Mit dem anhaltenden Anstieg der Rohölpreise haben Händler ihre Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr gesenkt. Der Markt befürchtet, dass der Anstieg der Energiepreise den Inflationsdruck erhöhen und den geldpolitischen Kurs der Fed weiter verkomplizieren wird. Die Ausweitung des Konflikts zwischen den USA und Israel gegen den Iran und die daraus resultierenden Unterbrechungen im Kraftstofftransport haben die Sorgen über eine Unterbrechung der Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten verstärkt.
Erwartungen an eine Fed-Zinssenkung gesenkt
Laut dem FedWatch-Tool der CME zeigen Futures-Kontrakte, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im Juni auf 30,7 % gesunken ist, verglichen mit 49,6 % in der vergangenen Woche und über 56 % im Vormonat. Zuvor erwarteten Händler, dass die Fed im Juni den Zinssenkungszyklus wieder aufnehmen würde, aber jetzt bevorzugt der Markt eher die Möglichkeit einer Zinssenkung im Juli, mit einer Wahrscheinlichkeit von 47,2 %.
Goldman-Sachs-Analyse zur Wirkung von Ölpreisen auf den CPI
Analysten von Goldman Sachs stellten in einem Bericht fest, dass ein anhaltender Anstieg der Ölpreise um 10 % den Kern-Verbraucherpreisindex (CPI) um 4 Basispunkte erhöhen und den gesamten CPI um 28 Basispunkte steigen lassen könnte. Dies bedeutet, dass der Anstieg der Ölpreise die Inflation verschärfen könnte, insbesondere indem er die Benzin- und Transportkosten erhöht, was wiederum die Preise für Waren und Dienstleistungen in die Höhe treiben könnte.
Erwartungen an die zukünftige Politik der Fed
Derzeit erwarten Händler, dass die Fed die Politik im Dezember kumulativ um 42 Basispunkte lockern könnte, was einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im Jahr entspricht, wobei die Möglichkeit einer zweiten Zinssenkung ungewiss bleibt. Der Markt geht allgemein davon aus, dass die Fed im März die Zinsen unverändert lassen wird, und rechnet mit drei Zinssenkungen im Jahr 2025. Bis dahin wird erwartet, dass die Fed ihre Politik unverändert lässt, bis der durch die Ölpreise verursachte Inflationsdruck nachlässt.