Amazon beschleunigt die Umsetzung seiner Strategie für Sofortlieferungen und führt in mehreren US-Städten einen 1-Stunden-Lieferservice ein, was darauf hindeutet, dass sich der Wettbewerb im E-Commerce weiter in Richtung Logistikeffizienz verlagert.
Aufrüstung der Kapazitäten für Sofortlieferungen
Amazon hat bekannt gegeben, dass sein 1-Stunden-Lieferservice inzwischen Hauptstädte wie Los Angeles und Chicago abdeckt und auf über 90.000 Artikel ausgeweitet wurde. Der 3-Stunden-Lieferservice deckt mehr als 2000 Städte ab.
Dieser Service basiert auf dem bestehenden Same-Day-Delivery-Netzwerk, indem spezielle Sortierkanäle in den Distributionszentren eingerichtet und Prozesse optimiert werden, um die Erfüllungszeiten zu verkürzen.
Verschärfter Wettbewerb mit Walmart
Dieser Schritt wird als direkte Reaktion auf Walmarts E-Commerce- und Offline-Integrationsmodell angesehen. Walmart hat in den letzten Jahren durch das Filialnetzwerk seine Fähigkeiten für Same-Day- und Sofortlieferungen gestärkt, was Druck auf Amazon ausgeübt hat.
Amazon hingegen stärkt seine Logistikvorteile in hochfrequenten Verbrauchsszenarien durch das Lagerhaussystem und ein technologisch getriebenes Logistiksystem.
Geschäftsmodell und Nutzersegmentierung
Für den Express-Lieferservice fällt eine zusätzliche Gebühr an: Prime-Mitglieder zahlen 9,99 US-Dollar (1 Stunde) und 4,99 US-Dollar (3 Stunden), während Nicht-Mitglieder höhere Kosten haben. Diese Preisstrategie spiegelt wider, dass das Unternehmen Sofortlieferungen als wertsteigernden Service positioniert, um den Lebenszykluswert der Nutzer zu erhöhen.
Branchentrends
Mit der steigenden Nachfrage der Verbraucher nach Lieferzeitgenauigkeit verlagert sich der Wettbewerb im E-Commerce von der „Produktvielfalt“ hin zur „Erfüllungsgeschwindigkeit“. Analysten betonen, dass die Fähigkeit zur Sofortlieferung zu einem entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Plattformen wird.