- Das US-Verteidigungsministerium (DoD) hat die Liste der chinesischen Militärunternehmen 1260H aktualisiert und Technologie- und Energieriesen wie Alibaba (BABA:US), BYD (002594:SZ) und NIO (NIO:US) aufgenommen. Die neueste Version umfasst insgesamt 80 Muttergesellschaften und 188 verbundene Einheiten.
- Diese Liste verbietet nicht direkt den Wertpapierhandel oder friert Vermögenswerte ein. Die Hauptbeschränkung besteht darin, dass ab dem 30. Juni 2026 das US-Verteidigungsministerium den direkten Einkauf verbietet und ab dem 30. Juni 2027 den indirekten Einkauf über Dritte untersagt. Dies dient als Signalmechanismus zur Risikovermeidung in globalen Lieferketten.
- Börsennotierte Unternehmen haben allgemein erklärt, dass dies das normale Geschäft nicht beeinträchtigt und sie sich das Recht auf rechtliche Schritte vorbehalten. Marktanalysen zeigen, dass Investoren auf die Normalisierung der Politik abgestumpft reagieren und die Diversifizierung der chinesischen Exporte sowie der interne Ersatz von Lieferketten die marginalen Effekte solcher externen Barrieren verringern.
Politikbereich deutlich auf neue Technologiefelder ausgeweitet
Das US-Verteidigungsministerium hat am Montag die neueste überarbeitete Liste der chinesischen Militärunternehmen offiziell veröffentlicht. Im Vergleich zur alten Version wurden über 20 repräsentative chinesische Technologie- und Fertigungsunternehmen hinzugefügt. Neben der traditionellen Verteidigungskommunikation ist der überarbeitete Bereich deutlich auf disruptive neue Technologiefelder ausgerichtet, wobei der Schwerpunkt auf großen KI-Modellen, Elektrofahrzeugen, Batterien und Robotik liegt. Konkret umfasst dies Alibaba und Baidu (BIDU:US) im Bereich Netzwerke und KI, Unitree im Bereich Robotik, BYD und NIO im Bereich Elektrofahrzeuge sowie BOE (000725:SZ) und InnoLight (300308:SZ) im Bereich Halbleiter und Optoelektronik. Unternehmen wie Changxin Memory und Yangtze Memory bleiben ebenfalls auf der Liste.
Stufenweise Umsetzung des Einkaufsverbots und Bewertung der tatsächlichen Auswirkungen
Gemäß Abschnitt 1260H des National Defense Authorization Act für das Geschäftsjahr 2021 verbietet diese Liste nicht direkt den Wertpapierhandel oder friert Vermögenswerte automatisch ein und hat keine direkte rechtliche Wirkung als Kapitalsanktion. Ihre Bindungskraft zeigt sich im Beschaffungsbudget des Verteidigungsministeriums: Ab dem 30. Juni 2026 ist der direkte Einkauf von Produkten der gelisteten Unternehmen durch das Verteidigungsministerium verboten; ab dem 30. Juni 2027 ist der indirekte Einkauf über Dritte verboten. Marktanalysen deuten darauf hin, dass diese Liste aufgrund des geringen direkten Verteidigungsbeschäftigungsvolumens dieser Unternehmen in den USA eher als politischer Signalmechanismus fungiert und möglicherweise eine Risikovermeidung in globalen Lieferketten auslöst, jedoch nur begrenzte Auswirkungen auf die tatsächlichen Einnahmen hat.
Defensive Reaktionen der Unternehmen und abgestumpfte Marktreaktionen
Als Reaktion auf die Maßnahmen der USA haben mehrere gelistete Unternehmen am Dienstag schnell defensive Erklärungen abgegeben. Alibaba erklärte an der Hongkonger Börse, dass die Aufnahme in die Liste ein Fehler sei und dass alle rechtlichen Schritte unternommen würden. BYD erklärte, dass die Liste das normale Geschäft und die Beziehungen zu Nicht-Verteidigungsministeriums-Partnern nicht beeinträchtigt. NIO, das an der US-Börse notiert ist, stellte klar, dass die Liste keine Sanktionsliste ist und den Wertpapierhandel nicht einschränkt. Zhu Yanmin, Vorsitzender von KGI Securities, wies darauf hin, dass ähnliche Maßnahmen der USA zur Normalität geworden sind, die Investorenstimmung deutlich abgestumpft ist und es keinen erneuten Ausverkauf wie in der Vergangenheit gab, was zeigt, dass der Markt zunehmend unempfindlich gegenüber politischen und geopolitischen Risiken wird.
Beschleunigung der Lieferketten-Diversifizierung und des inländischen Ersatzprozesses
Die internationale Expansion der chinesischen High-Tech-Industrie zeigt bereits eine starke geografische Diversifizierung. Laut den neuesten Daten der chinesischen Zollbehörde stiegen die Exporte in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 %, was die Erfolge der Marktdiversifizierung zeigt. Zhou Mi, ein leitender Forscher am chinesischen Institut für internationalen Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit, analysiert, dass die Erweiterung der US-Liste im Wesentlichen eine defensive Politikprojektion gegenüber der steigenden technologischen Wettbewerbsfähigkeit Chinas ist. Er betont, dass in den Bereichen Halbleiter, künstliche Intelligenz und neue Energien bereits eine inländische Ersatzkette gebildet wurde und die Autonomisierung der Schlüsseltechnologien beschleunigt wird. Sollte die internationale Barriere weiter verschärft werden, könnte dies die Widerstandsfähigkeit der heimischen Lieferkette weiter stärken und die Trennung der Endlieferketten zwischen China und den USA vorantreiben.