
Möglicher "Gangwechsel" bei Übernahme: von Cash+Aktien zu All-Cash
Mehrere Medien, die sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beziehen, berichten, dass Netflix derzeit erwägt, die Struktur seines Kaufs von Vermögenswerten des Unternehmens Warner Bros. Discovery (WBD) zu ändern. Der zentrale Ansatz besteht darin, das ursprüngliche "Cash+Aktien"-Modell in ein direkteres All-Cash-Angebot zu verwandeln. Dies wird von Marktbeobachtern dahingehend interpretiert, dass damit die Vertragsbedingungen vereinfacht, die Durchführungszeit verkürzt und Preisschwankungen der Aktien auf das Deal-Pricing reduziert werden sollen.
Gemäß den ursprünglich veröffentlichten Bedingungen sollten Warner-Aktionäre ursprünglich 23,25 Dollar in bar je Aktie und 4,50 Dollar in Netflix-Stammaktien erhalten, begleitet von einem Schutzmechanismus, der an das Kursniveau der Netflix-Aktie gekoppelt ist. Da der Kurs von Netflix seit der Übernahmeinitiative zurückgegangen ist, sind sowohl die "Machbarkeit" der Transaktion als auch die Kommunikationskosten gestiegen.
Finanzierungskarte: 59 Milliarden US-Dollar Brückenfinanzierung und Fortschritte bei der Refinanzierung
Berichte erwähnen zudem, dass Netflix zur Unterstützung dieser Übernahme von einer Gruppe Wall Street Banken eine Finanzierungsvereinbarung in Höhe von rund 59 Milliarden US-Dollar erhalten hat, beschrieben als eines der größten Brückendarlehen der Geschichte; ein Teil der Verbindlichkeiten wurde bereits durch die Ausgabe von langfristigen Anleihen refinanziert (rund 25 Milliarden US-Dollar). Laut Kreditanalysemeinungen hat Netflix noch weiteres Finanzierungspotenzial, und unter dem aktuellen Bilanzhintergrund könnte sich die Kreditlage dadurch nicht wesentlich verschärfen.
Konkurrenz erhöht Einsatz: Paramounts höheres All-Cash-Angebot + Klage + Proxy-Kampf
Die Beschleunigung dieses Übernahmeprozesses steht im Zusammenhang mit aggressiven Schritten der Konkurrenten. Laut Berichten von Reuters und anderen hat Paramount Skydance Warner ein höheres All-Cash-Angebot unterbreitet (Berichten zufolge 30 Dollar pro Aktie, insgesamt rund 108 Milliarden US-Dollar), unterstützt durch finanzielle Unterstützung von Oracle-Mitbegründer Larry Ellison. Gleichzeitig fordert Paramount gerichtlich Transaktions- und Bewertungsdetails an und schwelt Pläne, Vorstandsmitglieder zu nominieren, um Auseinandersetzungen auf Aktionärsebene voranzutreiben.
Paramount veröffentlichte ebenfalls eine Erklärung, in der es sein "besseres" Angebot betonte und die neuesten Schritte zur Förderung seiner Übernahmeaktion bekannt gab.
Marktreaktion: Aktienkurse der beiden Unternehmen steigen leicht, Unsicherheiten bleiben bestehen
Angesichts der Berichte über eine mögliche Umstellung auf ein All-Cash-Angebot stiegen die Aktienkurse von Warner und Netflix laut entsprechenden Meldungen leicht an. Allerdings glauben die meisten Analysen, dass letztlich das Tempo der nächsten Stufe noch von den Kämpfen auf Vorstandsebene, der Finanzierungsumsetzung und dem Fortschritt der Kartell- und Regulierungsprüfungen abhängt.
