- Die geopolitischen Konflikte im Nahen Osten führen zu einer Neubewertung globaler Vermögenswerte. Der Spot-Goldpreis verzeichnete am Mittwoch einen Rückgang von 1,2 % und schloss bei 4434,30 USD pro Unze, was einem Rückgang von etwa 53,76 USD gegenüber dem Vortag entspricht.
- Die Erwartungen an Störungen auf der Angebotsseite im Energiesektor haben sich deutlich verstärkt. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Rohöl stieg im Tagesverlauf um über 2,50 %, während der US-Dollar-Index (DXY) um 0,32 % auf 99,53 zulegte, was den wertlosen Vermögenswerten, die in US-Dollar bewertet werden, direkt einen Bewertungsdruck auferlegte.
- Die Zahl der ADP-Beschäftigten in den USA stieg im Mai um 122.000 und übertraf damit die Erwartungen. Gleichzeitig expandierte der ISM-Dienstleistungs-PMI auf 54,5. Die Widerstandsfähigkeit der makroökonomischen Fundamentaldaten veranlasste den Markt, den geldpolitischen Kurs der Fed neu zu bewerten, wodurch die Zinssenkungserwartungen weiter abkühlten.
Geopolitische Spannungen erhöhen das Energierisiko
Die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten zeigen eine Tendenz zur Ausweitung. Laut neuesten Informationen führte ein Angriff des Iran auf Kuwait zu Schäden an der Infrastruktur, während das US-Militär in der Nähe der Straße von Hormus gezielte Verteidigungsmaßnahmen ergriff. Zwischen Washington und Teheran gibt es derzeit keine wesentlichen Fortschritte in den diplomatischen Kontakten. In einem Interview mit den Medien erklärte die israelische Führung, dass die USA und Israel bereit seien, weitere Maßnahmen zu ergreifen, falls die Situation dies erfordert. Auch die US-Regierung signalisiert, dass bei einer weiteren Eskalation der geopolitischen Konflikte eine vollständige Wiederaufnahme militärischer Aktionen nicht ausgeschlossen ist. Diese geopolitischen Variablen treiben die Risikoprämien auf den Energiemärkten direkt in die Höhe, was sich in einem deutlichen Anstieg der WTI-Rohölpreise widerspiegelt und die tiefen Sorgen des Marktes über Unterbrechungen der Ölversorgungskette zeigt.
Neubewertung der Inflationserwartungen und Verknappung der Dollar-Liquidität
Der Aufwärtsdruck auf die Energiepreise überträgt sich auf die breiten Inflationsindikatoren. Vor diesem Hintergrund nehmen die Sorgen über eine zweite Inflationswelle zu. Gold wird traditionell als Absicherung gegen Inflation angesehen, aber da es keine Zinsen abwirft, wird seine Attraktivität in einem makroökonomischen Umfeld, in dem die Inflationserwartungen die nominalen und realen Zinssätze erhöhen, oft gedämpft. Der Dollar-Index stieg den dritten Tag in Folge und erreichte 99,53. Ein starker Dollar erhöht die Kosten für Nicht-Dollar-Inhaber, was den Aufwärtsdruck auf den Goldmarkt weiter verstärkt. Sollten die Angebotsseitenschocks im Energiesektor anhalten, könnten die wichtigsten Zentralbanken der Welt gezwungen sein, ein hohes Zinsniveau beizubehalten, um die Inflationserwartungen zu verankern.
Makrodaten bestätigen wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und dämpfen Zinssenkungserwartungen
Die makroökonomischen Daten der USA bieten weitere fundamentale Unterstützung für ein hohes Zinsumfeld. Im Arbeitsmarkt stieg die Zahl der ADP-Beschäftigten im Mai um 122.000, was über den Markterwartungen von 117.000 liegt; auch die Daten der Stellenangebote und der Arbeitskräftemobilität (JOLTS) zeigen einen Aufwärtstrend. Im Dienstleistungssektor stieg der ISM-Dienstleistungs-PMI im Mai von 53,6 auf 54,5, wobei der Preiszahlungsindex von 70,7 auf 71,3 anstieg, was zeigt, dass die steigenden Kosten für Energie und andere Inputs allmählich auf die Endverbraucher im Dienstleistungssektor übergehen. Der Präsident der New Yorker Fed, Williams, erklärte, dass die aktuelle Geldpolitik im angemessenen Bereich liege und es kurzfristig keinen Bedarf für eine Anpassung des Leitzinses gebe. Sollten die demnächst veröffentlichten Daten zu den nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigten (Markterwartung: 85.000 neue Stellen) die Stärke des Arbeitsmarktes weiter bestätigen, könnte der Zinssenkungszyklus der Fed weiter verzögert werden.
Technische Unterstützung für Spot-Gold wird getestet
Aus technischer Sicht zeigt der Spot-Goldpreis nach dem Durchbrechen der kurzfristigen gleitenden Durchschnittslinie Anzeichen einer marginalen Schwäche der Dynamik. Der Preis fiel im Tagesverlauf auf ein Tief von 4426 USD pro Unze und nähert sich derzeit der 200-Tage-SMA-Unterstützungslinie bei 4422 USD pro Unze. Der Relative-Stärke-Index (RSI) zeigt nach unten, was darauf hindeutet, dass die Bärenkräfte derzeit dominieren. Sollte der Goldpreis die 200-Tage-Unterstützungslinie effektiv durchbrechen, könnte die Marktpreisbildung neu bewertet werden, wobei die Unterstützungszone nach unten auf die runde Marke von 4400 USD verschoben werden könnte; umgekehrt, wenn er sich an dieser Stelle stabilisiert, könnte sich ein schwaches Schwankungsmuster im aktuellen Bereich bilden.