Die Hypothekenzinsen in den USA verzeichneten in der vergangenen Woche den größten wöchentlichen Anstieg seit 11 Monaten und erreichten den höchsten Stand seit Oktober letzten Jahres. Laut den am Mittwoch veröffentlichten Daten der Mortgage Bankers Association (MBA) stieg der Vertragszins für 30-jährige festverzinsliche Hypotheken in der Woche bis zum 20. März um 13 Basispunkte auf 6,43%. Dieser Anstieg wurde hauptsächlich durch die durch den Iran-Krieg ausgelösten Inflationserwartungen angetrieben, die zu einem anhaltenden Anstieg der Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen führten, die für die Preisgestaltung von Wohnungsbaukrediten entscheidend sind.
Marktreaktion
Seit der Eskalation des Nahostkonflikts Ende Februar sind die Hypothekenzinsen innerhalb von nur drei Wochen um 34 Basispunkte gestiegen. Laut den Daten der MBA sank der Hypothekenantragsindex in der vergangenen Woche aufgrund der gestiegenen Kreditkosten um 10,5% auf 310,7, was den niedrigsten Stand seit Januar dieses Jahres darstellt. Die Anträge auf Refinanzierung, die am sensibelsten auf Zinsschwankungen reagieren, gingen um 14,6% zurück, während die Anträge auf Immobilienkredite ebenfalls um 5,4% sanken. Obwohl das Sicherheitsbedenken im Markt zeitweise die Nachfrage nach Staatsanleihen unterstützte, überwog die durch den Anstieg des Ölpreises von 75 auf 100 Dollar pro Barrel ausgelöste Inflationsbedrohung deutlich die Nachfrage nach sicheren Anlagen.
Makroökonomischer Hintergrund
Die Aussichten für die Geldpolitik der US-Notenbank haben sich grundlegend verändert. Joel Kan, Vizepräsident und stellvertretender Chefvolkswirt der MBA, wies darauf hin, dass die anhaltende Bedrohung durch steigende Ölpreise die Renditen von Staatsanleihen auf einem hohen Niveau hält. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen ist von 3,96% vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten auf 4,39% am Dienstag gestiegen und erreichte damit den höchsten Schlusskurs seit Juli letzten Jahres. Vor dem Ausbruch des Krieges hatten die Märkte allgemein erwartet, dass die US-Notenbank in diesem Jahr mindestens einmal die Zinsen senken würde, aber die Zinsmärkte haben inzwischen die Möglichkeit von kurzfristigen Lockerungen der Geldpolitik weitgehend ausgeschlossen.