Der Unternehmenspreisindex in Japan stieg im Mai um 6,3 % im Vergleich zum Vorjahr und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Die Auswirkungen der Energiepreiserhöhungen aufgrund von Konflikten im Nahen Osten zeigen sich weiterhin, was den Inflationsdruck auf der Produktionsseite neu entfacht und die Renditen japanischer Staatsanleihen in die Höhe treibt.
Die Nachfrage nach den von Japans Finanzministerium ausgegebenen 30-jährigen Super-Long-Bonds kühlte merklich ab, und das Gebotsverhältnis bei der Auktion fiel auf ein Jahrestief von 2,94, was die hohe Vorsicht der institutionellen Investoren vor der nächsten Zentralbanksitzung unterstreicht.
Eine aktuelle Umfrage von Reuters unter führenden Ökonomen zeigt, dass die Bank of Japan die Zinsen bis Ende des Jahres auf 1,25 % anheben könnte. Die Eindämmung der starken Abwertung des Yen und die Verhinderung eines zu schnellen Anstiegs der langfristigen Zinsen sind zu einem dringenden Schwerpunkt der japanischen Währungsbehörden geworden.
Inflationsdruck übertrifft Erwartungen und treibt Anleiherenditen in die Höhe
Die am Mittwoch veröffentlichten neuesten Makrodaten zeigen, dass der Unternehmenspreisindex (CGPI) in Japan im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 % gestiegen ist, was die allgemeinen Markterwartungen deutlich übertrifft. Der unerwartete Anstieg des Preisdrucks in der Lieferkette ist hauptsächlich auf die anhaltenden geopolitischen Konflikte im Nahen Osten zurückzuführen, die die internationalen Energiekosten und die Importpreise in die Höhe treiben. Da die Kosten auf der Produktionsseite schneller auf alle Ebenen der Wirtschaft übertragen werden, nehmen die Sorgen über eine anhaltende Inflation in Japan deutlich zu. Diese wirtschaftlichen Fundamentaldaten haben den japanischen Staatsanleihenmarkt unter Druck gesetzt, was zu einem Anstieg der Renditen über alle Laufzeiten hinweg führte, wobei die Kurve der langfristigen und superlangen Renditen steiler wurde.
Kühle Nachfrage bei 30-jähriger Anleiheauktion spiegelt Marktunsicherheit wider
Inmitten der durch den Inflationsdruck ausgelösten Volatilität am Anleihemarkt hat das japanische Finanzministerium (MOF) am Mittwoch 30-jährige Super-Long-Bonds im Wert von etwa 600 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 37,4 Milliarden US-Dollar, zur Auktion angeboten. Aufgrund der zunehmenden Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der langfristigen Anleiherenditen zeigten sich institutionelle Investoren bei dieser Auktion äußerst vorsichtig. Die offiziellen Statistiken zeigen, dass das Gebotsverhältnis bei dieser Auktion auf 2,94 fiel, was den niedrigsten Stand seit einem Jahr darstellt. Der schnelle Rückgang der Nachfrage spiegelt die hohe Unsicherheit über die zukünftige Geldpolitik wider, was die Attraktivität von langfristigen Vermögenswerten aufgrund der Neubewertung von Risikoprämien belastet.
Erwartungen an Zinserhöhungen der Bank of Japan deutlich gestiegen
Da mehrere makroökonomische Indikatoren darauf hindeuten, dass die Inflationszeichen nicht nachlassen, richten globale Investoren derzeit ihre volle Aufmerksamkeit auf die bevorstehende reguläre Geldpolitik-Sitzung der Bank of Japan (BOJ) in der nächsten Woche. Laut einer aktuellen vierteljährlichen Umfrage von Reuters unter führenden Ökonomen haben sich die Erwartungen an den Fahrplan der Geldpolitik deutlich nach vorne verschoben. Die meisten befragten Experten erwarten, dass die Bank of Japan in diesem Monat und im vierten Quartal die Leitzinsen zweimal anheben wird, wodurch der Leitzins Japans bis Ende 2026 auf 1,25 % steigen könnte. Sollte dieser Straffungsprozess tatsächlich umgesetzt werden, würde Japan endgültig von der langjährigen ultra-niedrigen Zinsumgebung Abschied nehmen.
Politische Prioritäten konzentrieren sich auf stabile Wechselkurse und langfristige Zinsen
In Bezug auf die aktuelle Wechselwirkung zwischen Anleihe- und Devisenmärkten weist Ataru Okumura, Senior Rate Strategist bei SMBC Nikko Securities, in einem kürzlich veröffentlichten Analysebericht darauf hin, dass die Eindämmung der starken Abwertung des Yen und die Kontrolle eines zu schnellen Anstiegs der langfristigen Zinsen zu den vorrangigen Aufgaben der Bank of Japan und der japanischen Regierung gehören. Daher wird erwartet, dass sich der Kernhandel am japanischen Staatsanleihenmarkt auf die Signale der Bank of Japan bezüglich ihrer Absichten und Anpassungen bei Zinserhöhungen konzentrieren wird. Sollte die offizielle Erklärung in der nächsten Woche eine unerwartet hawkische Tendenz aufweisen, könnten die Renditen japanischer Anleihen kurzfristig weiter steigen, was zu einer anhaltenden Neubewertung der Anleihepreise führen würde.
Gerüchte über Reduzierung des Anleihekaufprogramms führen zu unterschiedlichen Erwartungen
Es ist bemerkenswert, dass am Vortag in führenden internationalen Finanzmedien berichtet wurde, dass die Bank of Japan erwägt, das bestehende Anleihekaufprogramm auch nach dem Ende des nächsten Haushaltsjahres beizubehalten, was den Prozess der Bilanzreduzierung vorübergehend verzögern könnte. Dieses Gerücht stützte am Dienstag kurzfristig die Preise japanischer Staatsanleihen und milderte die Verkaufsstimmung auf dem Markt etwas ab. Allerdings kehrten die am Mittwoch veröffentlichten unerwartet hohen Preisdaten und die relativ schwachen Ergebnisse der Auktion neuer langfristiger Anleihen die zuvor positive Stimmung schnell um. Mehrere Marktanalysten weisen darauf hin, dass die Bank of Japan bei einem anhaltenden Anstieg der Kerninflationsdaten vor der Herausforderung stehen wird, das bestehende Anleihekaufprogramm zur Marktstabilisierung und Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung in Einklang zu bringen.