- Das thailändische Kabinett hat am Dienstag beschlossen, die 60-tägige visafreie Regelung für 93 Länder und Regionen zu beenden. Die Aufenthaltsdauer für Besucher aus Taiwan und anderen Gebieten wird auf 30 Tage zurückgesetzt, und die Anzahl der Länder, die für ein Visum bei Ankunft in Frage kommen, wird von 31 auf 4 reduziert.
- Die marginale Verschärfung der Politik zielt darauf ab, die unerwarteten regulatorischen Kosten seit Beginn des Lockerungszyklus im Juli 2024 auszugleichen. Offizielle Daten zeigen, dass die Zahl der ausländischen Personen, die sich langfristig aufhalten und in informellen Geschäftstätigkeiten engagieren, zugenommen hat.
- Die makroökonomischen Tourismusdaten Thailands stehen weiterhin unter Druck. Bis zum 17. Mai wurden in diesem Jahr 12,9 Millionen ausländische Besucher verzeichnet, was einem Rückgang von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der thailändische Nationale Rat für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (NESDC) hat die Jahresprognose für die Einreisen auf 32 Millionen gesenkt.
Marginale Verschärfung der Politik und Anpassung der Einreisebestimmungen
Der von Thailands Außenministerium (MFA) veröffentlichte inoffizielle Anpassungsrahmen zeigt, dass die Neubewertung der Visaregeln weitreichende Einschränkungen mit sich bringt. Neben der Aufhebung der 60-tägigen visafreien Regelung wird die Anzahl der Länder mit 30-tägiger visafreier Einreise von 57 auf 54 leicht reduziert, während die Regelung für Visa bei Ankunft stärker eingeschränkt wird. Diese Umstrukturierung der Visainfrastruktur markiert den strategischen Schwerpunkt der thailändischen Regierung in der Phase der Erholung nach der Pandemie, der sich von der bloßen Erhöhung der Einreisezahlen hin zu einer stärkeren Betonung der Grenzsicherheitsüberprüfung und der Aufrechterhaltung der lokalen Geschäftsordnung verlagert. Sollten die entsprechenden Regeln wie geplant 15 Tage nach ihrer Veröffentlichung im „Royal Gazette“ in Kraft treten, werden die Reibungskosten für grenzüberschreitende Geschäftsreisen und kurzfristige Freizeitbedürfnisse in der Region erheblich steigen.
Tourismus-Hochfrequenzdaten bleiben unter Druck
Die politische Neuausrichtung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Kernmotor der thailändischen Makroökonomie Schwäche zeigt. Im neuesten statistischen Zeitraum blieb die Leistung des thailändischen Inbound-Tourismus hinter den Erwartungen zurück, wobei die kumulierten 12,9 Millionen Einreisen mit dem negativen Wachstumstrend des Vorjahres in Resonanz stehen. Angesichts der im Vorjahr um 7 % auf 33 Millionen gesunkenen Gesamtzahl der Einreisen entwickelt sich die Nachfrageseite zu einem mittelfristigen Rückgang. Die vorausschauenden Leitlinien von Motions und den makroökonomischen Statistikabteilungen tendieren zu einer konservativen Einschätzung. Sollte es vor der touristischen Hochsaison im dritten Quartal nicht gelingen, die negativen Auswirkungen der Visaverschärfung durch bilaterale Abkommen auszugleichen, könnte die Erreichung des Ziels von 32 Millionen Einreisen im Jahr weiter in Frage gestellt werden.
Prognose für die regionale Wirtschaft und den Devisenmarkt
Der Tourismusdienstleistungshandel als Kernstütze des thailändischen Leistungsbilanzüberschusses könnte bei einer Verschlechterung der Fundamentaldaten makroökonomische Auswirkungen haben. Die umfassende Verschärfung des Visarahmens könnte kurzfristig die langfristigen Buchungen im Luftverkehr und in der Hotellerie dämpfen. Aus finanzieller Sicht könnte eine anhaltende Reduzierung der Devisenzuflüsse aufgrund des Rückgangs im Tourismussektor die Wechselkursflexibilität des Baht unter den regionalen Währungen neu bewerten. Trotz der Aufrechterhaltung der visafreien Regelungen von 30 bis 90 Tagen durch bilaterale Abkommen mit China, Russland und einigen ASEAN-Ländern könnte die Erhöhung der allgemeinen Visahürden dazu führen, dass einige preissensible und Langstreckenreisende ihre Reiseziele auf benachbarte Volkswirtschaften wie Vietnam oder Malaysia verlagern.