Die Stärke des US-Dollars im März ist eine typische Neupreisfindung globaler makroökonomischer Vermögenswerte unter dem Einfluss der vier Variablen "Krieg - Energie - Wachstum - Politik". Oberflächlich betrachtet stellt dies eine Rückkehr zum sicheren Hafen dar; auf einer tieferen Ebene spiegelt es jedoch wider, dass Kapital in Zeiten schwächerer globaler Wachstumserwartungen, steigender Ölpreise und unterbrochener politischer Wege immer noch dazu neigt, sich an US-Währung und -Vermögenswerte zu halten. Bloomberg fasst diese Entwicklung als die beste monatliche Performance des Bloomberg-Dollar-Spot-Index seit Juli letzten Jahres zusammen, während Reuters betont, dass diese Erholung bis jetzt nur eine "moderate Korrektur" darstellt und nicht ausreicht, um die schwächere Langzeiterzählung des letzten Jahres vollständig zu widerlegen.
Wie der Krieg die Dollarlogik verändert
In den letzten Jahren waren die strukturellen Bedenken des Marktes gegenüber dem US-Dollar hauptsächlich auf das US-Haushaltsdefizit, politische Unsicherheiten und globale De-Dollarisierungsdiskussionen zurückzuführen. Doch der Iran-Krieg führte dazu, dass der Markt kurzfristig wieder zu einem traditionelleren Rahmen zurückkehrte: Wenn globale Risikoanlagen fallen und Energieimportländer stärkeren Inflationsschocks ausgesetzt sind, behält der Dollar einen natürlichen Vorteil. Bereits am 4. März wies Reuters darauf hin, dass der jüngste Anstieg des US-Dollars zunächst kein "typischer sicherer Hafen" war, sondern eher einem erzwungenen Abdecken von Leerverkäufen glich; bis Ende März, als die Ölpreise über 100 Dollar blieben und Risikoanlagen unter Druck standen, entwickelte sich dieses Abdecken allmählich zu einer breiteren Flucht in sichere Anlagen und Preissetzungsvorteilen aus Energie.
Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen
Diese Erholung des US-Dollars ist kein isoliertes Ereignis. Sie ging nahezu synchron mit dem Ölpreisauftrieb, verzerrten Wertentwicklungen von Gold und US-Staatsanleihen sowie dem Druck auf globale Aktienmärkte einher. Reuters schrieb am 1. April ganz direkt: Wenn der Markt glaubt, dass der Krieg dem Ende nahe sein könnte, wird die gesamte Handelslogik "rückwärts abgespult" - Ölpreise fallen, Aktien steigen, Anleihen erholen sich und der Dollar wird schwächer. Mit anderen Worten, der Dollar ist derzeit kein Vermögenswert, der von einer einseitigen US-Wirtschaftsstärke angetrieben wird, sondern ein Teil der gesamten Kriegshandelskette. Solange sich diese Kette umkehrt, wird sich die Richtung des Dollars schnell ändern.
Mittelfristige Einschätzung
Mittelfristig bleibt die Schlussfolgerung der von Reuters durchgeführten Währungsumfrage zurückhaltend: Die jüngste Erholung des Dollars könnte allmählich nachlassen, und der Euro wird im kommenden Jahr voraussichtlich auf 1,20 steigen; Analysten warnen gleichzeitig, dass die USA aufgrund der hohen Ölpreise nicht völlig immun sind und ein schwächerer Arbeitsmarkt sowie der Druck auf die realen Einkommen der Verbraucher letztendlich den weiteren Aufwertungsspielraum des Dollars begrenzen könnten. Dies bedeutet, dass die "Rückkehr des Königs" des Dollars eher als eine von Bedingungen und Ereignissen getriebene Renaissance zu verstehen ist und nicht als ein bereits bestätigter langfristiger Superzyklus. Wenn sich die Situation im Nahen Osten beruhigt und die Ölpreise weiter von ihrem Höchststand im März zurückgehen, werden wahrscheinlich sowohl die Flucht in den sicheren Hafen als auch die Energieprämie des Dollar gleichzeitig verschwinden.