Strategy-Verwaltungsratschef Michael Saylor hat mit einem Beitrag über „mehr Orange“ und einer Grafik zu den Bitcoin-Beständen neue Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme der Käufe ausgelöst. Die jüngsten Meldungen des Unternehmens an die US-Börsenaufsicht SEC weisen jedoch für den Zeitraum vom 8. bis 13. September weder Bitcoin-Käufe noch Verkäufe aus. Für die Vorwoche hatte Strategy ebenfalls keine Transaktion gemeldet.
Strategy veröffentlicht Käufe aus der jeweils vorherigen Woche üblicherweise montags. S aylors Beitrag könnte daher einer Transaktion vorausgegangen sein, die noch nicht offengelegt wurde. Gewissheit wird erst die nächste Meldung des Unternehmens bringen. Die Debatte fällt in eine Phase, in der der Bitcoin-Markt prüft, ob die jüngste Erholung Bestand haben kann.
Strategy hält rund 845.050 Bitcoin
In ihren Meldungen an die SEC erklärte Strategy, zum 13. September rund 845.050 Bitcoin gehalten zu haben. Insgesamt hatte das Unternehmen dafür etwa 63,73 Milliarden US-Dollar investiert. Der durchschnittliche Einstandspreis lag damit bei rund 75.412 US-Dollar je Bitcoin.
Der zuletzt gemeldete Kauf erfolgte am 31. August. Strategy erwarb damals 4.603 Bitcoin für rund 369,7 Millionen US-Dollar. Damit endete eine zehnwöchige Kaufpause. Saylor hatte in der Vergangenheit ähnliche Grafiken und Beiträge genutzt, um die Aktivitäten des Unternehmens anzudeuten, bevor die entsprechenden Transaktionen offiziell gemeldet wurden.
Sollte Strategy in der vergangenen Woche tatsächlich Bitcoin gekauft haben, dürfte sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Zahl der erworbenen Coins richten. Entscheidend wäre auch, wie der Kauf finanziert wurde. Laut der Meldung standen am 13. September noch rund 1,3 Milliarden US-Dollar auf dem für Bitcoin-Käufe vorgesehenen Konto. In der betreffenden Woche verwendete Strategy allerdings 139,3 Millionen US-Dollar für den Rückkauf von Vorzugsaktien, statt die Bitcoin-Bestände zu erhöhen.
Finanzierung könnte das Kauftempo begrenzen
Strategy hat seine Bitcoin-Strategie über Aktienplatzierungen, Fremdkapital und weitere Instrumente des Kapitalmarkts finanziert. Der verfügbare Kassenbestand, Rückkäufe von Vorzugsaktien und die Entwicklung des Aktienkurses können das Tempo künftiger Käufe beeinflussen. Aus den Meldungen geht zudem hervor, dass das Unternehmen in diesem Jahr einen Teil seiner Bitcoin veräußerte, um den damit verbundenen Aktienkurs zu stützen.
S aylors jüngster Beitrag hat die Spekulationen am Markt deshalb erneut angeheizt, nennt aber weder den Umfang eines möglichen Kaufs noch das Transaktionsdatum oder die Finanzierungsquelle. Ob die Pause bei der Bitcoin-Akkumulation tatsächlich beendet ist, lässt sich erst anhand der nächsten regulatorischen Meldung von Strategy feststellen.
Calacanis zweifelt an der Nachhaltigkeit der Erholung
Noch vor S aylors Beitrag veröffentlichte der Angel-Investor Jason Calacanis in sozialen Medien einen Bitcoin-Jahreschart und bezeichnete die aktuelle Bewegung als „Dead-Cat-Bounce“. Gemeint ist damit in der Regel eine vorübergehende Erholung innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends, auf die erneut Schwäche folgen kann.
Calacanis argumentierte, Bitcoin habe sich weder als Zahlungsmittel noch als Plattform für Smart Contracts überzeugend entwickelt. Die Nutzung sei für die meisten Menschen weiterhin nicht einfach genug, zudem habe die Kryptowährung an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren. Er verglich Bitcoin mit physischen Datenträgern im Zeitalter des Streamings und stellte damit den langfristigen Nutzen und die Marktattraktivität infrage.
S aylors Beitrag mit der Formulierung „mehr Orange“ und der Bestandskurve wurde vielfach als Reaktion auf diese Debatte verstanden. Fest steht bislang, dass sich Strategy zum 13. September weder bei den Bitcoin-Beständen noch bei den kumulierten Anschaffungskosten verändert hatte. Ob der Beitrag einen neuen Kauf ankündigt, wird erst mit der nächsten Veröffentlichung des Unternehmens erkennbar.