Solides Wachstum im zweiten Quartal trotz Sektorunterschieden
Der Baron Emerging Markets Fund verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Zuwachs von 19,61 % bei den institutionellen Anteilen. Damit blieb die Performance allerdings hinter den starken Zuwächsen des MSCI Emerging Markets Index (+24,05 %) und des MSCI Emerging Markets IMI Growth Index (+24,80 %) zurück. Die Rallyes im Halbleiter- und KI-Segment prägten den Quartalsverlauf, während der Fonds mit seiner geringeren Gewichtung in traditionellen Halbleiter- und IT-Hardwarewerten, die besonders stark gestiegen sind, auf unterdurchschnittliche Ergebnisse kam. Dies reflektiert seine Ausrichtung auf qualitatives Wachstum und Innovationsschwerpunkte.
Auf geopolitischer Ebene trug das Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Stabilisierung bei. Mit dem Abschluss einer Waffenruhe und dem Memorandum of Understanding wurde die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder geöffnet, was die Energieversorgungsausblicke entlastete. Technologische Impulse kamen von Branchenführern wie Anthropic und OpenAI, die die Entwicklung autonomer intelligenter Agenten vorantrieben und neue Wachstumspotenziale eröffneten.
Über die vergangenen 18 Monate erzielte der Fonds über 55 % Wertsteigerung und positioniert sich damit besser als viele Wettbewerber in Schwellenländern. Das Management verfolgt weiter einen fundamentalgesteuerten Bottom-up-Ansatz mit thematicem Fokus, um auch in wechselhaften Marktphasen nachhaltig Erträge zu generieren.
Ausgewogene Betrachtung der Performance und Branchen
| Kennzahl | Retail-Anteile (%) | Institutionelle Anteile (%) | MSCI EM (%) | MSCI EM IMI Growth (%) |
|---|---|---|---|---|
| Q2 2026 | 19,54 | 19,61 | 24,05 | 24,80 |
| Jahr-bis-datum | 20,04 | 20,18 | 23,85 | 22,99 |
| Letzte 12 Monate | 31,31 | 31,59 | 43,51 | 41,22 |
| Letzte 3 Jahre | 19,37 | 19,68 | 23,03 | 22,50 |
| Letzte 5 Jahre | 3,73 | 4,00 | 7,20 | 5,34 |
| Letzte 10 Jahre | 7,97 | 8,24 | 10,07 | 10,32 |
| Seit Auflage (Ende 2010) | 5,92 | 6,19 | 5,13 | 5,83 |
Die geringere Gewichtung in den Kernsegmenten der Informationstechnologie, speziell bei traditionellen Halbleitern und IT-Hardware, war der Hauptgrund für die Underperformance gegenüber Benchmarks. Zusätzlich bremste die Titelauswahl im Industriesektor. Positiv wirkten dagegen Engagements in den Bereichen Finanzen, Materialien und zyklischer Konsum, wo sorgfältige Auswahl und Allokation zur Stabilisierung beitrugen.
Geografisch belastete insbesondere die Auswahl in Südkorea das Ergebnis, daneben waren auch Positionen in Taiwan und Brasilien weniger vorteilhaft. Dem gegenüber standen chinesische Investments, die dank Untergewicht und gezielter Titelselektion zum relativen Outperformance-Treiber wurden. Engagements in Saudi-Arabien und Südafrika sowie starke Positionen in Indien gaben zusätzlichen Rückhalt. Die indischen Beteiligungen profitierten von der Entspannung im Nahostkonflikt und Reformen der Regierung, etwa fiskalische Maßnahmen und geldpolitische Anreize, die das Wirtschaftswachstum beschleunigten.
Wichtigste Performance-Treiber
- SK Hynix Inc. (Beitrag 5,05 %): Führender Anbieter von High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Anwendungen, der aufgrund starker Nachfrage und begrenzter Lieferkapazitäten von einem Kundenrückstand von über drei Jahren Produktionsvolumen profitierte. Das Management sieht eine strukturelle Veränderung im aktuellen Zyklus.
- Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) (4,75 %): Der weltweit größte Auftragsfertiger für Halbleiter baute Kapazitäten für KI-Beschleuniger aus und erhöhte die Jahresprognose.
- Samsung Electronics (4,36 %): Marktführer bei Speicherchips, steigerte erfolgreich die Produktion der nächsten HBM4-Generation, was den Gewinn deutlich erhöhte.
- Außerdem trugen Wanji Technology (1,8 %) und Delta Electronics (0,91 %) zur Performance bei.
Belastende Einflüsse
- Alibaba Group (-0,52 %): Das Quartal zeigte rückläufige Profitabilität und negatives Free Cashflow durch verstärkte Investitionen in KI-Infrastruktur und das Qwen-Ökosystem. Schwäche im Konsumsektor und Verluste aus neuen Geschäftsfeldern übten zusätzlichen Druck aus. Positive Zeichen kamen von beschleunigtem Cloud-Umsatzwachstum und ersten Skaleneffekten im KI-Geschäft.
- ISC (-0,43 %): Hersteller von Prüfgeräten für Halbleiter, der zwar Gewinnziele übertraf, aber von Marktrotationen weg von bestimmten Halbleitersegmenten betroffen war.
- BYD Co. (-0,42 %): Der Vektor nach innen wurde durch heftigen Preiswettbewerb und reduzierte staatliche Förderungen gebremst; im Ausland stiegen die Auslieferungen jedoch um über 80 % im Jahresvergleich und bilden etwa 40 % des Gesamtumsatzes. Wachstumspotenzial wird bei Premiummodellen und neuen Batterietechnologien gesehen.
- Weitere Belastungen kamen aus Positionen wie Tencent und GDS.
Portfoliostruktur und Ländergewichte
Die zehn größten Positionen des Fonds umfassen TSMC (15,7 %), Samsung (7,7 %), SK Hynix (7,1 %), Tencent (2,7 %), Wanji Technology (2,3 %), Delta Electronics (2,2 %), Grupo Mexico (1,9 %), Bajaj Finance aus Indien (1,7 %), Alibaba (1,6 %) und CATL (1,5 %). Zusammengenommen entfallen über 64 % des Portfolios auf Südkorea, Taiwan und Indien, während China knapp 18 % ausmacht. Darüber hinaus hält der Fonds Engagements in Brasilien, Mexiko und weiteren Schwellenländern.
Aktuelle Anpassungen im Portfolio
Im zweiten Quartal erhöhte der Fonds die Gewichtung bei Unternehmen, die von globalen Sicherheits- und Lieferkettendiversifizierungstrends profitieren, etwa durch Zukäufe bei Divi’s Laboratories und Acutaas Chemicals. Divi’s, ein führender indischer Hersteller pharmazeutischer Wirkstoffe, profitiert von der pharmazeutischen Verlagerung weg von China. Als wichtiger Lieferant komplexer Zwischenprodukte und kundenspezifischer Peptide für mehrere innovative GLP-1-Entwickler zeigt das Unternehmen sichtbare Umsatz- und Ertragswachstumschancen.
Das Fondsmanagement legt den Fokus weiterhin auf qualitative, thematisch gut abgesicherte Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Ziel ist es, Chancen mit Blick auf ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Verhältnis in einem dynamischen Schwellenländerumfeld zu nutzen.