- Das Raumfahrtunternehmen SpaceX (US) hat heute offiziell an der Nasdaq-Börse debütiert und mit einem Börsengang im Wert von 75 Milliarden US-Dollar einen weltweiten Rekord aufgestellt. Der Ausgabepreis wurde auf 135 US-Dollar pro Aktie festgelegt, mit einer Gesamtanzahl von 5,5556 Milliarden Aktien, was die Eröffnungsbewertung des Unternehmens direkt auf 1,77 Billionen US-Dollar anhebt.
- Dieser Börsengang hat den Rekord von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 gebrochen und ungewöhnlicherweise 30 % der Anteile direkt an Privatanleger vergeben, um den Effekt der Privatanlegerprämie von Tesla (TSLA:US) zu replizieren. Marktanalysten warnen jedoch, dass ein hoher Anteil von Privatanlegern das Risiko von Preisschwankungen bei einer Umkehr des Markttrends verstärken könnte.
- Obwohl das Unternehmen im letzten Jahr einen Verlust von fast 5 Milliarden US-Dollar verzeichnete und der Umsatz weit unter dem von traditionellen Technologieriesen liegt, wird erwartet, dass es gemäß den neuen Nasdaq-Regeln innerhalb eines Monats in den Nasdaq-100-Index aufgenommen wird. Dieser Schritt wird voraussichtlich zu umfangreichen Anpassungen der Vermögensallokation bei passiven Fonds und ETFs führen, die diesen Index nachbilden.
Bewertungsvergleich und die tatsächliche Prüfung der Musk-Prämie
Mit einer Eröffnungsbewertung von 1,77 Billionen US-Dollar gehört SpaceX nun zu den sieben größten Unternehmen in den USA. Dieses Phänomen unterstreicht erneut die hohe Anerkennung des Marktes für die Bewertungsprämie, die von bestimmten führenden Persönlichkeiten ausgeht. Obwohl einige Branchenanalysten wie Morningstar darauf hinweisen, dass eine vernünftigere Bewertung auf Basis der aktuellen Finanzdaten bei etwa 78 Milliarden US-Dollar liegen sollte, also weniger als die Hälfte des aktuellen Ausgabewerts, glauben langfristige Unterstützer, dass der Wert des Unternehmens nicht rein auf der aktuellen finanziellen Basis gemessen werden kann. Ähnlich wie bei Amazons frühem Wachstumspfad bietet die umfassende Ausrichtung in den Bereichen Raumfahrt, Starlink-Kommunikationsnetzwerk und potenzielle KI-Anwendungen disruptives langfristiges Wachstumspotenzial.
Nasdaq-Schnellaufnahme-Mechanismus löst passives Kapital-Rebalancing aus
Gemäß den neuesten überarbeiteten Schnellaufnahmeregeln der Nasdaq wird erwartet, dass SpaceX etwa einen Monat nach dem Börsengang offiziell in den Nasdaq-100-Index aufgenommen wird, was die bisherige Wartezeit von einem Jahr erheblich verkürzt. Diese Mechanismusauslösung bedeutet, dass große passive Indexfonds und ETFs, die diesen Index nachbilden, ihre Positionen innerhalb eines begrenzten Zeitraums anpassen müssen. Markstrategen weisen darauf hin, dass mit der Konzentration großer passiver Gelder auf diese Aktie in den kommenden Wochen andere bestehende Technologieriesen kurzfristig einem gewissen Kapitalabfluss- und Verkaufsdruck ausgesetzt sein könnten, was zu einer übergreifenden Liquiditätsumstrukturierung führen könnte.
Anteil der Privatanleger und Marktschwankungsrisiko
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal dieses Börsengangs ist die Aufhebung der traditionellen Wall-Street-Regeln für Börsengänge, indem bis zu 30 % der Anteile direkt an Privatanleger vergeben wurden. Diese Strategie nutzt die hohe Beliebtheit bei Privatanlegern voll aus und versucht, die vorherige Kapitalwelle von Privatanlegern, die die Bewertung des Elektrofahrzeugsektors über eine Billion US-Dollar trieb, zu wiederholen. Doch Chefstrategen von Institutionen wie Free Capital Markets warnen vor Risiken: Ein hoher Anteil von Privatanlegern kann zwar die Marktstimmung anheizen, birgt jedoch auch ein erhebliches Risiko für vorübergehende Rückschläge. Wenn der allgemeine Aufwärtstrend des Marktes eine marginale Umkehr erfährt, sind diese Anleger, die oft keine Absicherungsstrategien haben, am anfälligsten für Rückschläge bei der Vermögensbewertung.
Wettbewerb in der Raumfahrtkommerzialisierung und langfristige fundamentale Herausforderungen
Obwohl das Unternehmen in seiner offiziellen Erklärung das potenzielle Marktchancenvolumen der gesamten Menschheitsgeschichte auf 28,5 Billionen US-Dollar verankert hat und in den letzten drei Jahren mehr als vier Fünftel der weltweiten Startmasse in den Orbit gebracht hat, wird es weiterhin umfassenden Wettbewerb und Rentabilitätsherausforderungen gegenüberstehen. Der Verlust von fast 5 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr zeigt, dass hohe F&E-Investitionen und Infrastrukturaufbau weiterhin erhebliche Cashflows verbrauchen. Gleichzeitig beschleunigen Hauptkonkurrenten wie Blue Origin ihre eigenen Raumfahrtkommerzialisierungsprozesse und kämpfen aktiv um zentrale Regierungs- und Militärverträge. Sollte der Wettbewerb um Raumfahrtkommerzialisierungsverträge zunehmen oder das Umsatzwachstum von Starlink hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnte die extrem hohe Bewertungsbewertung des Unternehmens einer erneuten strengen Neubewertung unterzogen werden.