- Auf dem europäischen Devisenmarkt bleibt das Pfund gegenüber dem US-Dollar und dem Euro in einer engen Schwankungsbreite, hauptsächlich aufgrund der direkten Einschränkungen durch die geopolitische Pattsituation im Nahen Osten und die Übertragungseffekte der Energiepreisschwankungen.
- Die Verhandlungen mit dem Iran stagnieren und lokale Konflikte eskalieren, was die Brent-Rohöl-Futures-Kontrakte aufgrund von Angebotsängsten auf ein über einwöchiges Hoch treibt.
- Die Markterwartungen bezüglich einer Zinserhöhung der Bank of England haben sich signifikant angepasst, wobei der erste 25-Basispunkte-Zinserhöhungstermin im Zins-Swap-Markt nun auf September verschoben wurde.
Entwicklung der geopolitischen Lage und Energiepreistransmission
Die anhaltenden geopolitischen Konflikte im Nahen Osten beeinflussen tiefgreifend die Preislogik des globalen Energiemarktes. Neueste Entwicklungen zeigen, dass die US-Iran-Verhandlungen keinen substanziellen Durchbruch erzielt haben und lokale militärische Spannungen den Flughafen von Kuwait und die Schifffahrtsrouten um die Straße von Hormus betreffen. Angetrieben durch diese geopolitische Risikoprämie stiegen die Brent-Rohöl-Futures (BRN1!) an einem Tag um 2,08 % und erreichten die obere Grenze der jüngsten Schwankungsbreite. Angesichts der hohen Abhängigkeit der britischen Makroökonomie von importierter Energie werden die steigenden globalen Brennstoffkosten direkt auf die britischen Inflationsdaten übertragen, was einen nicht zu vernachlässigenden Druck auf die Wachstumserwartungen der Makroökonomie ausübt.
Neubewertung des Zinspfads der Bank of England
Vor dem Hintergrund zunehmender externer Inflationsvariablen hat der Markt den Straffungszyklus der Geldpolitik der Bank of England (BOE) neu bewertet. Im Vergleich zu den anfänglichen Falkenerwartungen bei Ausbruch des Nahostkonflikts neigen institutionelle Investoren nun dazu zu glauben, dass das geldpolitische Komitee eine vorsichtigere Abwartehaltung einnehmen wird. Laut dem neuesten Preismodell des kurzfristigen Pfund-Overnight-Index-Swap (OIS)-Marktes erwarten Händler, dass die erste Zinserhöhung um 25 Basispunkte frühestens bei der geldpolitischen Sitzung im September erfolgen wird. Für den gesamten politischen Kurs in der zweiten Jahreshälfte schätzt der Markt, dass die kumulierten Zinserhöhungen im Jahr unter zwei liegen werden, was eine vorsichtige Abwägung zwischen den Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum und der Inflationspersistenz zeigt.
Schwankungsbreite des Pfund-Wechselkurses und Zinsdifferenzüberlegungen
Der Devisenmarkt reagiert relativ träge auf die oben genannten makroökonomischen Variablen. Das Pfund gegenüber dem US-Dollar (GBP/USD) fiel leicht um 0,08 % und notiert aktuell bei etwa 1,3447, im Kernbereich der jüngsten technischen Schwankungsbreite. Das Pfund gegenüber dem Euro (EUR/GBP) fiel um 0,01 % und blieb weitgehend stabil bei 0,8634. Das Makrostrategie-Team der Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) weist darauf hin, dass, wenn die Schifffahrt in der Straße von Hormus kurzfristig wieder normalisiert werden kann, die Bank of England ein großzügigeres Zeitfenster für die politische Bewertung erhalten wird. Wenn die Kerninflation ohne Energiepreise nicht unerwartet ansteigt, könnte eine abwartende Haltung auf der Zinsdifferenzebene das Pfund unter Druck setzen. Sollte sich der Konflikt jedoch entspannen, wird der Druck auf die britischen öffentlichen Finanzen durch Subventionen erheblich verringert, was ein potenzieller Unterstützungsfaktor für den mittelfristigen Pfundkurs sein könnte.
Erwartungen zur transatlantischen Divergenz der Geldpolitik
Die Unterschiede im politischen Kurs der wichtigsten globalen Zentralbanken gestalten die Kapitalströme auf dem Devisenmarkt neu. Im Gegensatz zu den moderaten Zinserhöhungserwartungen der Bank of England wird die Fortsetzung des Straffungszyklus der Europäischen Zentralbank (EZB) auf der nächsten geldpolitischen Sitzung vom Markt weitgehend eingepreist. Gleichzeitig zeigen die kürzlich veröffentlichten makroökonomischen Indikatoren der USA eine starke wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, kombiniert mit dem potenziellen Aufwärtsdruck auf das Inflationsniveau, was die Investoren dazu veranlasst, den potenziellen Zinserhöhungskalender der US-Notenbank (Fed) vorzuziehen. Diese transatlantische Fehlanpassung der geldpolitischen Zyklen, kombiniert mit den durch geopolitische Risiken verursachten Schwankungen der Risikobereitschaft, wird voraussichtlich in den kommenden Wochen weiterhin die Preisbildung der Kreuzkurse des Pfunds gegenüber den wichtigsten Nicht-US-Währungen dominieren.