- Die drei großen US-Aktienindex-Futures stehen am Dienstag vorbörslich unter Druck, wobei der Nasdaq 100 E-Mini-Kontrakt mit einem Rückgang von 0,78% anführt. Hauptsächlich belastet durch die Neubewertung von Nvidia sowie Speicherchip- und Datenspeicheraktien, fließt Kapital beschleunigt aus dem hoch bewerteten Halbleitersektor ab.
- Die internationalen Benchmark-Rohstoffpreise schwanken auf hohem Niveau. Obwohl die Brent-Rohöl-Futures marginal um 1,5% zurückgingen, bleiben sie aufgrund der makroökonomischen Unsicherheiten über 110 Dollar pro Barrel. Der Verkaufsdruck auf globale Staatsanleihen hat sich vorübergehend abgeschwächt, und die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen ist leicht auf 4,587% zurückgegangen.
- Die Marktbewertung des nominalen Zinspfads der Fed hat eine hawkische Umstrukturierung erfahren. Das FedWatch-Tool der CME zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte Anfang nächsten Jahres auf etwa 40% gestiegen ist. Investoren warten gespannt auf das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der Fed-Sitzung und den Nvidia-Geschäftsbericht.
Neubewertung der Bewertungsmultiplikatoren für wachstumsstarke Technologieanlagen
Da die langfristigen Renditen der US-Staatsanleihen kürzlich den höchsten Stand seit Februar 2025 erreicht haben, steht das Diskontierungsmodell für zukünftige Cashflows von hoch bewerteten Technologiewerten vor einer systematischen Neubewertung. Im vorbörslichen Handel verzeichnete Nvidia einen Rückgang von über 1% und steht vor dem Risiko, den dritten Handelstag in Folge im Minus zu schließen. Gleichzeitig setzt sich der Abwärtstrend im Speicherchip- und Datenspeichersegment fort, wobei Micron Technology, Seagate Technology und Western Digital vorbörslich deutlich nachgeben. Dies spiegelt wider, dass Kapital in einem Markt ohne neue Katalysatoren beginnt, Gewinne bei den Kernwerten, die den Markt in diesem Jahr auf neue Höchststände getrieben haben, mitzunehmen und in defensive Anlagen umzuschichten.
Makroökonomische Unsicherheiten dämpfen die Risikoprämien von Vermögenswerten
Obwohl die Trump-Regierung die für Dienstag geplante militärische Aktion gegen bestimmte geopolitische Ziele verschoben hat, was die Sorgen um die physische Rohölversorgung vorübergehend lindert, bleiben die Rohstoffpreise auf hohem Niveau, was die Finanzmärkte weiterhin in Sorge über eine zweite Inflationswelle versetzt. Die wichtigsten Zentralbanken der Welt könnten angesichts der Inflationsresistenz gezwungen sein, eine längere Periode restriktiver oder neutraler Geldpolitik zu verfolgen, was die Risikobereitschaft auf den Derivatemärkten direkt einschränkt. XTB-Forschungsdirektor Brooks weist darauf hin, dass Investoren aufgrund der ungelösten geopolitischen Pattsituation bei der Bewertung von Hochrisikoanlagen allgemein höhere geopolitische Prämien einpreisen.
Wichtige makroökonomische Variablen und Unternehmensausblicke
Am Mittwoch wird sich der Fokus des Marktes von der vorbörslichen Volatilität auf das Eintreffen zweier bedeutender Ereignisse verlagern. Zunächst wird das Protokoll der Sitzung des Federal Open Market Committee veröffentlicht, wobei der Markt versucht, die Unterstützung innerhalb der Entscheidungsträger für einen Wechsel von einer lockeren zu einer restriktiveren Politik zu erkennen. Zweitens wird der neueste Geschäftsbericht von Nvidia, als Indikator für die globale Nachfrage nach künstlicher Intelligenz, direkt bestätigen oder widerlegen, ob es sich bei der aktuellen hohen Bewertung der Halbleiterbranche um eine Blase handelt. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des Einzelhandelsriesen Walmart in dieser Woche Aufschluss darüber geben, wie belastbar die Endverbraucher angesichts der anhaltend steigenden Energiekosten tatsächlich sind.