- Europas größter Vermögensverwalter Amundi erklärt, dass die von künstlicher Intelligenz getriebenen Kursgewinne asiatischer Technologiewerte durch fundamentale Faktoren gestützt werden. Die aktuellen Bewertungen erscheinen im Vergleich zu den hohen Gewinnerwartungen weiterhin angemessen und haben noch nicht das Stadium einer Vermögensblase erreicht.
- Es wird erwartet, dass die globalen Investitionen in KI-Infrastruktur bis 2030 auf 5 Billionen US-Dollar ansteigen werden. Die Halbleiter-Lieferketten in Südkorea und Taiwan werden weiterhin von den Kapitalausgaben der US-amerikanischen Cloud-Giganten profitieren.
- Der geldpolitische Kurs der US-Notenbank Fed wird zur zentralen externen Variable. Sollte die Kerninflation in den USA hartnäckig bleiben und die Renditen von US-Staatsanleihen steigen, werden die Finanzierungskosten für hoch bewertete Wachstumsaktien und die KI-Lieferkette unter Druck geraten.
Gewinnerwartungen stützen Bewertungen der asiatischen Halbleiter-Lieferkette
Amundi verwaltet Vermögenswerte in Höhe von etwa 2,4 Billionen Euro (ca. 2,8 Billionen US-Dollar). Alessia Berardi, Leiterin der globalen Schwellenmarktstrategie, erklärt, dass trotz der jüngsten Kursgewinne führender Halbleiterunternehmen in Südkorea und Taiwan die starke Gewinnerwartung für die Zukunft der Kernfaktor dieser Entwicklung ist. Im Vergleich zu den erwarteten Gewinnleistungen dieser Unternehmen bleiben die aktuellen Bewertungsniveaus weiterhin im angemessenen Bereich und deuten nicht zwangsläufig auf eine Vermögensblase hin.
Fünf Billionen Dollar Investitionszyklus erstreckt sich auf Hardware-Bereich
Laut Branchenprognosen werden die globalen Kapitalausgaben für generative künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Rechenzentrumsinfrastruktur bis 2030 kumuliert 5 Billionen US-Dollar erreichen. Diese langfristige Investitionsexpansion bietet asiatischen Netzwerken und Elektronikkomponentenlieferanten, die Hardware-Unterstützung bieten, erhebliches Wachstumspotenzial. Unternehmen wie Samsung Electronics und SK Hynix in Südkorea, die tief in Hochbandbreitenspeicherchips und fortschrittliche Verpackungstechnologien involviert sind, sind unverzichtbare Bestandteile der globalen KI-Lieferkette geworden.
Koreanischer Kospi-Index verzeichnet fast 100% Zuwachs
In dieser von der Hardware-Nachfrage getriebenen Marktentwicklung sticht der koreanische Aktienmarkt besonders hervor. Obwohl der koreanische Kospi-Index an einem Handelstag kürzlich um fast 7% zurückging, beträgt der kumulierte Zuwachs in diesem Jahr fast 100%. Gleichzeitig stieg der Hauptindex für Schwellenländeraktien in diesem Jahr insgesamt um etwa 25%, wobei der Technologiesektor den Hauptantrieb lieferte. Dies zeigt, dass der Handel mit künstlicher Intelligenz sich von den US-amerikanischen Technologieriesen auf die asiatische Hardware-Lieferkette und die Schwellenmärkte ausgebreitet hat.
US-Zinsumfeld und Renditen von US-Staatsanleihen als Schlüsselvariablen
Amundi weist darauf hin, dass das weitere Aufwärtspotenzial asiatischer Technologiewerte stark von den Kapitalausgaben der großen US-Technologieunternehmen abhängen wird. Sollte die Fed die hohen Zinsen aufgrund des anhaltenden Inflationsdrucks länger aufrechterhalten oder der Markt die Zinserhöhungen neu bewerten, wird der anhaltende Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen die Kreditkosten der Unternehmen direkt erhöhen. Dies könnte nicht nur die Gesamtbewertung hoch bewerteter Wachstumsaktien unter Druck setzen, sondern auch die großen Cloud-Dienstleister dazu zwingen, ihre Investitionsschwellen neu zu bewerten, was wiederum einen Übertragungsschock auf die Auftragsnachfrage der asiatischen Lieferkette auslösen könnte.
Emerging Markets Asset Allocation zeigt differenzierte Widerstandsfähigkeit
Vor dem Hintergrund sich überschneidender makroökonomischer Risiken zeigen neben den asiatischen Aktienmärkten mit Technologievorteilen auch lateinamerikanische Lokalwährungsanleihen und einige Vermögenswerte in aufstrebenden europäischen Märkten eine starke politische Pufferkapazität. Mit der Verbesserung der fiskalischen Lage und der externen Puffer einiger Schwellenländer verschärft sich der Wettbewerb zwischen Schwellenmarkt- und entwickelten Marktanlagen. Sollten die globalen geopolitischen Spannungen und die Schwankungen der Rohstoffpreise anhalten, werden Vermögenswerte von Volkswirtschaften mit ausreichenden politischen Instrumenten eine höhere Anziehungskraft auf das globale Kapital ausüben.