- Saudi-Arabiens Rohölexporte sind im April von 4,974 Millionen Barrel pro Tag im März auf 3,990 Millionen Barrel pro Tag stark gesunken, was den zweiten Monat in Folge einen Rückgang darstellt und einen historischen Tiefststand in der Statistik der Joint Organisations Data Initiative (JODI) markiert.
- Aufgrund der Ausweitung geopolitischer Konflikte und der eingeschränkten Transporte durch die Straße von Hormus sank die Rohölproduktion Saudi-Arabiens im April von 6,967 Millionen Barrel pro Tag im März auf 6,316 Millionen Barrel pro Tag, was ebenfalls einen historischen Tiefststand darstellt.
- Erschwert durch Angriffe auf Pumpstationen der Ost-West-Ölpipeline, die als Alternative zur Umgehung der Straße von Hormus dient, kam es zu vorübergehenden Unterbrechungen, was den Rückgang der Rohölexporte auf den globalen Markt im April weiter verschärfte.
Geopolitische Konflikte blockieren wichtige Wasserstraßen
Die am Montag von der Joint Organisations Data Initiative (JODI) veröffentlichten neuesten Daten zeigen, dass die Lage der Lieferketten im Nahen Osten weiterhin extremen Druck auf die Energiesupplychain ausübt. Beeinflusst durch militärische Konflikte im Zusammenhang mit dem Iran und die umfassende Blockade der Schifffahrt im Golf, sind die Rohölexporte und die Produktion Saudi-Arabiens auf historische Tiefststände gefallen. Laut einer vorläufigen Bewertung der Internationalen Energieagentur (IEA) hat die Eskalation der Konflikte seit Ende Februar zu einer erheblichen Behinderung der konventionellen Ölproduktion von über 14 Millionen Barrel pro Tag im Nahen Osten geführt, was zu einer strukturellen Umgestaltung des globalen Rohölangebots führt.
Rückschläge bei alternativen Routen und Produktionsrückgang
Giovanni Staunovo, Rohstoffanalyst bei der UBS, weist darauf hin, dass die eingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormus der Hauptgrund für den Rückgang der Produktion und des Exports Saudi-Arabiens ist. Von strategischer Bedeutung ist, dass die Ost-West-Ölpipeline, die ursprünglich zur Absicherung gegen Risiken in der Straße von Hormus diente, durch Angriffe auf Pumpstationen beeinträchtigt wurde, was zu einem vorübergehenden Stillstand dieser wichtigen Alternativroute führte. Die kumulierten negativen Angebotsschocks führten direkt dazu, dass die Rohölexporte Saudi-Arabiens im April unter die Marke von 4 Millionen Barrel pro Tag fielen.
Anomalien bei der Raffinerieverarbeitung und direkter Verbrennung im Inland
Während die Exporte stark unter Druck stehen, zeigt auch die Energieverbrauchsstruktur im Inland Saudi-Arabiens ungewöhnliche Schwankungen. Die Rohölverarbeitung in saudischen Raffinerien ging im April im Vergleich zum März um 55.000 Barrel pro Tag auf 2,211 Millionen Barrel pro Tag leicht zurück. Aufgrund der steigenden Stromnachfrage im Vorfeld des Sommers und der Anpassungen in der internen Lieferkette stieg jedoch die direkte Verbrennung von Rohöl im April um 210.000 Barrel pro Tag auf 540.000 Barrel pro Tag an. Dieser Anstieg des inländischen Verbrauchs schränkt den ohnehin begrenzten Anteil für den Export weiter ein.
Diplomatische Verhandlungen und Risikobewertung für die Zukunft
Obwohl die ersten diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran laut Vermittlern ermutigende Fortschritte gemacht haben, bleibt die Lage an der libanesischen Grenze und die tatsächliche Sicherheit der Durchfahrt durch die Straße von Hormus weiterhin angespannt. Rohstoffforschungsinstitute sind allgemein der Ansicht, dass, wenn die geopolitische Risikoprämie nicht effektiv abgebaut wird oder die Reparatur der Ost-West-Pipeline langsamer als erwartet voranschreitet, das globale Energieangebot im dritten Quartal weiterhin unter Druck stehen wird. Umgekehrt könnte der Marktpreis einer vorübergehenden Neubewertung unterzogen werden, wenn ein Friedensabkommen erreicht wird und die Hauptschifffahrtsroute wieder passierbar ist.