Der chinesische Markt für festverzinsliche Wertpapiere erlebt derzeit eine Phase, die sowohl von Liquiditätsprämien als auch von einer Ressourcenknappheit getrieben wird. Vor dem Hintergrund einer lockeren Geldpolitik und stabilen Kreditvergaben hat sich innerhalb des Finanzsystems eine beträchtliche Menge an Kapital angesammelt, das darauf wartet, investiert zu werden, während die effektive Finanzierungssuche der Realwirtschaft noch Zeit benötigt, um sich zu erholen. Dies führt dazu, dass große Summen in standardisierte Anleihewerte fließen. Am Freitagmorgen sanken sowohl die Renditen für 10- als auch für 30-jährige Staatsanleihen, während die Futures für Staatsanleihen auf breiter Front zulegten; der TL2606-Kontrakt stieg um 0,26 %, was die Vorliebe institutioneller Anleger für längere Laufzeiten unter den aktuellen makroökonomischen Bedingungen bestätigt.
Verkettung innerhalb der Industrie
In der aktuellen Übertragungskette des Finanzsystems profitiert in erster Linie der Primärhandel und große Geschäftsbanken von der durch die Volksbank von China über offene Marktoperationen aufrechterhaltenen lockeren Liquidität. Aufgrund struktureller Engpässe bei der Kreditvergabe fließt der Überschuss an Liquidität über Einlagenzertifikate und Rückkäufe zu umfassenderen Fonds und nicht-banking Finanzinstitutionen. Tochtergesellschaften für Vermögensverwaltung, Versicherungsanlagen und Publikumsfonds sind aufgrund der starren Kosten auf der Passivseite gezwungen, bei langlaufenden Staatsanleihen nach Rendite zu suchen. Diese Übertragung der Basiswährung zu nicht-banking investiertem Kapital führt direkt dazu, dass 30-jährige und längerfristige Anleihen zum zentralen Liquiditätspool werden, wodurch die risikofreien Zinssätze des Marktes insgesamt gedrückt werden.
Prognose des Angebots- und Nachfragegefüges
Auf der Angebotsseite hat das chinesische Finanzministerium noch keine großangelegte Emission von besonders langlaufenden Sonderstaatsanleihen gestartet, und auch das Ausgabemuster von lokal staatlichen Sonderanleihen bleibt relativ stabil. Diese relativ vorsichtige Ausgabe von Vermögenswerten steht in deutlichem Widerspruch zu der schnell wachsenden Nachfrage nach Investitionen seitens der nicht-banking Institutionen. Das Phänomen der berichteten Gelder, die keinen Platz finden, von Bankhändlern in Ostchina, ist ein mikroökonomisches Abbild dieses Angebots- und Nachfragedilemmas. Bis eine signifikante Erhöhung des Angebots den Markt tatsächlich erreicht und eine Absaugwirkung auf die Marktkapitalbasis erzeugt, bleibt die Knappheitslogik von Vermögenswerten schwer zu widerlegen.
Strategien des institutionellen Wettkampfs
Angesichts der absoluten Tiefstände von 1,771 % für 10-jährige Staatsanleihen haben sich die institutionellen Investitionsstrategien von rein richtungsbezogenen Transaktionen zu Handelsstrategien mit Zinsdifferenzen und Zinskurven bewegt. China Securities betont, dass, wenn die Geldpolitik vorerst nicht angepasst wird, 1,75 % als das geeignete Mittel der 10-jährigen Papiere dienen wird. Unter dieser Voraussetzung tendieren Institutionen dazu, mit reichlich vorhandenem, kostengünstigem Kapital aus kurzfristigen Anlagen zu arbeiten und mit Hebelwirkung Anleihen mit relativem Kuponvorteil in besonders langlaufende Vermögenswerte zu investieren. Diese Strategie ist jedoch sehr empfindlich gegenüber Schwankungen der Finanzierungsmärkte, und falls die Zentralbank in größerem Maße Kapitalabflüsse generiert als erwartet oder die Inflationsdaten sich stabilisieren, könnte diese überfüllte Long-Position mit einem erheblichen Abwärtsrisiko konfrontiert werden.