Die Aktien von Micron Technology fielen am Donnerstag deutlich, da Investoren hinsichtlich der Strategie zur Erhöhung der Kapitalausgaben vor dem Hintergrund des KI-Booms uneins waren.
Starke Gewinne, aber Bewertungsdruck
Die durch künstliche Intelligenz befeuerte Investitionswelle in Rechenzentren hat die Nachfrage nach hochleistungsfähigem Speicher rapide gesteigert, was Micron zu Rekordmargen verhalf und den Aktienkurs bis 2025 um insgesamt 240% und 2026 um weitere etwa 61% steigen ließ.
Das Unternehmen erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz von etwa 335 Milliarden Dollar, weit über den Markterwartungen, was zeigt, dass der KI-Zyklus weiterhin in der Expansionsphase ist.
Expansionsstrategie führt zu Marktneubewertung
Dennoch kündigte das Unternehmen an, die Kapitalausgaben für das Geschäftsjahr 2026 auf über 250 Milliarden Dollar zu erhöhen und plant, die Investitionen 2027 weiter zu steigern. Dieser Expansionsplan hat Bedenken bezüglich des Risikos eines Überangebots auf dem Markt hervorgerufen.
Marktbeobachter weisen darauf hin, dass Speicherchips von Natur aus zyklisch sind und eine zu schnelle Produktionssteigerung das zukünftige Preis- und Gewinnpotenzial schmälern könnte.
Einfluss auf globale Lieferketten
Als einer der weltweit nur drei Anbieter von hochleistungsfähigem Speicher hat Microns Entscheidung zur Produktionssteigerung eine wichtige Signalwirkung für die Branche.
Die Aktien der südkoreanischen Hersteller Samsung Electronics und SK Hynix fielen ebenfalls, was die Marktanpassungserwartungen hinsichtlich Veränderungen des Angebots- und Nachfragegleichgewichts in der gesamten Speicherbranche widerspiegelt.
Auch die Aktien amerikanischer Unternehmen wie Western Digital und Seagate Technology verzeichneten Rückgänge in unterschiedlichem Ausmaß.