Micron Technology (MU) gehört in diesem Jahr zu den stärkeren Aktien am Markt und wurde am 22. September von Investor’s Business Daily zur Aktie des Tages gekürt. Für Anleger, die sich bei dem hoch bewerteten Titel bullish positionieren wollen, stellt sich nicht nur die Frage nach dem möglichen weiteren Kursanstieg. Entscheidend ist auch, wie sich der maximale Verlust eines einzelnen Optionsgeschäfts begrenzen lässt. Ein Bull-Call-Spread schafft hier eine klarere Risikogrenze, begrenzt im Gegenzug aber auch den möglichen Gewinn.
Der Call-Spread bei 1.080 und 1.090 US-Dollar
Ein Bull-Call-Spread kombiniert üblicherweise zwei Calls mit demselben Verfallsdatum. Der Anleger kauft einen Call mit niedrigerem Basispreis und verkauft gleichzeitig einen Call mit höherem, weiter aus dem Geld liegendem Basispreis. Der Verkauf des zweiten Calls senkt die anfänglichen Kosten. Steigt die Aktie jedoch deutlich über den oberen Basispreis hinaus, ist die Auszahlung nach oben begrenzt.
Zu den im Artikel genannten Kursen wurde der Micron-Call mit Basispreis 1.080 US-Dollar und Verfall am 16. Oktober 2026 mit etwa 68,75 US-Dollar notiert. Der Call mit Basispreis 1.090 US-Dollar und demselben Verfallsdatum lag bei rund 64,50 US-Dollar. Der Kauf des 1.080er-Calls und der Verkauf des 1.090er-Calls ergeben damit eine Nettobelastung von 4,25 US-Dollar. Da ein Optionskontrakt 100 Aktien umfasst, belaufen sich die Kosten der Position auf etwa 425 US-Dollar.
Der Abstand zwischen den beiden Basispreisen beträgt 10 US-Dollar. Nach Abzug der gezahlten Prämie von 4,25 US-Dollar liegt der theoretische Maximalgewinn bei 5,75 US-Dollar je Aktie beziehungsweise 575 US-Dollar je Kontrakt. Der Break-even-Kurs ergibt sich aus dem niedrigeren Basispreis zuzüglich der Nettoprämie und liegt bei 1.084,25 US-Dollar. Provisionen, weitere Transaktionskosten sowie mögliche Abweichungen zwischen angezeigten und tatsächlich ausgeführten Kursen sind in diesen Berechnungen nicht berücksichtigt.
Verlust bei rund 425, Gewinn bei rund 575 US-Dollar gedeckelt
Der maximale Verlust und der maximale theoretische Gewinn stehen beim Eröffnen der Position fest. Schließt Micron am 16. Oktober unter 1.080 US-Dollar, könnte der gekaufte Call wertlos verfallen. Der Verlust läge dann ungefähr bei der gezahlten Prämie von 425 US-Dollar. Schließt die Aktie oberhalb von 1.090 US-Dollar, steigt der Wert des Spreads in der Regel nicht weiter mit dem Aktienkurs. Der theoretische Maximalgewinn bleibt damit auf etwa 575 US-Dollar begrenzt.
Die Ausführungskurse können das Ergebnis dennoch deutlich beeinflussen. Da die Micron-Aktie auf einem hohen Kursniveau handelt, kann die Geld-Brief-Spanne ihrer Optionen vergleichsweise weit sein. Ein Anleger muss daher nicht zwingend zum angezeigten Mittelkurs ausgeführt werden. Tatsächliche Einstiegskosten, Break-even-Niveau und Endergebnis können deshalb von dem Beispiel abweichen.
Im Artikel werden außerdem Microns 21-Tage-Durchschnitt bei etwa 990 US-Dollar sowie ein Rückgang des Spread-Werts von 425 auf 220 US-Dollar als Marken genannt, an denen die Position neu bewertet werden könnte. Wird die Position geschlossen, nachdem der Spread rund die Hälfte seines Werts verloren hat, würde dies einen Verlust festschreiben, könnte aber einen weiteren Wertverfall begrenzen. Diese Marke beschreibt eine mögliche Risikoschwelle und ist keine Aussage darüber, dass Micron oder der Options-Spread diesen Verlauf tatsächlich nehmen werden.
IBD-Ratings und Nachfrage nach Speicherchips
Micron erhielt von IBD eine Gesamtbewertung von 96 von 99 Punkten, ein EPS-Rating von 86 sowie ein Relative-Strength-Rating von 84. Innerhalb der von IBD Stock Checkup erfassten Branche für Computerhardware und Peripheriegeräte belegte Micron den vierten Platz. Die Branche selbst lag unter den 142 von IBD beobachteten Industrien auf Rang zwei.
Micron zählt zu den großen Speicherchipherstellern weltweit. Das Unternehmen produziert DRAM- und NAND-Flash-Speicher für Rechenzentren, PCs, Smartphones und Automobile. Die steigende Nachfrage nach High-Bandwidth Memory im Zusammenhang mit Beschleunigern für künstliche Intelligenz, ein sich verbessernder Preiszyklus bei Speicherchips, ein knapperes Branchenangebot und wachsende Margen gehören zu den Faktoren, die die Geschäftsentwicklung des Unternehmens in den Fokus rücken.
Für das endgültige Ergebnis des Spreads sind die begrenzte Auszahlung, die Liquidität der Optionen und der Micron-Aktienkurs am Verfallstag maßgeblich. Im Beispiel mit dem Verfall am 16. Oktober sowie den Basispreisen von 1.080 und 1.090 US-Dollar sind die theoretischen Verlust- und Gewinnobergrenzen klar definiert. Ob die Aktie diese Niveaus erreicht und welche Kosten bei der Ausführung tatsächlich entstehen, hängt jedoch von den Marktbedingungen bis zum Verfall ab.