- Der Spot-Goldpreis (GOLD) fiel am Montag im Handel um 0,7 % auf 4.794,21 US-Dollar pro Unze und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 13. April. Der US-Gold-Future (GOLD) zur Lieferung im Juni fiel gleichzeitig um 1,3 % auf 4.813,70 US-Dollar, hauptsächlich aufgrund der Stärke des US-Dollar-Index (DXY).
- Die erneute Schließung der Straße von Hormus führte dazu, dass das Schifffahrtsvolumen von und in die Golfregion auf ein Minimum fiel. Der starke Anstieg der Rohölpreise belebte die Marktsorgen über künftige Inflation, was die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen (US10Y) um 0,6 % anhob.
- Der Spot-Konsumsektor und der Industriemetallsektor erlebten einen spürbaren Druck. Der Schmuckkonsum während des indischen Schlüsselgolfestivals zeigte sich aufgrund der hohen Preise träge. Spot-Silber (XAGUSD1!), Platin (PL1!) und Palladium (XPDUSD1!) verzeichneten Rückgänge von 1,3 %, 0,8 % und 0,4 %.
Strukturelle Umkehr der Kriegsstrategielogik
Die Preislogik auf dem Edelmetallmarkt zeigte heute eine deutliche Diversifizierung. Normalerweise führen geopolitische Spannungen im Nahen Osten zu Kaufbewegungen bei traditionellen sicheren Anlagen, aber im derzeitigen makroökonomischen Rahmen hat sich der Übertragungsweg dieser Fluchtnachfrage geändert. Laut einer Bewertung des Global Macro Heads von Tastylive, wurde die Kriegsdynamik, die seit dem Ausbruch des Konflikts bestand, durch die potenzielle Auflösung des in der Vorwoche eingepreisten Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und Iran neu aktiviert. Da der direkte Ausdruck dieses Konflikts die Blockade der Straße von Hormus ist, führte die Unterbrechung der Energieversorgung zu einem Anstieg der Ölpreise, was die Erwartungen der Makrofonds auf einen Rebound der Kerninflation direkt verstärkte. In dieser komplexen Übertragungskette wurde das traditionelle Sicherheitsmerkmal von Gold durch den Druck steigender Realzinsen ausgeglichen, und Kapital floss eher in festverzinsliche Anlagen, die eine Rendite bieten können.
Der Druck realer Zinsen auf ertragslose Vermögenswerte
Der deutliche Anstieg der Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stellt die zentrale makroökonomische Variable dar, die den Goldpreis belastet. Wenn die risikolosen Renditen steigen, erhöhen sich die relativen Haltekosten von Anlagen, die keine Zinsen erwirtschaften wie Gold, erheblich. Gleichzeitig macht die anhaltende Stärke des US-Dollar-Index Gold für Inhaber von Nicht-US-Dollar-Währungen teurer, was die Kaufunterstützung auf dem internationalen Spotmarkt marginal schwächt. Seit den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar sind die Goldpreise um etwa 8 % zurückgegangen, was den Markt voll und ganz dazu veranlasst, den potenziellen langen Zeitraum höherer globaler Zinssätze neu zu bewerten. Sollten die von Rohöl angetriebenen Inflationsverhältnisse durch zukünftige Wirtschaftsdaten bestätigt werden, dürfte Gold kurzfristig Schwierigkeiten haben, sich aus dem durch reale Zinsen dominierten Bewertungszyklus zu befreien.
Schrumpfende Unsicherheitsprämie im geopolitischen Spiel
Der Vorfall am Wochenende, bei dem die USA ein iranisches Frachtschiff festgesetzt haben, das die Blockade zu durchbrechen versuchte, und die darauf folgenden Vergeltungsankündigungen Irans, machen deutlich, dass sogar das für den Waffenstillstand vorgesehene Abkommen möglicherweise nicht bis zur beabsichtigten Frist aufrechterhalten werden kann. Iran hat klar signalisiert, dass es nicht an den von den USA gewünschten zweiten Verhandlungen teilnehmen wird, die vor dem Ende der Feuerpause am Dienstag beginnen sollen. Diese diplomatische Pattsituation sollte theoretisch das Gold durch eine Unsicherheitsprämie stützen, doch angesichts der starken Dollar- und Hochzins-Kombination ziehen sich Goldfanatiker in eine abwartende Haltung zurück. Der aktuelle Kernkonflikt des Marktes hat sich von der rein geopolitischen Überschreitung zur Bedrohung durch von Konflikten ausgelöste Stagflation verschoben. In diesem extremen makroökonomischen Quadranten verlagert sich die Liquiditätspräferenz, was dazu führt, dass das finanzielle Attribut von Gold zeitweise der doppelt defensiven und Zahlungsmittelrolle des Dollars weicht.
Datenverifikation des Konsummarktes
Während der Druck auf der makroökonomischen Mittelfront lastet, zeigt das Mikroverbundfundament von Spot-Gold ebenfalls deutliche Anzeichen von Schwäche. Während der traditionellen Schlüsselhaupteinkaufsaison für Gold in Indien wurde die Endnachfrage nach Schmuck aufgrund der stark gestiegenen Goldpreise, die sich auf historischem Höchststand befanden, stark gedämpft. Die Reaktion des Marktes am Sonntag zeigte, dass die Goldnachfrage insgesamt weiterhin träge bleibt, obwohl der Bedarf an Investmentgoldbarren leicht anstieg, kann dieser Zuwachs die allgemeine Belastung durch den schwachen Schmuckverbrauch bei weitem nicht ausgleichen. Darüber hinaus sind auch andere Industriemetalle mit starker industrieller Bedeutung nicht immun; Spot-Silber fiel auf 79,75 US-Dollar pro Unze, Platin und Palladium sanken auf 2.086,90 US-Dollar bzw. 1.553 US-Dollar. Sollte sich der globale industrielle Ausblick im Zuge steigender Energiekosten abschwächen, könnte dies den industriellen Nachfrageaussichten für Silber und Platinmetalle weiteren Druck verleihen.