
Entscheidung: Ziel für den Leitzins auf 3,85 % angehoben, erste Zinserhöhung seit zwei Jahren
Berichten zufolge hat die australische Notenbank (RBA) auf ihrer Sitzung am 3. Februar das Ziel für den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,85 % angehoben, und dies ist eine einstimmige Entscheidung des Vorstands. Reuters ergänzt, dass dies die erste Zinserhöhung der australischen Zentralbank seit etwa zwei Jahren ist.
Inflationshintergrund: Wiederanstieg in der zweiten Hälfte 2025, langsame Rückkehr
Die RBA erklärte in ihrer Stellungnahme, dass die Inflation zwar deutlich unter dem Höchststand von 2022 liege, jedoch in der zweiten Jahreshälfte 2025 "deutlich ansteige", was teilweise den steigenden ökonomischen Kapazitätsdruck widerspiegele. Daher könnte die Inflation für eine gewisse Zeit über dem Zielkorridor von 2 %–3 % bleiben.
In der „Geldpolitischen Erklärung“ vom Februar hat die RBA ebenfalls festgestellt, dass die Kerninflation im vierten Quartal 2025 im Jahresvergleich bei etwa 3,4 % liege, während die Gesamt-CPI-Inflation bei etwa 3,6 % liege, und hat die Prognose für den Inflationspfad nach oben korrigiert.
Herkunft des Drucks: stärkere Nachfrage, "angespannteres" Angebot, weiterhin angespannter Arbeitsmarkt
Die Zentralbank betont, dass das Wachstum der privaten Nachfrage höher sei als zuvor erwartet, wobei der private Konsum und Investitionen dieser Entwicklung zuträglich seien; auch die Aktivität und Preise auf dem Wohnungsmarkt steigen. Gleichzeitig sei das Kreditangebot relativ üppig, und die Auswirkungen früherer Zinssenkungen wirkten sich weiterhin aus, was die Nachfrage elastischer mache.
Im Hinblick auf den Arbeitsmarkt stellt die RBA fest, dass der Arbeitsmarkt "noch etwas angespannt" sei, die Arbeitslosenquote unter den Erwartungen liege, die Unterauslastungsrate gering sei und die Indikatoren für Löhne und Arbeitskosten stark blieben.
Weitere Entwicklungen: Keine Verpflichtung zur weiteren Zinserhöhung, aber Betonung des Handelns "bei Bedarf"
Die RBA gab keinen klaren Hinweis auf die nächste Maßnahme, sondern bekräftigte, dass sie globale und nationale Daten, Veränderungen der inländischen Nachfrage, der Inflation und im Arbeitsmarkt genau beobachten werde und "tun werde, was sie für nötig halte", um Preisstabilität und Vollbeschäftigung zu erreichen.
Reuters merkte an, dass Investoren bereits zuvor aufgrund der im vierten Quartal höher als erwarteten Inflation, des Wiederauflebens des Konsums und des sinkenden Arbeitslosenanteils dazu tendierten, auf eine Zinserhöhung zu setzen.
