- Der MSCI Asien-Pazifik ex Japan Index (MXAPJ:IND) stieg in einer Woche um 7,3 %, da das zweiwöchige Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Iran den Volatilitätsindex für Optionen auf das Vorkriegsniveau zurückführte und globale Risikoanlagen in eine optimistischere Neubewertungsphase eintraten.
- Der Preis für Brent-Rohöl (BRENT:COM) liegt derzeit bei 97,67 USD pro Barrel, was einer wöchentlichen Korrektur von fast 10 % entspricht. Dennoch bleibt der Frachtverkehr durch die Straße von Hormus auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau von unter 10 % des Normalniveaus, wodurch Risiken auf der Angebotsseite noch nicht vollständig ausgeräumt sind.
- Der Verbraucherpreisindex (CPI) für die USA im März steht kurz vor der Veröffentlichung und der Markt erwartet einen Anstieg von 0,9 % im Vergleich zum Vormonat. Zusätzlich zur stabilen Rendite von 4,295 % bei 10-jährigen US-Staatsanleihen (US10Y:IND) verlagert sich der Schwerpunkt des Makrohandels von geopolitischen Konflikten hin zu fundamentalen Daten.
Erholung von Risikoanlagen und Rückgang der Volatilität
Die jüngsten bilateralen Kontakte zwischen den USA und dem Iran sowie das temporäre Waffenstillstandsabkommen bieten den globalen Kapitalmärkten eine Gelegenheit zur Stimmungsaufhellung. Der asiatische Markt sticht dabei hervor, da der MSCI Asien-Pazifik ex Japan Index (MXAPJ:IND) den größten wöchentlichen Anstieg seit November 2022 verzeichnete. Auch der europäische Stoxx 600 Index (SXXP:IND) setzte seinen Aufwärtstrend angeführt von Technologie- und Gesundheitssektoren fort. Der bemerkenswerte Rückgang des VIX-Index, der die Marktangst misst, zeigt, dass quantitative Modelle und systematische Gelder das extreme geopolitische Risikoprämium allmählich abbauen. Sollten die Wochenendgespräche weitere Entspannungssignale aussenden, könnten übermäßig abgestoßene Risikoanlagen eine solidere Bewertungsanpassung erfahren.
Zerfall der Rohölprämie und Blockaden an Engpässen
Obwohl der Rohstoffmarkt ebenfalls optimistische Erwartungen gegenüber Friedensverhandlungen widerspiegelt und der Brent-Rohölpreis (BRENT:COM) in der Woche um fast 10 % gesunken ist und unter die 100-Dollar-Marke fällt, bestehen weiterhin physische Engpässe in der Logistik. Die Straße von Hormus, eine zentrale Energieroute der Welt, weist derzeit ein tägliches Frachtverkehrsaufkommen von weniger als 10 % des Normniveaus auf. Diese Diskrepanz zwischen den finanziellen Bewertungserwartungen und dem Stillstand der physikalischen Logistik bildet den Kernkonflikt auf dem aktuellen Energiemarkt. Sollte die faktische Kontrolle des Iran über diese strategische Wasserstraße anhalten, wird es schwierig sein, die geopolitische Risikoprämie auf der Rohöl-Terminstrukturkurve vollständig abzubauen, und der Markt wird weiterhin auf plötzliche Vorfälle in der Region empfindlich reagieren.
Ausblick auf Makrodaten und Inflationsbewertung
Hinter der scheinbaren Erholung der Risikobereitschaft richtet sich der Fokus der globalen makroökonomischen Preisbildungslogik wieder auf Inflation und Geldpolitik. Die bevorstehenden US-CPI-Daten für März werden zum Schlüsselindikator, um das Ausmaß der Durchdringung des vorangegangenen Ölpreisanstiegs in die Realwirtschaft zu überprüfen. Ökonomen erwarten allgemein einen monatlichen Anstieg um 0,9 %. Sollte der Anstieg der Inflation die Erwartungen übertreffen, könnte dies den Handlungsspielraum der Federal Reserve einschränken und somit die aktuelle Aufwärtsneigung des US-Aktienmarktes bremsen. Darüber hinaus bleibt die Zahl der erstmaligen Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA mit 219.000 auf einem relativ niedrigen Niveau, was den Widerstand gegen sinkende risikofreie Zinssätze im Arbeitsmarkt stärkt.
Struktur des Währungsmarktes und Dollar-Liquidität
Die Abschwächung der Risikoscheu spiegelt sich direkt in der strukturellen Anpassung des Devisenmarktes wider. Der US-Dollar-Index (DXY:CUR) verzeichnete in dieser Woche einen Rückgang von etwa 1,3 %, was der schwächsten Woche des Jahres entspricht, und zeigt, dass globales Kapital wieder von sicheren Häfen zu Nicht-Dollar-Währungen und Schwellenmärkten fließt. Der Euro zum US-Dollar stabilisierte sich nach dem Durchbrechen der 200-Tage-Durchschnittslinie bei etwa 1,167, wobei technische Indikatoren weitere Aufwärtsbewegungen signalisieren. Allerdings könnte ein Anstieg der US-Inflationsdaten die Erwartung einer langanhaltend hohen Zinspolitik verstärken, wodurch der Zinsvorteil des Dollars erneut zur Geltung kommen könnte und der einseitige Abwärtstrend im Devisenmarkt auf Widerstand stoßen könnte.