Amazon will seine Quartalsergebnisse am 29. Oktober nach dem Schluss des US-Handels veröffentlichen. Die Preise am Optionsmarkt deuten auf eine mögliche Kursbewegung der Aktie von rund 7,5 % in beide Richtungen hin. Im Mittelpunkt stehen damit die Erwartungen an das Ergebnis, der Ausblick des Managements und die Entwicklung des Cloud-Geschäfts.
Die Amazon-Aktie hat nach den vergangenen Quartalsberichten überwiegend zugelegt. Diese Vorgeschichte legt jedoch nicht fest, wie der Markt diesmal reagieren wird. Vor der Veröffentlichung richten sich die Blicke vor allem auf das Wachstum von AWS, das Online-Handelsgeschäft und die Frage, ob die Ausgaben für künstliche Intelligenz die Bewertung des Konzerns weiterhin stützen.
Zahlen am 29. Oktober mit 7,5 % implizierter Bewegung
Amazon, an der Börse unter dem Kürzel AMZN geführt, berichtet nach dem Handelsschluss am 29. Oktober. Die Preisbildung im Optionsmarkt signalisiert, dass die Aktie nach der Veröffentlichung um etwa 7,5 % steigen oder fallen könnte. Diese Zahl beschreibt das vom Markt eingepreiste Ereignisrisiko und ist keine Prognose für die Kursrichtung.
Die implizite Volatilität rund um Quartalszahlen wird üblicherweise von den Gewinnerwartungen, der Positionierung der Marktteilnehmer und der Unsicherheit über den Unternehmensausblick beeinflusst. Bei Amazon könnten Aussagen zu Umsatzwachstum, Margen, Investitionsausgaben oder den Perspektiven des Cloud-Geschäfts die Einschätzung der künftigen Cashflows und der Bewertung verändern.
Morgan Stanley zählt Amazon weiter zu den Favoriten
Während Anleger prüfen, ob KI-Agenten den Zugang zum Online-Shopping verändern könnten, führt der Morgan-Stanley-Analyst Brian Nowak Amazon weiterhin unter seinen bevorzugten Aktien. Eine zentrale Frage ist, ob KI-Agenten wie Muse von Meta Platforms Amazons Kontrolle über den Online-Handelsverkehr, die Kundenbeziehungen und die Transaktionen schwächen könnten.
Bisher handelt es sich dabei vor allem um eine Debatte über das Geschäftsmodell des Konzerns. Konkrete Daten, die bereits entstandene Einbußen bei Amazons Umsatz oder Gewinn durch KI-Agenten belegen, liegen in dem Artikel nicht vor. Die Ergebnisse vom 29. Oktober und die Aussagen des Managements zur Wettbewerbssituation könnten daher Hinweise liefern, ob diese Bedenken bereits in den operativen Kennzahlen erkennbar sind.
Funktionsweise cash-besicherter Put-Optionen
Im Zusammenhang mit der erwarteten Volatilität rund um die Zahlen wird unter anderem die Strategie eines cash-besicherten Puts diskutiert. Dabei verkauft der Anleger eine Put-Option am oder außerhalb des aktuellen Ausübungspreises und hält zugleich ausreichend Bargeld zurück, um die zugrunde liegenden Aktien im Fall einer Ausübung zu kaufen.
Grundsätzlich sind zwei Entwicklungen möglich. Bleibt die Aktie bis zum Verfall über dem Ausübungspreis, kann die Put-Option wertlos verfallen und der Verkäufer behält die vereinnahmte Prämie. Fällt die Aktie unter den Ausübungspreis, kann dem Verkäufer die Abnahme von 100 Aktien zugeteilt werden. Der effektive Kaufpreis wird dann im Allgemeinen als Ausübungspreis abzüglich der erhaltenen Prämie betrachtet. Das Risiko weiterer Kursverluste bleibt jedoch bestehen.
Cash-besicherte Puts weisen einige Merkmale von Covered Calls auf, beseitigen aber nicht das Kursrisiko rund um eine Ergebnisveröffentlichung. Wie Amazon letztlich reagiert, hängt von den gemeldeten Zahlen, dem Ausblick und der Neubewertung von AWS, dem Handelsgeschäft sowie dem Wettbewerb im Bereich künstliche Intelligenz ab.