- Der Konflikt zwischen den USA und Iran führt zu einer Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus, was die Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten nach Asien stark einschränkt und die Exporte von Flüssiggas aus den USA nach China und Japan erheblich ansteigen lässt.
- Die Frachtkosten für Flüssiggas von der mexikanischen Golfküste nach Asien sind auf ein Sechsjahreshoch von über 300 US-Dollar pro Tonne gestiegen, was einer Verdopplung im Vergleich zu vor dem Konflikt entspricht. Die hohen Logistikkosten haben einige asiatische Käufer dazu veranlasst, Bestellungen für Juni zu stornieren.
- Wichtige Importländer weltweit sind gezwungen, ihre Lieferketten anzupassen. Länder wie Indien, die stark auf Energie aus dem Persischen Golf angewiesen sind, suchen nach alternativen Kanälen. Einige Tanker schalten ihre Transponder aus, um geopolitische Risiken zu umgehen.
Geopolitische Konflikte blockieren zentrale Schifffahrtswege im Nahen Osten
Die Eskalation des militärischen Konflikts zwischen den USA und Iran hat eine erhebliche Störung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, einem der wichtigsten Energiekorridore der Welt, verursacht. Die Öl- und Gasexporte aus dem Nahen Osten sind blockiert, was zu einem vorübergehenden Engpass in der Energieversorgung der wichtigsten asiatischen Volkswirtschaften führt. Da die traditionellen Lieferwege unter Druck stehen, müssen asiatische Käufer über den traditionellen Nahostmarkt hinausblicken. Laut den neuesten Daten von S&P Global hat diese Versorgungslücke die Exporte von Flüssiggas (LPG) aus den USA nach Asien direkt erhöht. Im letzten Monat erreichten die US-Exporte von LPG nach China 457.000 Barrel pro Tag und nach Japan 460.000 Barrel pro Tag.
Rekonstruktion der Lieferketten der wichtigsten asiatischen Importländer
Die Unterbrechung der Energieversorgung hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Industriestruktur der asiatischen Länder. Indien, einer der weltweit größten Verbraucher von Flüssiggas, hat bisher 92 % seiner geplanten jährlichen Importe von 2,2 Millionen Tonnen LPG aus dem Persischen Golf bezogen. Angesichts des aktuellen Versorgungsrisikos suchen die indische Regierung und Energieunternehmen dringend nach alternativen Lieferquellen. Im Gegensatz zu Methan-basiertem Flüssigerdgas (LNG) besteht LPG hauptsächlich aus Propan und Butan und wird in Indien hauptsächlich als Kochbrennstoff verwendet, während es in China weit verbreitet in der Kunststoffproduktion der chemischen Industrie eingesetzt wird. Aufgrund der großen Unsicherheiten in der Produktion und den Exportaussichten des Nahen Ostens prognostizieren Analysten der Energieberatungsfirma Vortexa, dass die US-LPG-Lieferungen in den asiatischen Märkten mindestens im Zeitraum von Mai bis Juni eine stabilere Position einnehmen werden.
Steigende Frachtkosten und das Risiko von Vertragsbrüchen bei Käufern
Obwohl die US-Lieferungen einige Marktlücken schließen, werden grenzüberschreitende Logistikengpässe zu einem zentralen Faktor, der das kontinuierliche Wachstum des Handelsvolumens einschränkt. Aufgrund der konzentrierten Nachfrage nach Schifffahrt und Umleitungsfaktoren sind die Frachtkosten für LPG von der mexikanischen Golfküste nach Asien auf über 300 US-Dollar pro Tonne gestiegen, was den höchsten Stand der letzten sechs Jahre darstellt und eine Verdopplung im Vergleich zu den Frachtkosten vor dem Ausbruch des Konflikts bedeutet. Die hohen Transportkosten haben die Arbitragegewinne stark geschmälert, was die Kaufbereitschaft asiatischer Käufer ins Wanken gebracht hat. Brancheninsider berichten, dass aufgrund der unerwartet hohen Anlandekosten bereits mindestens zwei für Juni geplante LPG-Bestellungen aus der mexikanischen Golfküste storniert wurden. Sollte das Frachtkostenniveau hoch bleiben, könnte das Einkaufsvolumen weiter neu bewertet werden.
Blockierte Schifffahrtsrouten führen zu "Dark Ship"-Phänomenen
Neben den steigenden Frachtkosten ist die tatsächliche Umschlagseffizienz der Tanker aufgrund der Einschränkungen alternativer Routen erheblich gesunken. Schiffe, die den Panamakanal passieren, stehen vor längeren Wartezeiten oder müssen hohe Gebühren für das Vordrängeln zahlen, während die Wahl der Route um das Kap der Guten Hoffnung in Afrika die Einwegfahrt erheblich verlängert und die globale Transportkapazität weiter unter Druck setzt. Bemerkenswert ist, dass trotz der Blockade der Straße von Hormus weiterhin eine geringe Menge lokaler Lieferungen aus dem Nahen Osten auf extremen Wegen abfließt. Einige LPG-Tanker, die nach Indien fahren, schalten ihre automatischen Identifikationssysteme (AIS) aus und fahren im "Dark Ship"-Modus aus dem Persischen Golf. Diese unkonventionelle Navigationsweise zur Umgehung geopolitischer Risiken unterstreicht den extremen Druck, dem die globale Energieversorgungskette derzeit ausgesetzt ist.