
Die Bank of America weist in ihrer neuesten Einschätzung darauf hin, dass die strafrechtliche Untersuchung des Justizministeriums zu Jerome Powell, dem Vorsitzenden der Fed, eine weitere Schicht „politischen Lärms“ zur bereits sensiblen politischen Kommunikation hinzufügt. Ihrer Ansicht nach scheint die kurzfristige Marktreaktion zurückhaltend zu sein, aber sobald solche Unsicherheiten in den Diskussionsrahmen des Ausschusses eintreten, könnte es schwieriger werden, den zukünftigen Zinssenkungspfad als „rein datengetriebenes“ Ergebnis zu gestalten.
Märkte zunächst „abwarten“, aber Themen zur Unabhängigkeit entflammen wieder
Die Bank of America stellt fest, dass nach Bekanntwerden der Nachricht die langfristigen Zinsen der US-Staatsanleihen nur geringfügig schwankten, was darauf hindeutet, dass Investoren es derzeit nicht als systemischen Schock einpreisen: Zum Beispiel wird die Bewegung der 30-jährigen US-Staatsanleihezinsen als nur wenige Basispunkte beschrieben. Die Bank wertet diese Reaktion als „der Markt ignoriert es momentan“, betont aber auch, dass langfristige Zinsen immer eine höhere Sensibilität gegenüber der Unabhängigkeit von Zentralbanken haben, und dass Ruhe nicht gleichbedeutend mit dem Verschwinden von Risiken ist.
Hauptsorge der Bank of America: Die Untersuchung könnte die interne Hürde für Zinssenkungen „erhöhen“
Im Gedankengang der Bank of America verändert die Untersuchung möglicherweise nicht direkt die wirtschaftlichen Daten, könnte jedoch die „Interpretation der Daten“ erschweren: Falls externe Kontroversen anhalten, könnte die vorsichtigere Fraktion im FOMC stärker „Abwarten und Bestätigen“ betonen und somit bei Diskussionen über Zinssenkungen höhere Beweisanforderungen stellen. Zugleich warnt die Bank, dass bei zukünftigen Veränderungen an der Spitze der Fed zugunsten taubenhafterer Ansichten ein neuer Vorsitzender Schwierigkeiten haben könnte, das Gremium und die Märkte davon zu überzeugen, dass Zinssenkungen vollkommen auf objektiven Veränderungen bei Inflation und Wachstum basieren und nicht auf externem Druck.
Wichtige Zeitpunkte: Powell’s Verbleibserwartungen und das Anhörungssdatum im „Cook-Fall“
Die Bank of America lenkt die Aufmerksamkeit auf zwei Zeitachsen: Zum einen die Spekulationen über das Verbleiben des Vorsitzenden Powell angesichts des bevorstehenden Endes seiner Amtszeit, zum anderen das Anhörungsverfahren des Obersten Gerichtshofs im Streit um den Verbleib von Fed-Direktorin Lisa Cook. Ein Bericht von Reuters zeigt, dass der Oberste Gerichtshof am 21. Januar 2026 Argumente im Fall der versuchten Entlassung von Cook durch die Trump-Regierung anhören wird; dieser Fall wird als ein wichtiger Prüfstein für die Unabhängigkeit der Fed betrachtet.
In Übereinstimmung damit werden auch die Wetten auf den Märkten schnell angepasst: Laut der Bank of America zeigen von ihr zitierte Polymarket-Verträge, dass die Investoren ihre Erwartungen hinsichtlich Powells Verlassen des Rats bis zu einem bestimmten Datum nach unten korrigiert haben (die Werte ändern sich mit den Handelsaktivitäten kontinuierlich).
Warum die Untersuchung den Markt bewegt: Von „überarbeiteten Zeugnissen“ bis hin zu politischer Glaubwürdigkeit
Mehrere Medien berichten im Hintergrund, dass die Untersuchung des Justizministeriums mit Kontroversen um Powells Aussage vor dem Kongress zum Renovierungsprojekt der Fed-Zentrale zusammenhängt, insbesondere um Details, Kosten und ob die Aussage rechtliche Risiken darstellt. Für den Markt liegt die tatsächliche Verbindung jedoch nicht im Projekt selbst, sondern darin: Sobald der Präsident der Zentralbank in kriminelle Untersuchungsgeschichten verwickelt ist, steigen die Überzeugungskosten der Geldpolitik hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit und „unabhängig getroffener Entscheidungen“.
