Mit dem Eintritt der militärischen Aktionen der USA und Israels gegen Iran in eine neue Phase gerieten Kryptowährungen am Montag erneut unter Druck. Der Bitcoin fiel zeitweise auf etwa 68.150 US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Anfang März, während Ethereum um fast 5 % nachgab. Diese Entwicklung zeigt, dass Kryptowährungen im Kontext geopolitischer Konflikte, die die Ölpreise steigen lassen und globale Inflationssorgen neu entfachen, weiterhin hauptsächlich als hoch volatile Risikoanlagen wahrgenommen werden, anstatt als stabile Absicherungsmittel.
Marktreaktion
Seit dem 28. Februar, dem Beginn der militärischen Angriffe der USA und Israels auf den Iran, ist der Konflikt bereits in der vierten Woche. Ein Reuters-Bericht hebt hervor, dass der Konflikt die Durchfahrt durch die Straße von Hormus, die für etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte verantwortlich ist, beeinträchtigt hat. Das Risiko einer beeinträchtigten Energieversorgung spiegelt sich schnell in den Vermögenspreisen wider: Der Brent-Ölpreis stieg in letzter Zeit um etwa 55 % auf etwa 110 US-Dollar und überschritt zeitweise 113 US-Dollar. Auch globale Aktienfonds verzeichneten hohe Abflüsse.
Prüfung der Sicherheitsmerkmale
Die Performance von Bitcoin in diesem Konflikt hat erneut die Grenzen der Erzählung vom "digitalen Gold" offengelegt. Obwohl einige Marktteilnehmer meinen, dass der Rückgang des Bitcoin im Vergleich zum Aktienmarkt weniger stark war und durch seinen 24/7-Handelsmechanismus liquid geblieben ist, wird sein Preis dennoch stark von Ölpreisen, dem US-Dollar, realen Zinssätzen und veränderten Risikoübernahmen beeinflusst. The Block erwähnte zuvor ebenfalls, dass es weiterhin unterschiedliche Meinungen darüber gibt, ob Bitcoin eine echte Absicherung darstellt. Einige Kursanstiege könnten eher durch technische Korrekturen nach einem Deleveraging der Positionen verursacht werden als durch stabile Absicherungskäufe.
Kapitalflüsse
Allerdings ist der Kryptomarkt nicht völlig ohne Widerstandsfähigkeit. Decrypt zitierte John O’Loghlen, den Geschäftsführer der Coinbase Asien-Pazifik-Region, der sagte, dass Bitcoin nach mehreren Deleveraging-Runden in der risikoadjustierten Leistung traditionelle Anlagen übertreffen konnte. Unterdessen verzeichnete der US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETF Mitte März zeitweise einen kontinuierlichen Zufluss, was darauf hindeutet, dass institutionelles Kapital den Markt nicht vollständig verlassen hat, sondern unter geopolitischen Schocks und makroökonomischer Unsicherheit selektiv investiert bleibt.
Investitionsausblick
Kurzfristig werden Kryptowährungen weiterhin stark an zwei Hauptlinien ausgerichtet bleiben: Erstens, ob die Situation im Nahen Osten weiter auf die Energieinfrastruktur übergreift, und zweitens, ob steigende Ölpreise die Zentralbanken zwingen, eine straffe Geldpolitik beizubehalten. Sollte der Brent-Ölpreis über 100 US-Dollar bleiben, könnten die Sorge um ein erneutes Ansteigen der Inflation und verzögerte Zinssenkungen den Druck auf hochvolatile Anlagen wie Kryptowährungen aufrechterhalten. Sollten jedoch ETF-Mittelzuflüsse bestehen bleiben und Bitcoin weiterhin einige Aktienindizes übertreffen, könnte die Erzählung von Bitcoin als "makroökonomische Absicherungsanlage" vorübergehend wieder gestärkt werden. Die oben genannten Einschätzungen basieren auf aktuellen Marktsignalen.