US-Präsident Trump erwägt weitere Änderungen im Kabinett, aber basierend auf den derzeitigen öffentlichen Informationen scheint die Diskussion im Weißen Haus eher auf gezielte Personalwechsel als auf eine umfassende Neubesetzung ausgerichtet zu sein. Reuters berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass Trump nach der Absetzung von Justizminister Bondi tatsächlich darüber nachgedacht habe, das Team weiter anzupassen. Der nationale Geheimdienstdirektor Gabard und Handelsminister Rutnik wurden namentlich in internen Diskussionen genannt. Das Weiße Haus erklärte jedoch anschließend deutlich, dass Trump weiterhin "vollstes Vertrauen" in beide habe.
Der Hintergrund dieser Personalspekulationen ist der anhaltende Iran-Krieg, der hohe Ölpreise sowie der zunehmende politische Druck im Inland. Laut Reuters konnte Trumps landesweite Fernsehansprache am 1. April das Markt- und Wählervertrauen nicht wirksam beruhigen. Obwohl er in seiner Rede den Fortschritt der US-Militäraktionen betonte, gab er keinen klaren Weg für einen Kriegsausstieg vor und behielt die Möglichkeit weiterer Eskalationen bei, was die Sorgen über den Kriegsverlauf und die wirtschaftlichen Auswirkungen weiter anheizte.
Die Veränderungen in den Umfragen sind ein wichtiges Signal für den steigenden Druck auf das Weiße Haus. Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage wollen 66 % der befragten Amerikaner, dass die USA den Krieg gegen den Iran so schnell wie möglich beenden, selbst wenn dadurch die Ziele der Regierung nicht vollständig erreicht werden. Zudem lehnen 60 % der Befragten militärische Maßnahmen der USA gegen den Iran ab. Gleichzeitig ist Trumps allgemeine Zustimmungsrate auf 36 % gesunken, was ein neues Tief seines Amts darstellt.
Die politischen Kosten des Krieges werden weiterhin durch die Energiepreise an die Bevölkerung weitergegeben. Reuters berichtet, dass nach Trumps Rede am 1. April die Sorgen um die Lage in der Straße von Hormus gestiegen sind, und der Durchschnittspreis für Benzin in den USA bereits über 4 Dollar pro Gallone liegt. Analysten erwarten, dass die Öl- und Dieselpreise in den nächsten Wochen weiter steigen könnten, falls die Angebotsstörungen anhalten. Dieser Kostendruck wird zu einem der schwierigsten Risiken für die Republikaner vor den Zwischenwahlen im November.
Den Signalen des Weißen Hauses zufolge ist Trump nicht bereit, Szenarien massiver und häufiger Personalwechsel wie in seiner ersten Amtszeit zu wiederholen. Reuters berichtet, dass sein Beraterteam einerseits durch gezielte Anpassungen eine "Blutung" stoppen und die externe Kommunikation sowie interne Koordination verbessern möchte, andererseits jedoch fürchtet, dass zu große Schritte den Eindruck der Chaotik in der Regierung verstärken könnten. Mit anderen Worten, das Weiße Haus wägt nicht ab, ob es sofort eine umfassende Neubesetzung geben soll, sondern ob begrenzte Personalwechsel helfen könnten, den von Iran-Krieg, steigenden Ölpreisen und niedrigen Umfragewerten ausgelösten politischen Druck zu mindern.
Sollte der Krieg in naher Zukunft nicht abkühlen und die Energiepreise hoch bleiben, werden die Personalgespräche im Weißen Haus wahrscheinlich anhalten. Aber in der gegenwärtigen Phase erscheint es verfrüht, von einer "großen Kabinettsumbildung, die unmittelbar bevorsteht" zu sprechen. Eine treffendere Beschreibung wäre: Trump bewertet angesichts des Drucks seine Regierungsmannschaft neu, und ob wirklich weitere Personalwechsel folgen, hängt von den Fortschritten auf dem Schlachtfeld, den Marktreaktionen und den Veränderungen der öffentlichen Meinung in den kommenden Wochen ab.