Der südkoreanische Markt für Industrieroboter erlebt derzeit bedeutende Anpassungen der Zugangsregeln. Die südkoreanische Handelskommission (KTC) hat auf ihrer 471. Sitzung entschieden, die langfristige Einführung von Antidumpingzöllen auf vertikale Mehrachsen-Industrieroboter aus China und Japan vorzuschlagen. Diese Regelung umfasst die in automatisierten Produktionslinien am häufigsten eingesetzten hochspezifizierten Modelle mit vier oder mehr Achsen und zielt darauf ab, die passive Position von einheimischen Herstellern wie HD Hyundai im preislichen Wettbewerb zu verbessern.
Auswirkungen auf die Branche
Aus technischer Sicht sind die von der Einschränkung betroffenen vertikalen Mehrachsen-Roboter die „Arme“ der intelligenten Fabriken. Chinesische Marken haben in den letzten Jahren dank ihres hohen Preis-Leistungs-Verhältnisses im südkoreanischen Mittelklassesegment rasch expandiert, während japanische Hersteller (wie Fanuc und Yaskawa Electric) langfristig die Spitzenposition im Premiumsegment behaupten. Die von den südkoreanischen Offiziellen festgelegten Steuersätze von 15,96 % bis 19,85 % werden von der Branche als „Balancepunkt“ betrachtet: Sie sollen die Wettbewerbsfähigkeit importierter Produkte durch eine Preisanpassung schwächen, ohne jedoch den Zugang der südkoreanischen Unternehmen zu leistungsstarken japanischen Komponenten gänzlich zu unterbrechen.
Politischer Hintergrund
Gleichzeitig sucht die südkoreanische Chemieindustrie nach verstärktem Schutz. Eine Zwischenprüfung der Antidumpingmaßnahmen gegen chinesische Polyesterprodukte wurde bereits eingeleitet. Angesichts der großflächigen Kapazitätsausweitung Chinas wird das ursprüngliche Zollniveau von etwa 7 % als unzureichend angesehen, um die Importwelle abzuwehren. Inländische Unternehmen drängen darauf, dass die Regulierungsbehörden die Zolltarife weiter erhöhen. Von Robotern bis hin zu Polyester verfolgt Südkorea durch fein abgestimmte Handelsinstrumente eine doppelte Abschottungsstrategie für wichtige industrielle Rohstoffe und fortschrittliche Fertigungsausrüstung, um dem immer intensiver werdenden regionalen Wettbewerbsdruck entgegenzuwirken.