durchbruch der Wechselkursgrenze intervenieren, bleibt die Anlegerstimmung insgesamt vorsichtig. Der EURUSD bleibt bei etwa 1,1538, nahe einem Neunwochentief. Auf dem Rohstoffmarkt zeigen sich aufgrund von Anzeichen einer teilweisen Entspannung der geopolitischen Lage moderate Rückgänge, obwohl die Beschränkungen in der Straße von Hormus nicht vollständig aufgehoben wurden. Die Brent-Rohöl-Futures fielen um 0,7 % auf 93,57 USD pro Barrel, während die WTI-Rohöl-Futures auf 90,62 USD pro Barrel sanken. Der Spotpreis für Gold blieb stabil bei 4.334 USD pro Unze, nachdem er zuvor ein Zweimonatstief erreicht hatte. Sollten die Kerninflationsdaten in Zukunft weiter steigen, könnten die Bewertungsmodelle für Rohstoffe und große Anlageklassen einer weiteren Neubewertung unterzogen werden.