Vor dem Hintergrund geopolitischer Erschütterungen und steigender globaler Inflationserwartungen zeigt der chinesische Finanzmarkt eine strukturelle Divergenz mit einem stabilen Wechselkurs, schwachen Anleihen und fallenden Aktien.
Wechselkurs: Die Belastbarkeit des Renminbi zeigt sich
Der Renminbi stieg diese Woche um 0,31 % gegenüber dem US-Dollar und zeigte sich angesichts eines hohen US-Dollar-Index relativ stabil.
Die unterstützenden Faktoren kommen hauptsächlich aus der positiven Außenhandelsstimmung und der Nachfrage nach Unternehmensdevisen, aber der kurzfristige Trend wird weiterhin von Dollar- und geopolitischen Risiken dominiert.
Liquidität und Politik: Die Zentralbank wechselt zu Nettopositionen
Die chinesische Zentralbank hat in dieser Woche netto 658 Milliarden Yuan auf dem offenen Markt eingesetzt, was auf die Absicht hinweist, die Liquidität vor dem Hintergrund von Steuerfristen und Marktvolatilität stabil zu halten.
Der LPR bleibt den zehnten Monat in Folge unverändert, was darauf hinweist, dass der Druck zur Zinssenkung derzeit gering ist und die Politik sich weiterhin in einer Beobachtungsphase befindet.
Anleihenmarkt: Die Zinskurve verläuft deutlich steiler
Beeinflusst von den durch steigende Ölpreise ausgelösten Inflationserwartungen:
- Langfristige Zinsen steigen: Die Rendite von 30-jährigen Staatsanleihen liegt wieder über 2,3 %
- Kurzfristige Zinsen sinken: Die Rendite einjähriger Interbankzertifikate fällt auf etwa 1,52 %
Die Divergenz zwischen kurzen und langen Laufzeiten treibt die Steilheit der Zinskurve an.
Geldmarktpapiere: Nachfrage treibt Zinsen nach unten
Die Rendite von sechsmonatigen Geldmarktpapieren sinkt auf etwa 1,19 %, was die schwache Kreditnachfrage und den steigenden Bedarf der Banken nach Anlagen widerspiegelt.
Aktienmarkt: Stagflationstrades belasten Risikoanlagen
Der Shanghai Composite Index fiel in der Woche um 3,4 % und brach unter die entscheidende psychologische Marke. Der Rohstoffsektor führte die Verluste an, wobei die Bereiche Metalle und Chemie um mehr als 10 % nachgaben.
Es herrscht allgemein die Meinung, dass die steigenden Ölpreise und die geopolitischen Konflikte mit den daraus resultierenden Stagflationserwartungen der Hauptantrieb für diese Korrektur sind.