
Die neuesten Arbeitsmarktdaten aus Großbritannien geben ein klareres Signal: Die Beschäftigungsdynamik nimmt ab, der Druck auf die Löhne lässt nach. Für die Bank of England bedeutet eine solche Kombination in der Regel, dass die Sorgen um den "Sekundäreffekt" der Inflation marginal abkühlen, was Raum für weitere Zinssenkungen schafft.
Abkühlung des Arbeitsmarktes: Arbeitslosenquote bleibt in der oberen Spanne
Laut dem britischen Statistikamt (ONS) lag die geschätzte Arbeitslosenquote von September bis November (den drei Monaten bis Ende November) bei 5,1%, ein relativ hoher Wert in den letzten Jahren. Die Beschäftigungsquote lag im gleichen Zeitraum bei etwa 75,1%, was insgesamt auf einen Zustand von "nicht starker Beschäftigung, keine sinkende Arbeitslosigkeit" hinweist.
Dies bedeutet, dass sich der Arbeitsmarkt nicht signifikant weiter verengt hat. Für die politische Beurteilung bedeutet eine stagnierende hohe Arbeitslosenquote oft eine Begrenzung der Verhandlungsmacht der Unternehmen und ihrer Bereitschaft zur Personalexpansion.
Rückgang des Lohnwachstums: Zentrale Druckpunkte lockern sich
In Bezug auf die von der Bank of England stark beachteten Lohnindikatoren zeigt der neueste ONS-Bericht:
- Reguläre Löhne ohne Boni stiegen im Jahresvergleich um 4,5%;
- Gesamtlöhne inklusive Boni stiegen im Jahresvergleich um 4,7%;
- Nach Sektor betrachtet lagen die regulären Löhne im privaten Sektor bei circa 3,6%, während sie im öffentlichen Sektor bei etwa 7,9% lagen (beeinflusst durch den vorherigen Anpassungsrhythmus der Vergütung).
Der Rückgang des Lohnwachstums trägt im Wesentlichen zur "Abkühlung" der Dienstleistungsinflation bei. Aus diesem Grund interpretieren viele Institutionen diesen Bericht so, dass der Pfad zur Zinssenkung klarer wird, der Zeitpunkt jedoch von der Inflation und den nachfolgenden Daten abhängt.
Anzahl der Lohnempfänger nimmt weiter ab: Unternehmen agieren vorsichtiger
Nach dem Steuermaßstab der "Lohnabrechnungsbeschäftigten" (payrolled employees) zeigen die vorläufigen ONS-Daten für Dezember, dass die Zahl um etwa 43.000 im Vergleich zum Vormonat gesunken ist, mit einer Gesamtzahl von etwa 30,2 Millionen (die vorläufigen Daten könnten in der Zukunft korrigiert werden).
Ein weiteres Detail sind die offenen Stellen: Zwischen Oktober und Dezember betrug die Anzahl der offenen Stellen etwa 734.000, was einem leichten Anstieg um etwa 10.000 entspricht, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen nicht vollständig "abgeschaltet" sind, aber selektiver bei der Einstellung vorgehen.
Meinungen von Institutionen: Einigkeit über den Zinssenkungspfad, unterschiedliche Schwerpunkte
Mehrere Institutionen haben eine Übereinkunft in der Richtung, aber Meinungsverschiedenheiten im Tempo der Interpretation gebildet:
- Die Deutsche Bank tendiert zu der Ansicht, dass der Arbeitsmarkt weiterhin fragil ist, aber einige Stabilitätsanzeichen zeigt; das verlangsamte Lohnwachstum im privaten Sektor nähert sich einem bereichskompatiblen Inflationsziel an, was weitere Zinssenkungen unvermeidbarer macht, wobei der genaue Zeitpunkt beobachtet werden muss.
- J.P. Morgan hebt die Schwäche auf der Beschäftigungsseite und das "dovish" Signal hervor und sieht das verlangsamte Lohnwachstum als über den Erwartungen liegend, was den nächsten Zinssenkungszeitpunkt auf ein späteres Sitzungsfenster verschiebt.
- Capital Economics warnt, dass der Rückgang des Gesamtlohnwachstums möglicherweise nicht ausreicht, um sofort das Handeln im Februar zu veranlassen, es sei denn, die nachfolgenden Inflationsdaten schwächen sich deutlich ab, andernfalls ist es wahrscheinlicher, dass man weiterhin beobachtet.
Marktauswirkungen: Höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Bank of England "zunächst hält", aber Zinssenkungserwartungen bleiben bestehen
Reuters berichtet, dass der Markt allgemein erwartet, dass die Bank of England im Februar die Zinsen unverändert lässt (der im Bericht erwähnte Zinssatz beträgt 3,75 %), aber die Zins-Futures weiterhin Raum für künftige Zinssenkungen einkalkulieren; gleichzeitig schwächte sich das Pfund nach Veröffentlichung der Daten ab.
Anders ausgedrückt: Diese Daten scheinen eher den "Rückgang des Inflationsdrucks" zu festigen, als sofort das "Taster betätigen" zu ausgelöst. Die nachfolgenden Variablen liegen hauptsächlich bei der Frage: Ob die Inflationszahlen wie erwartet zurückfallen und ob die Arbeitsplatzverkürzung auf breitere Branchen übergreift.
