SpaceX hat Umsatz und Gewinn im dritten Quartal deutlich gesteigert. Erstmals erzielte das KI-Geschäft mehr Erlöse als die Konnektivitätsdienste einschließlich Starlink. Zugleich hob das Unternehmen seine Ausgabenpläne für Recheninfrastruktur kräftig an – mit möglichen Folgen für die Nachfrage nach Chips, Speicher und Datenspeichertechnik von Nvidia, Micron und Seagate Technology.
Am 20. Oktober 2026 bezifferte SpaceX den Quartalsumsatz auf 14,58 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 161 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn lag bei 4,4 Milliarden US-Dollar. Auf das KI-Geschäft entfielen 7,56 Milliarden US-Dollar, auf die Konnektivitätsdienste einschließlich Starlink 5,25 Milliarden US-Dollar.
SpaceX plant deutlich höhere Investitionen
Für Hardwareanbieter ist vor allem der Ausblick auf die Investitionsausgaben relevant. Im dritten Quartal gab SpaceX 19,6 Milliarden US-Dollar für Investitionen aus, davon 16,4 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur. Damit entfiel der Großteil der Quartalsausgaben auf diesen Bereich.
Finanzchef Bret Johnsen sagte, die Gesamtausgaben könnten im vierten Quartal 35 bis 40 Milliarden US-Dollar erreichen. Das wäre etwa doppelt so viel wie zuvor an der Wall Street erwartet. Sollte SpaceX diese Pläne umsetzen, könnte der Bedarf an KI-Chips, Speicher und Datenspeichertechnik steigen. Höhe und Zeitpunkt möglicher Bestellungen sowie deren Finanzierung sind jedoch noch nicht festgelegt.
Die SpaceX-Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund 2,5 Prozent zu. Nvidia, Micron und Seagate Technology gewannen nach der Ankündigung zeitweise ebenfalls etwa 2 Prozent. Auch andere Markteinflüsse könnten die Kursbewegungen mitbestimmt haben.
Kursziele liegen über den Schlusskursen
Zum Handelsschluss am 20. Oktober lag die Nvidia-Aktie bei 216,47 US-Dollar. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden zwölf Monate betrug 328,72 US-Dollar; der Abstand zum Schlusskurs entsprach 51,9 Prozent. Micron schloss bei 896,07 US-Dollar, gegenüber einem durchschnittlichen Kursziel von 1.561 US-Dollar und einem Abstand von 74,2 Prozent. Seagate Technology beendete den Handel bei 675,13 US-Dollar; das durchschnittliche Kursziel lag bei 1.138 US-Dollar, 68,6 Prozent über dem Schlusskurs.
Die Werte zeigen lediglich die Differenz zwischen den durchschnittlichen Analystenzielen und den Schlusskursen an diesem Tag. Sie sagen nichts über die tatsächliche Kursentwicklung aus und stellen keine Zusage künftiger Renditen dar.
Nvidia mit der direktesten möglichen Verbindung
Von den drei Unternehmen scheint Nvidia den unmittelbarsten potenziellen Geschäftsbezug zu SpaceX zu haben. Am Markt war zuvor SpaceX’ Vorhaben im Gespräch, rund 40 Milliarden US-Dollar für den Kauf von KI-Chips des Herstellers aufzubringen. Werden Finanzierung und Beschaffung umgesetzt, könnte der Ausbau der SpaceX-Infrastruktur zusätzliche Nachfrage nach Nvidia-Prozessoren schaffen.
Die Finanzierung ist allerdings noch nicht abgeschlossen, und aus den Plänen sind bislang keine bestätigten Bestellungen geworden. Welche Auswirkungen die Investitionen auf Nvidias Umsatz haben, hängt daher davon ab, ob die Mittel gesichert werden, wann Chips geliefert werden können und wie schnell SpaceX die Infrastruktur aufbaut.
Mehr Infrastruktur könnte Speicheranbieter erreichen
Micron ist im Speichersegment tätig, Seagate Technology im Bereich Datenspeicherung. Der Ausbau von KI-Infrastruktur erfordert neben Rechenchips auch größere Mengen leistungsfähiger Speicher- und Datenverarbeitungstechnik. Die höheren Ausgabenpläne von SpaceX haben deshalb die mögliche Nachfrage nach Produkten dieser Anbieter stärker in den Blick gerückt.
Bis daraus Umsätze für Zulieferer entstehen, sind jedoch weitere Schritte nötig: Beschaffungsentscheidungen, Produktlieferungen und die Planung verfügbarer Kapazitäten. Fest steht bislang, dass SpaceX im dritten Quartal 7,56 Milliarden US-Dollar mit KI erwirtschaftete und seine Investitionen in Infrastruktur weiter erhöhen will. Ob und in welchem Umfang Nvidia, Micron und Seagate davon profitieren, hängt von späteren Bestellungen, Geschäftszahlen und Unternehmensangaben ab.