Die globalen Märkte befinden sich im Übergang von einem "Angebotsschock-Handel" zu einem "Wachstumsbeeinträchtigungs-Handel". Trumps Behauptung, dass der Krieg innerhalb von Wochen enden könnte, beruhigte die Märkte nicht, denn die Investoren interessiert nicht wann der Krieg politisch endet, sondern wie schnell hohe Ölpreise den Konsum, die Inflation und das globale Wachstum beeinträchtigen. Nach Trumps Rede am 2. April stiegen die Ölpreise erneut stark an, was zeigt, dass Händler eher an eine anhaltende Energieknappheit glauben als an eine schnelle Entspannung.
Warum sich ein Angebotsschock in ein Nachfrageproblem wandelt
Alle Energiekrisen münden letztendlich in die gleiche Frage: Bis zu welchem Preisniveau und wie lange kann die Endverbraucherseite es ertragen. Die Reuters-Kolumne vom 2. April stellt klar, dass die globale Wirtschaft im März oberflächlich widerstandsfähiger als erwartet war, was jedoch nicht bedeutet, dass hohe Ölpreise keinen Schaden anrichten, sondern dass der Schock noch weitergegeben wird. Auch der IEA-Leiter warnte, die Krise im April werde schwerwiegender als im März, da noch Vor-Kriegs-Lieferungen teilweise im März als Stütze wirkten, während der Angebotsverlust im April vollständiger sichtbar wird. In diesem Fall wird der Makromarkt allmählich von "Knappheit treibt Preise hoch" auf "Preise drücken Nachfrage nieder" umschalten, was genau die Natur der Nachfragedestruktion ist.
Übergreifende Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen
Auf der Ebene der verschiedenen Anlageklassen ist dieser Wandel von entscheidender Bedeutung. In der Anfangsphase des Anstiegs der Ölpreise profitieren Energiewerte, der Dollar und einige inflationssensible Vermögenswerte; doch sobald der Markt überzeugt ist, dass hohe Preise die Nachfrage dämpfen werden, wird die Logik komplexer: Anleihemärkte schwanken zwischen Inflationsängsten und Wachstumsbedenken, innerhalb der Aktienmärkte findet eine Umverteilung statt, bei der Energie- und Defensivwerte relativ bevorzugt sind, während Konsum- und Transportwerte unter Druck geraten, und der Dollar schwankt zwischen Risikoaversion und künftig erwarteten Zinssenkungen. Die Reuters-Marktanalyse vom 2. April spiegelt diese Veränderung wider: Der Markt war kurzzeitig optimistisch wegen einer möglichen Entspannung der Lage, doch Trumps Rede zog die Risikowerte wieder in die Realität zurück. Mit anderen Worten, es geht nicht allein um den Ölmarkt, sondern um eine typische Stagflationsschock-Probe.
Warum "Ende innerhalb weniger Wochen" noch immer nicht ausreicht, um die Märkte zu beruhigen
Der Grund liegt darin, dass der Makromarkt nicht nur das Endergebnis, sondern auch den Weg dahin handelt. Selbst wenn die Feindseligkeiten in zwei bis drei Wochen enden sollten, aber die Straße von Hormus in dieser Zeit weiterhin gestört bleibt und die Ölpreise über längere Zeit über 100 Dollar liegen, dann hat der Druck auf Transport, Tourismus, Industrie und private Ausgaben bereits Wirkung gezeigt. Berichte von Reuters zu Fluggesellschaften und LNG zeigen, dass einige Branchen bereits damit begonnen haben, ihre Geschäftsstrategien und Nachfrageprognosen anzupassen. Das bedeutet, dass der Markt nicht so sehr eine permanente Knappheit fürchtet, sondern eher, dass schon eine kurzzeitige ausreicht, um Gewinne, Konsum und Wachstum stark zu beeinträchtigen. Das ist der Grund, warum hohe Ölpreise mehr Gewicht bei der Marktpreisgestaltung haben als Kriegsrhetorik.
Langfristige Erzählung
Auf längere Sicht erinnert diese Krise den Markt daran, dass Energieengpässe die globale Wirtschaft nach wie vor belasten und in den letzten Jahren unterschätzt wurden. Die einmalige Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den Reserven der IEA-Mitgliedsländer, die weitere Ausleihe der strategischen Ölreserven der USA sowie die Diskussionen über Energiespar- und Notfallmaßnahmen in verschiedenen Ländern zeigen, dass die politischen Entscheidungsträger besorgt sind, dass sich das Problem von Marktschwankungen zu Wachstumsbelastungen entwickeln könnte. Wenn der Konflikt bald abklingt, könnte der hohe Ölpreis als heftige, aber reversible makroökonomische Störung erscheinen; sollte er jedoch länger als erwartet andauern, wird eine Kombination aus Nachfragezerstörung, Inflationserhöhung und Wachstumsverlangsamung auftreten, und die globalen Märkte werden sich an die Preisgestaltung von Vermögenswerten in einer "Ära hoher Energiekosten" anpassen müssen.