
Am Montag, dem 2. Februar, vor dem Börsenstart, gab es wieder eine „großvolumige Übernahme“ im US-amerikanischen Schieferöl- und Gasbereich. Devon und Coterra gaben bekannt, dass sie eine Vereinbarung über den vollständigen Aktientausch unterzeichnet haben. Nach der Bekanntgabe der Nachrichten schwächten sich die Aktienkurse beider Unternehmen vorbörslich ab, während der Markt gleichzeitig den durch den Rückgang der Ölpreise verursachten emotionalen Druck verarbeitete.
Transaktionsstruktur und Bewertung
Laut Ankündigungen beider Parteien handelt es sich um eine Transaktion mit festem Umtauschverhältnis: Coterra-Aktionäre erhalten für jede gehaltene Aktie 0,70 Stammaktien von Devon. Basierend auf dem Schlusskurs von Devon zum 30. Januar wird der Unternehmenswert nach der Fusion auf etwa 58 Milliarden US-Dollar geschätzt. Nach Abschluss der Transaktion werden Devon-Aktionäre voraussichtlich etwa 54 % und Coterra-Aktionäre etwa 46 % halten.
Vermögenslandschaft und Synergieziele
Die Kernlogik der Transaktion besteht darin, die Aufbauten der beiden Unternehmen in Schlüsselbecken zu einem größeren, qualitativ hochwertigen Bestandspool zusammenzuführen, insbesondere im Delaware-Becken des Permian. Reuters schätzt, dass die Gesamtproduktion im dritten Quartal 2025 nach der Fusion (laut vorbereitender Kalkulation) über 1,6 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag betragen wird, davon mehr als 550.000 Barrel Öl pro Tag und etwa 4,3 Milliarden Kubikfuß Gas pro Tag. Zudem stammen mehr als die Hälfte der Produktion und des Cashflows aus dem Delaware-Becken, mit einer kombinierten Nettofläche von etwa 750.000 Acres.
Das Management gibt als „harte Kennzahl“ die Synergien an: Bis 2027 wird mit einer jährlichen Synergieeffekt von 1 Milliarde US-Dollar vor Steuern gerechnet, der zur Verbesserung der freien Cashflow-Fähigkeit und zur Erhöhung der Aktionärsrendite verwendet werden soll.
Hauptsitz, Governance und Zeitplan
Nach der Fusion wird das Unternehmen den Namen „Devon“ beibehalten und seinen Hauptsitz in Houston haben, jedoch auch eine wichtige operative Präsenz in Oklahoma City aufrechterhalten.
Im Hinblick auf die Governance wird der Verwaltungsrat nach der Fusion aus 11 Personen bestehen (Devon nominiert 6 Personen, Coterra 5 Personen); Der derzeitige CEO von Devon, Clay Gaspar, wird weiterhin als CEO fungieren, während der derzeitige CEO von Coterra, Tom Jorden, als nicht-exekutiver Vorsitzender fungiert.
Zeitlich erwarten die Parteien, die Transaktion im zweiten Quartal 2026 abzuschließen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und anderer Bedingungen, einschließlich einer Abstimmung der Aktionäre. Relevante Dokumente werden der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und gemäß den Verfahren weiterverfolgt.
