
Skalierung sprunghaft: Nominales Volumen etwa 1,5 Billionen USD, Expansion schneller als die Staatsanleihenemission
Strategen von Morgan Stanley schätzen in ihrem jüngsten Bericht, dass das nominale Volumen der US-Staatsanleihen „Basiswert-Trades“ (Arbitrage zwischen Kassakurs und Futures-Kurs von Staatsanleihen) auf etwa 1,5 Billionen USD angewachsen ist. Die Bank gibt an, dass sich das Volumen dieser Strategie im Vergleich zum Höchststand 2019 um etwa 75 % erhöht hat und das Wachstumstempo in den letzten Jahren sogar schneller war als die Emissionsrate von US-Staatsanleihen, weshalb es genauer überwacht werden muss.
Risikomechanismus: Sobald passive Bereinigungen eintreten, könnten Market-Making-Intermediäre Schwierigkeiten haben, den Transaktionsschub abzufedern
Basiswert-Trades werden üblicherweise von Hedgefonds dominiert, wobei die Gewinne von der „Konvergenz“ der Preisdifferenz abhängen. Morgan Stanley warnt jedoch, dass der wahre Schwachpunkt in der Liquidität liegt: Wenn sich die Finanzierungsbedingungen verschärfen oder die Marktvolatilität ansteigt, könnten Fonds gezwungen sein, ihre Positionen schnell zu reduzieren, was das kurzfristig freigesetzte Handelsvolumen möglicherweise über die Aufnahmefähigkeit der Anleihehändler hinaus ansteigen lässt und so lokale Spannungen zu systemischen Erschütterungen ausweitet.
Konzentration erhöht sich: 5-Jahres-Kontrakt am „überlaufensten“, Risikoexponierung der mittleren Laufzeiten weitet sich aus
Morgan Stanley stellt fest, dass die derzeitigen Risiken stark auf 5-Jahres-Staatsanleihenfutures konzentriert sind, gefolgt von langfristigen und 10-Jahres-Kontrakten; gleichzeitig nimmt das Risikoexposure der „mittleren“ Renditekurvensegmente zu, was bedeutet, dass bei widrigen Marktbedingungen die Auswirkungen konzentrierter und schneller eintreten könnten.
Warum es an 2020 erinnert: Damals schnitt der Kassamarkt schlechter ab als Futures, was die Fed zum Eingreifen veranlasste
In dem Bericht wird erwähnt, dass es im Jahr 2020 zu einer schlechteren Performance des Kassamarktes gegenüber Futures kam, was das Gegenteil der für Basiswert-Trading wesentlichen Marktumgebung ist, und dass Hedgefonds Verluste erlitten und bei den damals heftigen Schwankungen eine treibende Kraft waren. Die Federal Reserve stabilisierte daraufhin den Markt durch großangelegte Käufe von Staatsanleihen und in dem sie dem Repo-Markt und anderen kurzfristigen Märkten Liquidität zuführte. Es ist bemerkenswert, dass Morgan Stanley angibt, dass das Volumen der Basiswert-Trades damals etwa 500 Milliarden USD betrug, was nur ein Drittel des derzeitigen Volumens ist.
Regulatorische Bedenken wachsen: BIS und Bank of England warnen vor Risiken durch Hebeleffekte und überfüllte Geschäfte
In Bezug auf das Risiko berichtet Investing.com, dass globale Regulierungsbehörden ihre Überprüfung dieser Strategie verstärkt haben; sowohl die Bank of England als auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) haben vor den finanziellen Stabilitätsrisiken gewarnt, die durch die stark gehebelten „Relative-Value“-Trades einiger großer Hedgefonds entstehen könnten.
