Die mit Coinbase verknüpften Aktien-Token auf Base haben ein kumuliertes Handelsvolumen von mehr als 1 Mrd. US-Dollar erreicht. Ein Test am 23. September zeigte jedoch, dass historisches Volumen und tatsächlich verfügbare Liquidität nicht gleichzusetzen sind. Vor der Öffnung der US-Aktienmärkte stellten alle zehn Coinbase-Aktien-Token auf Base indikative An- und Verkaufskurse für Orders von rund 100.000 US-Dollar. Dabei handelte es sich um Router-Schätzungen zu einem bestimmten Zeitpunkt, nicht um ausgeführte Transaktionen. Die Kurse zeigten außerdem weder, wie viel Bestand der Markt aufnehmen könnte, noch wie weit die Preise bei gleichzeitigen Verkäufen mehrerer Halter nachgeben würden.
100.000-Dollar-Orders zeigen Slippage, aber keine Markttiefe
Während des Tests stellte KyberSwap für alle zehn Token Kauf- und Verkaufsrouten bereit. Nach den eigenen Dollarbewertungen von KyberSwap lag der Erlös aus dem Verkauf von jeweils rund 100.000 US-Dollar eines Tokens 0,06 bis 0,71 Prozent unter dem geschätzten Wert der verkauften Vermögenswerte. Bei AAPLc betrug die Abweichung 0,06 Prozent, bei GOOGLc 0,10 Prozent sowie bei NVDAc und METAc jeweils 0,13 Prozent. Die größten Verkaufsabweichungen entfielen auf MSTRc mit 0,71 Prozent und SNDKc mit 0,61 Prozent.
Bei den entsprechenden Kaufkursen reichte die Abweichung von 0,09 bis 0,76 Prozent. MSTRc lag mit 0,76 Prozent an der Spitze, gefolgt von SNDKc mit 0,69 Prozent, TSLAc mit 0,51 Prozent und AAPLc mit 0,10 Prozent. Diese Werte beschreiben die Schätzung von KyberSwap für eine einzelne Order zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie stellen weder den Abstand zwischen den Token und den entsprechenden Aktien an der New York Stock Exchange oder der Nasdaq dar, noch belegen sie eine ausgeführte Transaktion. Einige Routen greifen auf mehrere Liquiditätsquellen zurück. Der angezeigte Betrag kann daher die Kapazität eines einzelnen Aerodrome-Pools übersteigen.
Bei einer Reduzierung der Ordergröße auf rund 10.000 US-Dollar verringerte sich die Verkaufsabweichung auf etwa 0,01 bis 0,12 Prozent. Mit steigender Ordergröße auf 100.000 US-Dollar nahm die Slippage bei den meisten Token zu. Während des Tests wurden keine Trades eingereicht; Netzwerkgebühren blieben unberücksichtigt. Die KyberSwap-Oberfläche erfordert zudem einen separaten Schritt zur Erstellung einer Transaktion. Die Ergebnisse sind damit eher als Ausführbarkeitsprüfung denn als Aufzeichnung abgeschlossener Geschäfte zu verstehen.
Aerodrome-Pools enthalten zusammen 12,97 Mio. Dollar
Zum Zeitpunkt des Tests wiesen die zehn relevanten Aerodrome-Pools für Aktien-Token und USDC zusammen Guthaben von rund 12,97 Mio. US-Dollar aus. Die Größe der einzelnen Pools reichte von etwa 818.700 US-Dollar bei MSFTc bis rund 2,11 Mio. US-Dollar bei NVDAc. Die übrigen Pools umfassten rund 1,50 Mio. US-Dollar bei AAPLc, 1,66 Mio. bei GOOGLc, 2,10 Mio. bei METAc, 1,03 Mio. bei AMZNc, 862.000 bei TSLAc, 940.300 bei MSTRc, 952.600 bei SNDKc und 1 Mio. bei SPCXc.
Diese Beträge umfassen jeweils beide im Pool gehaltenen Vermögenswerte: den Aktien-Token und USDC. Sie zeigen jedoch nicht, wie viel Kapital innerhalb einer bestimmten Preisspanne tatsächlich Verkaufsorders aufnehmen kann oder wie viel Liquidität nach einem Preisrückgang verbleibt. Das aggregierte Guthaben von 12,97 Mio. US-Dollar kann daher nicht als unmittelbar verfügbarer Betrag für Verkäufer betrachtet werden, die ihre Positionen schließen wollen.
