- Der Juli-Kontrakt für Sojabohnen an der Chicago Board of Trade (CBOT) (SN26:CBT) schloss mit einem Anstieg von 15 3/4 Cent auf 12,08 USD pro Scheffel, da der Markt im Vorfeld des Treffens der chinesischen und amerikanischen Staatsoberhäupter potenzielle Agrarprodukteinkäufe einpreiste.
- Die Verarbeitungsprodukte der Agrarprodukte stiegen synchron an, wobei der Mai-Kontrakt für Sojaöl (BON26:CBT) und der Kontrakt für Sojaschrot (SMN26:CBT) leicht auf 74,32 Cent/Pfund bzw. 319,70 USD/Tonne anstiegen, was die defensiven Käufe von Spotkäufern während des geopolitischen Zeitfensters widerspiegelt.
- Der Juli-Kontrakt für Mais (CN26:CBT) wurde durch den Spillover-Effekt des Energiemarktes gestützt und stieg um 3 3/4 Cent auf 4,71 1/4 USD pro Scheffel, da die Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten die Rohölpreise stützten und damit die Bewertung von ethanolbezogenen Agrarprodukten unterstützten.
Positionsanpassungen getrieben durch politische Erwartungen
Der Schwerpunkt der Preisbildung auf dem Agrarprodukte-Futures-Markt verlagert sich derzeit von reinem Klima und Angebot-Nachfrage-Grundlagen hin zu politischen Erwartungen im Rahmen der Großmachtspiele. Mit dem bevorstehenden Treffen zwischen dem chinesischen Staatspräsidenten Xi und dem US-Präsidenten Donald Trump in der nächsten Woche beginnen Makro-Hedgefonds und große Agrarproduktehändler, vorausschauende Positionsanpassungen auf dem CBOT-Markt vorzunehmen. Der Juli-Kontrakt für Sojabohnen stieg auf 12,08 USD pro Scheffel, was die optimistische Annahme widerspiegelt, dass China als weltweit größter Sojabohnenimporteur möglicherweise wohlwollende Großaufträge erteilen könnte. Sollte diese Erwartung nach dem Treffen durch substanzielle Handelsverträge bestätigt werden, könnte die Forward-Kurve für Sojabohnen weiter nach oben korrigiert werden; andernfalls könnte die derzeit angesammelte Risikoprämie schnell abgebaut werden, wenn keine substanziellen Käufe erfolgen.
Energieprämie und deren Einfluss auf die Maisbewertung
Am anderen Ende der geopolitischen Spannungen übt die Entwicklung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten über den Energiemarkt Einfluss auf den Agrarprodukte-Markt aus. Als Hauptrohstoff für die Produktion von Bioethanol zeigt die Preislogik von Mais eine hohe positive Korrelation mit den internationalen Rohölpreisen. Der Anstieg der Rohölpreise in dieser Woche hat die Wirtschaftlichkeit von Biokraftstoffen direkt erhöht und damit dem Juli-Kontrakt für Mais an der CBOT eine Unterstützung geboten, sodass er bei 4,71 1/4 USD pro Scheffel schloss. Diese marktübergreifende Bewertungsübertragung zeigt, dass solange die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten nicht substanziell abkühlen, die durch die Energieeigenschaften bedingte Prämie weiterhin das Preisniveau des globalen Getreidemarktes stützen wird.
Die Fragilität der Forward-Kurve für Agrarprodukte
Obwohl die Futures für Sojabohnen und Mais aufgrund kurzfristiger Nachrichtenlage beide gestiegen sind, bleibt die langfristige Struktur der globalen Agrarprodukte-Lieferkette fragil. Bei den Verarbeitungsprodukten von Sojabohnen stieg das Sojaöl um 0,17 Cent, während Sojaschrot um 80 Cent auf 319,70 USD/Tonne anstieg, was zeigt, dass die Nachfrage nach Futtermitteln und Ölen auf der Abnehmerseite relativ begrenzt auf Preissteigerungen reagieren kann. Aufgrund der objektiv bestehenden Erwartungen auf eine reiche Ernte in den südamerikanischen Sojabohnenanbaugebieten bleibt der Wettbewerb um Marktanteile für US-Sojabohnen auf dem internationalen Exportmarkt intensiv. Daher wird der aktuelle Anstieg auf dem Markt mehr durch ereignisgetriebene Short-Covering und Stimmungsprämien getragen. Ohne anhaltende Unterstützung durch Spotkäufe wird es schwierig sein, allein durch geopolitische Erwartungen die langfristigen fundamentalen Bedingungen der Agrarprodukte, die sich in einem historisch relativ niedrigen Bereich befinden, vollständig zu ändern.