- Der koreanische Leitindex zeigte vor der Veröffentlichung der entscheidenden US-Zinsentscheidung einen leichten Anstieg von 0,31% und schloss bei 6661,32 Punkten. Der Markt befand sich insgesamt in einem Zustand geringer Volatilität und abwartender Haltung.
- Ausländische Institutionen setzten ihren Nettoabfluss an den Kassamärkten fort und verkauften an einem Tag Wertpapiere im Umfang von 7994,87 Milliarden Won. Hinzu kommt die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten, die die erwarteten Energiekosten der Importe in die Höhe treibt, wodurch der Won gegenüber dem US-Dollar auf den Stand von 1476,7 fiel.
- Die Renditen koreanischer Staatsanleihen stiegen in Folge der global anziehenden langfristigen Zinssätze. Die Renditen der dreijährigen und zehnjährigen Staatsanleihen weiteten sich auf 3,552% und 3,872% aus. Der Markt preist die letzten Zinsentscheidungen unter der Leitung von Jerome Powell als Fed-Vorsitzenden mit einem gewissen Risikoaufschlag ein.
Abfluss von ausländischem Kapital und Umstrukturierung der Liquidität
Am aktuellen Schnittpunkt komplexer makroökonomischer Zyklen durchläuft der koreanische Kapitalmarkt eine signifikante Anpassung seiner Liquiditätsstruktur. Ausländische institutionelle Anleger verzeichneten an einem einzelnen Handelstag beim KOSPI einen Nettoabfluss von fast 8000 Milliarden Won. Dies spiegelt wider, dass in einem starken Dollar-Zyklus und angesichts geopolitischer Unsicherheiten die Risikobereitschaft internationaler Investoren gegenüber Schwellenländeraktien abnimmt. Der ständige Abzug von Auslandskapital begrenzt nicht nur den tatsächlichen Spielraum des Index, sondern zwingt auch lokale institutionelle Investoren, eine wesentliche Rolle in der Bereitstellung von Liquidität für Schwergewichte zu übernehmen. Sollte der Kapitalabfluss bis zum zweiten Quartal nicht stabilisiert werden, könnten das Kreditumfeld in Korea und die Bewertungsniveaus des breiten Index einer weiteren Neubewertung unterzogen werden.
Preisanpassung am Ende des geldpolitischen Zyklus
Diese Woche steht stark im Fokus des Marktes die Zinspolitik der Fed. Da die Energiepreise jüngst aufgrund der festgefahrenen geopolitischen Situation im Iran hoch bleiben, wird allgemein erwartet, dass die Fed die aktuellen Leitzinsen beibehält, um einem erneuten aufkommenden Kostendruck entgegenzuwirken. Bemerkenswert ist, dass dies Jerome Powells letzte Sitzung als Fed-Vorsitzender sein wird. Der Markt bewertet das Risiko bei dieser personellen Veränderung und mögliche Anpassungen im geldpolitischen Rahmen während dieser Übergangsphase. In dieser Phase der Unsicherheit neigen Investoren dazu, Positionen in hoch volatilen Anlagen abzubauen und stattdessen Barmittel oder Anleihen mit kurzer Laufzeit zu halten.
Vorausschauend auf die Berichtssaison der Schwergewichtler
Der leichte Kursanstieg an der koreanischen Börse verschleiert die starke Divergenz und Auseinandersetzung zwischen den Sektoren. In der Technologieführungssektor fiel Samsung Electronics (005930:KS), das den größten Anteil am Index hat, um 0,11%. Der Markt wartet auf den detaillierten Quartalsbericht, der diese Woche später veröffentlicht wird, um ihren Fortschritt in den Bereichen fortschrittliches Prozessdesign und Hochleistungsarbeitsspeicher (HBM) zu bestätigen. Im Gegensatz dazu stieg SK Hynix (000660:KS) um 0,08%, was eine relative Vorliebe für reine Speicheranlagen vor der Bekanntgabe der Berichte zeigt. Die Leistung der Technologiegiganten bestimmt nicht nur die kurzfristige Richtung des Index, sondern ist auch ein wichtiger Indikator für die Erholung des globalen Halbleiterzyklus.
Anstieg der Laufzeitprämien im Rentenmarkt
Begleitet vom Rückzug ausländischer Investoren aus dem Aktienmarkt steht auch der koreanische Anleihemarkt unter Druck. Die Rendite für dreijährige Staatsanleihen stieg von 3,526% am Vortag um 2,6 Basispunkte auf 3,552%, während auch die Rendite der zehnjährigen Anleihen um 1,3 Basispunkte auf 3,872% kletterte. Die zunehmende Verschiebung der Renditekurve reflektiert die Marktängste vor einer anhaltenden hohen Inflationsumgebung. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verwundbarkeit der globalen Energieversorgungsketten könnte Korea, das stark auf Energieimporte angewiesen ist, einem erhöhten Inflationsdruck ausgesetzt sein. Dies könnte die Bank von Korea zwingen, eine straffere Liquiditätspolitik über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, was den Raum für Kapitalgewinne auf dem heimischen Anleihemarkt weiter einschränkt.