Das Aktien-Token-Dashboard von Dromos Kitchen wies am 23. September ein kumuliertes Handelsvolumen von rund 1,02 Mrd. US-Dollar und einen gemeinsamen Token-Wert von etwa 19,82 Mio. US-Dollar aus. Das von der Community gepflegte Dashboard wies darauf hin, dass seine Daten möglicherweise unvollständig sind. Das kumulierte Volumen ist die Summe vergangener Transaktionen. Es bedeutet nicht, dass derzeit eine Kaufnachfrage von 1 Mrd. US-Dollar bereitsteht, um eine größere Verkaufsorder aufzunehmen.
AERO-Anreize beeinflussen das Verhalten der Liquiditätsanbieter
Aerodrome nutzt AERO-Ausschüttungen, um Anbieter zu incentivieren, die ihre Liquiditätspositionen staken. Nach den geltenden Regeln erhalten Anbieter, die ihre Pool-Positionen für AERO-Ausschüttungen hinterlegen, die Handelsgebühren nicht mehr direkt. Diese Gebühren fließen stattdessen an die Voter, die über die Verteilung der Ausschüttungen entscheiden. Gebühreneinnahmen aus dem Pool und AERO-Anreize sind damit getrennte Wertquellen. Auch die angezeigten Guthaben können sich ändern, wenn sich die Anreizstruktur verschiebt.
Zum Start der Token im August erklärte Beefy, Coinbase stelle über Merkl in einem Zwei-Wochen-Zyklus USDC-Anreize bereit. Beefy ergänzte diese Anreize um weitere Ausschüttungen zusätzlich zu den Aerodrome-Emissionen. Die Regelungen zeigen, wie in der Startphase Liquidität gewonnen wurde, belegen aber nicht die aktuelle Rendite der einzelnen Aktien-Token-Pools. Werden Anreize gekürzt, ändern sich die Abstimmungsergebnisse oder verlagern Liquiditätsanbieter ihr Kapital, verhindert das frühere Handelsvolumen keinen Rückgang der sofort verfügbaren Liquidität.
Der On-Chain-Handel läuft auch außerhalb der US-Börsenzeiten
Nach Angaben von Base sind die Coinbase-Aktien-Token durch die entsprechenden Aktien gedeckt, die von regulierten Verwahrstellen gehalten werden. Sie stehen ausschließlich berechtigten Nutzern in Ländern außerhalb der USA zur Verfügung. Die Entwicklerdokumentation von Base sieht vor, dass der Sekundärmarkthandel unter Bedingungen zur Kontrolle der beteiligten Adressen ermöglicht werden kann. Die primäre Ausgabe und Rücknahme der zugrunde liegenden Aktien bleibt dagegen auf autorisierte Teilnehmer beschränkt.
Diese Struktur ermöglicht den Handel mit den Token auch außerhalb der regulären Handelszeiten an den US-Aktienbörsen. Laut Base-Dokumentation hält der von Chainlink gelieferte Aktienkurs während geschlossener US-Märkte den zuletzt beobachteten Wert. Der On-Chain-Handel kann unterdessen weiterlaufen. Wer außerhalb der Börsenzeiten verkauft, handelt damit in einem Token-Markt, dessen Kurse sich weiter verändern können, während der Referenzpreis der zugrunde liegenden Aktie unverändert bleibt. Da Ausgabe und Rücknahme von autorisierten Teilnehmern kontrolliert werden, müssen gewöhnliche Liquiditätsanbieter im Sekundärmarkt zunächst die laufende Preisfindung übernehmen.
Der Test vom 23. September zeigte, dass für Orders über 100.000 US-Dollar weiterhin indikative Kurse verfügbar waren, obwohl einige Pools vergleichsweise geringe Guthaben auswiesen. Änderungen bei der AERO-Verteilung, beim Kapital der Liquiditätsanbieter oder bei Nachrichten zu den zugrunde liegenden Aktien können ausführbare Kurse jedoch kurzfristig verändern, während der Referenzkurs unverändert bleibt. Für die Halter sind kumuliertes Volumen, das gesamte Pool-Guthaben und der Kurs für eine einzelne Order daher drei getrennte Kennzahlen der Marktliquidität.